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Eintracht-Torwart Der Hradecky-Poker

Bleibt er oder nicht? In Sachen Vertragsverlängerung hält sich Lukas Hradecky bedeckt.

Lukas Hradecky
Lukas Hradecky: Mal ein Bierchen im Wald. Foto: Stefan Krieger

Dieser Tage hat Lukas Hradecky einen wertvollen Beitrag zur Krisenbewältigung von sich gegeben. Wenn es nach ihm ginge, so sagte er in der „Bild“, würde die ganze Truppe mal in den Wald gehen und ein Bierchen trinken zum Relaxen. Aber das geht ja nicht, „unsere Trainer sind die Klügeren“.

Vielleicht wäre das in der Tat mal eine Maßnahme, eine gewisse Lockerheit könnte der Eintracht in schwerer werdenden Zeiten gut tun. Ohnehin ist ja der finnische Torwart ein eher lustiger Vogel, der nicht alles so furchtbar verbissen sieht und sagt, was er denkt. Dessen ungeachtet weiß der 27-Jährige nach zehn Spielen ohne Sieg schon, was die Stunde geschlagen hat: „Wir müssen nach unten gucken“, sagte er nach dem 1:3 in Dortmund. Hradecky ist keiner, der in Verdacht steht, schönzureden. Das macht ihn so authentisch. Einen Sieg brauchen die Hessen noch, um sicher die Klasse zu halten.

An Hradecky liegt es am wenigsten, dass der Trend bei der Eintracht so sehr nach unten geht. Er hält, was zu halten ist, und ein bisschen mehr. Zehnmal hat er sogar seine weiße Weste behalten. Auch wenn er seit einiger Zeit ungewohnte Schwierigkeiten mit dem Ball am Fuß hat. Die Streuung ist gewaltig, in Dortmund spielte der Ballfänger 14 Fehlpässe, nur Omar Mascarell schaffte mehr.
 

So ganz geht die momentane Krise auch nicht am Finnen vorbei. Dazu kommt, dass noch immer keine Klarheit über seine Zukunft herrscht. Zwar hat er noch einen Vertrag bis 2018 und entsprechend keine Eile, aber die Eintracht möchte gerne verlängern – oder ihren Torhüter am Ende dieser Saison gewinnbringend verkaufen, so wie sie das mit seinem Vorgänger Kevin Trapp auch getan hat. Der Ausgang des Pokers scheint völlig offen. Hradecky, der zu den fünf besten Torhüter der Liga zählt und zu einem der Gesichter des Klubs geworden ist, weiß um seinen gestiegenen Wert. Er möchte international spielen, das ist mit der Eintracht durch den Absturz schwer geworden. Und er möchte sich seine abwehrenden Dienste deutlich besser bezahlen lassen. Mit einem Bier im Wald wird es nicht getan sein.

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