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Ersatzspieler Aus dem Schatten ins Licht

Eintracht Frankfurt setzt auf Rotation - das macht den Spielern der zweiten Reihe Hoffnung.

Lucas Torro
Kann wieder lachen: Nach dem tragischen Tod seines Bruders lief Lucas Torro gestern erstmals wieder Runden um den Platz. Foto: Jan Huebner

Er habe es mit der Rotation ein bisschen übertrieben, es sei sicher nicht förderlich, in schwierigen Phasen die halbe Mannschaft auszutauschen. Dafür müsse er eben dann auch den Kopf hinhalten. Die Worte waren deutlich, die Uli Hoeneß vor acht Tagen gewählt hatte. Er warf damit - ob bewusst oder nicht - seinen neuen Trainer, Niko Kovac, den gierigen Medien zum Fraß vor. Und die bissen genüsslich zu, auch wenn die reinen Fakten eine andere Deutung hätten ergeben müssen. Aber gut, so ist das wohl beim größten Klub des Landes, beim FC Bayern München. Alles ein bisschen extremer als andernorts.

Denn Niko Kovac, zu seinen Frankfurter Zeiten durchaus dafür bekannt, überraschende und ungewöhnliche Personalentscheidungen zu treffen, ist in München bisher keineswegs als Rotationsweltmeister in Erscheinung getreten, vielmehr agiert er aufgrund der kleinen Kadergröße des Rekordmeisters gar ziemlich zurückhaltend. Gerade mal 19 verschiedene Spieler setzte Kovac in den bisherigen sieben Bundesligapartien ein. Zum Vergleich: Vorne sind in dieser Kategorie zwei Klubs, von denen man das kaum erwartet hätte, die keinen mit Weltklassekickern bestückten Luxuskader besitzen. Zum einen der FSV Mainz 05, bei denen schon 23 verschiedene Spieler auf dem Rasen standen. Zum anderen Eintracht Frankfurt, bei den Trainer Adi Hütter ebenfalls schon 23 Mann aufbot. Dazu noch den aktuell verletzten Stürmer Goncalo Paciencia in der ersten Runde des DFB-Pokals. 

„Eine Rotation ist immer zu überdenken und möglich“, sagte Hütter, als er vor ein paar Wochen nach seiner Idee der Belastungssteuerung für die bevorstehenden Englischen Wochen gefragt wurde. Und er fügte an: „Es kommt aber immer auch auf den Zustand der Mannschaft an.“

Offenbar, so zumindest die Interpretation der vielen Personalwechsel, ist Hütter mit dem Zustand seines Kaders durchaus zufrieden. Klar, während der Vorbereitung, auch später noch nach dem Aus im Pokal und der Supercup-Klatsche, da ließ Hütter durchblicken, dass ihm das alles noch nicht ganz passe. Er sagte es zwar nicht öffentlich, ließ zwischen den Zeilen aber sehr wohl verlauten, dass ihm der eine oder andere von der Sportlichen Leitung vorgesetzte Neue nicht vollends überzeuge. Aber: Er blieb ruhig. Selbst die peinliche Posse um die Trainingsgruppe zwei prallte an Hütter ab, er wich nicht von seiner Grundidee ab, nahezu die komplette Tiefe seines Kaders auszuschöpfen. „Ich war nicht der, der davon gesprochen hat, dass ich mit diesen Spielern nicht mehr arbeiten möchte“, betonte Hütter. 

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