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Eintracht-Promitipp Künstler am Stift

Michael Apitz zeichnet Eintracht-Comics.

Michael Apitz
Michael Apitz. Foto: Privat

Eigentlich wollte Michael Apitz am Sonntagabend noch zum Zeichenstift greifen, kaum dass der Ball zum 2:3 im Frankfurter Netz zappelte. Ideen sprudelten nur so aus ihm heraus, eine freudetrunkene Eintrachttraube, dahinter die Keule, die gleich zuschlägt, war sein erster Gedanke. Aber dann hat er es doch gelassen, es hätte ihn nur wieder geärgert.

Denn Michael Apitz, der fünf Jahre in der FR zu den Heimspielen von Eintracht Frankfurt herausstechende Comics lieferte und davor jahrelang im Eintracht-Magazin abgedruckt wurde, ist ja nicht nur ein begnadeter Künstler, ein Maler, Zeichner, Diplomdesigner und Karikaturist, er ist auch beinharter Eintracht-Fan, seit er 14 ist, zudem hat er nebenbei den Eintracht-Fanclub „E-Team“ in Walluf gegründet.

Es gibt kaum ein Heimspiel, das der 52-Jährige verpasst, er sitzt mit Eintracht-Schal mittlerweile auf der Pressetribüne (was wegen der Objektivität nicht so gerne gesehen wird) und fiebert mit. Früher hat er gerne auf den unterschiedlichsten Plätzen des Stadions gesessen, wegen der unterschiedlichen Perspektiven. „Auf dem einen Platz hast du die Atmosphäre, aber siehst wenig vom Spiel. Dann wieder kannst du von weiter oben die taktische Ausrichtung genau erkennen, hast aber nichts von der Stimmung.“ Dessen ungeachtet ist Apitz mittlerweile sehr angetan von seiner Eintracht. „Hut ab vor dem, was Niko Kovac mit dieser Truppe geschafft hat“, lobt der gebürtige Eltviller, der relativ sicher ist, dass die Hessen am Ende auf Platz sechs oder sieben landen werden. 

Seine Liebe zum Zeichnen war früh geweckt, sein Talent nicht zu übersehen. Schon im Kindergarten war es Klein-Michi, der den schönsten Käfer gemalt hatte. In der Schule war er es, der die besten Lehrer-Karikaturen gezeichnet hatte, entsprechend beliebt war er. Später dann, als Apitz schon längst über die Region hinaus populär war, fanden auch die Lehrer die Cartoons witzig. „Ich habe früh gemerkt, du kannst es“, sagt Apitz. Klar war, dass er die Malerei zu seinem Beruf machen würde. Ein Studium in Wiesbaden als Diplomdesigner schloss sich an. Heute arbeitet Michael Apitz als freischaffender Künstler, er hat sich einen Namen als Landschaftsmaler gemacht, stellt seine Werke regelmäßig aus, etwa im Kloster Eberbach, in Bayreuth, Koblenz oder Berlin und jetzt bei einer Vernissage am 21. März im Wiesbadener Rathaus-Foyer. Und Apitz, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, kann längst von seiner Kunst leben.

Seinen Durchbruch schaffte Apitz, der noch dazu als Teammanager bei der deutschen Nationalmannschaft der Winzer fungiert, mit der zwölfbändigen Comic-Reihe Karl, die in einer Auflage von insgesamt 800.000 erschienen ist; allein der erste Band „Spätlese-Reiter“ verkaufte sich 150.000 Mal. Co-Autor Patrick Kunkel ist mittlerweile Bürgermeister von Eltville. Dazu gibt es Bücher, etwa das von ihm gezeichnete und von Henni Nachtsheim geschriebene Werk „Die Aderträger“. Mit Nachtsheim, der Hälfte des Badesalz-Duos, geht der Träger des Rheingau-Kulturpreises auch regelmäßig auf Tour, im Bürgerhaus Dreieich sind sie am 28. April. 2017 schuf Apitz das monumentale Gemälde Luther95, ein Porträt des Reformators Martin Luther. Es ist vier Meter hoch und 3,60 Meter breit und besteht aus 95 Einzel-Teilen. Am 500. Reformationstag war das Gemälde in der Frankfurter Paulskirche bei einer Andachtsstunde der Stadt.

Seine Eintracht-Comics veröffentlicht Apitz, der auch Motivzeichner beim Mainzer Karneval ist, auf seiner Facebook-Seite oder auf der von SGE4ever. In den Eintracht-Comics, sagt der Weinliebhaber, „steckt Leidenschaft“. Bis zu eineinhalb Tage arbeitet er an einer Serie. Derzeit bleibt dem Vielbeschäftigten dazu freilich kaum Zeit. Ideen hat er immer. Am ehesten kommen sie ihm, wenn was schiefläuft beim Herzensklub. Im Moment muss er oft scharf nachdenken.

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