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Eintracht-Vorstand „Dass einer den Kopf hinhält, ist vorbei“

Aufsichtsrat Steubing plant nach der Verpflichtung von Niko Kovac die Nachfolge von Heribert Bruchhagen. Jens Todt sagt: „Ich habe keinen Kontakt zu Eintracht Frankfurt.“

05.03.2016, Fussball, 1. BL, Eintracht Frankfurt - FC Ingolstadt
Zuversichtlich: Wolfgang Steubing (li.) sucht einen Nachfolger für Heribert Bruchhagen (2. v.r.). Foto: Heiko Rhode

Die Trainerwahl der Sportlichen Leitung hat Wolfgang Steubing ausdrücklich begrüßt. Mit Niko Kovac als neuen Mann an der Seitenlinie kann der Aufsichtsratsvorsitzende der Frankfurter Eintracht gut leben. „So einen wie ihn haben wir uns vorgestellt.“ Der frühere kroatische Nationaltrainer habe bereits bewiesen, dass er schwierige Aufgaben meistern könne. „Er hat gezeigt, dass er eine Mannschaft führen kann.“ Ein Nationalteam anzuleiten, sei ja „keine einfache Geschichte“. Daher hat Steubing ein gutes Gefühl: „Wir sind zuversichtlich, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.“

Es ist kein Geheimnis, dass der Börsenmakler aber auch mit Kovac-Vorgänger Armin Veh gut bekannt ist, beide schätzen und mögen sich. Daran ändere die Beurlaubung des 55-Jährigen nichts. „Die Freundschaft bleibt bestehen“, macht Steubing klar.

In den vergangenen Tagen ist so ein bisschen untergegangen, dass abseits der Trainerfrage und des sich immer weiter zuspitzenden Abstiegskampfes weitreichende Entscheidungen zu treffen sind. Bei der Nachfolgersuche des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen hat die Eintracht weniger gute Nachrichten verdauen müssen. Erst verkündete Christian Nerlinger, dass er für den Posten des Sportvorstands nicht zur Verfügung stehe, nicht mal eine Woche später sagte auch Christoph Metzelder ab. Beide machten das öffentlich.

Absagen irritieren den Chef

Mit beiden hat der Hauptausschuss der Eintracht, bestehend aus Steubing, Peter Fischer und Philip Holzer, zuletzt Gespräche geführt, sie passten in das Anforderungsprofil. Doch beide winkten ab. Steubing hat es irritiert, dass sowohl Nerlinger als auch Metzelder den Weg über die Medien suchten, um ihre Entscheidung kundzutun. Zumal es zwar erste Sondierungsgespräche gegeben habe, aber nicht mehr. „Es hat keiner ein Angebot gehabt, dann kann auch keiner absagen.“

Die Suche geht nun weiter. „Wir haben einen großen Kreis, den wir abklappern“, erzählt Steubing. Zuletzt war durchgesickert, dass die Eintracht ihre Fühler nach dem Karlsruher Manager Jens Todt ausgefahren habe. Doch dieser sagte nun der „Neuen Welle“: „Ich habe keinen Kontakt zu Eintracht Frankfurt.“

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Der KSC-Sportdirektor findet das Interesse der Frankfurter aber nicht sonderlich überraschend: „Wenn erkennbar gute Arbeit über Jahre geleistet wird, dann ist es auch normal, dass man sich mit den Kandidaten beschäftigt, die so rumschwirren.“ Doch er stehe nicht zur Verfügung, zumal er ja gerade den Wechsel von FSV-Trainer Tomas Oral zur neuen Saison auf den Weg gebracht habe: „Ich habe beim KSC einen Vertrag bis 2017, und wir haben jetzt gerade einen neuen Trainer verpflichtet. Da wär es etwas merkwürdig, wenn ich jetzt gehen würde. Deswegen wird das nicht passieren.“

Der Eintracht-Aufsichtsratsboss sieht sich in der Bruchhagen-Nachfolge aber nicht unter Zugzwang. „Es ist nicht so, dass wir zeitlichen Druck haben oder etwas versäumt hätten.“ Man werde die Liste weiter genau abarbeiten und einen geeigneten Sportvorstand an Land ziehen. Womöglich kommen aber auch Kandidaten wie Horst Heldt, der auf Schalke ausscheidet, wieder ins Spiel. Eigentlich hatte der frühere Eintracht-Profi in den Überlegungen keine Rolle gespielt, auch wenn er unlängst dezent sein Interesse signalisierte.

Für Steubing ist dessen ungeachtet klar, dass es keinen Vorstand geben werde, der Bruchhagen eins zu eins ersetzen wird. „Dass einer den Kopf für alle hinhält, das ist vorbei.“ Es soll keinen Vorstandsvorsitzenden geben. Es sei vielmehr so, dass aus dem Kreis der drei Führungskräfte ein Sprecher gewählt werde.

Steubing glaubt, dass sich die Eintracht generell anders aufstellen müsse. „Wir wollen eine eigene Philosophie entwickeln und dann die richtigen Leute dazuholen.“ Ein Trainer etwa müsse dann in das Gesamtkonzept passen, nicht der Verein müsse sich dem Trainer anpassen. Mit Niko Kovac wähnt der 66-Jährige die Eintracht auf dem richtigen Pfad. „Er hinterlässt einen sehr guten Eindruck, diesen Weg wollen wir weitergehen.“

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