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Eintracht-Nachwuchs "Eiche" Kraus In Englisch eine Zwei

Der angehende Fachabiturient Kevin Kraus bringt nicht nur fußballerisch einiges mit, um bei seinem Bundesligadebüt für die Frankfurter Eintracht an der Seite des US-Amerikaners Ricardo Clark seinen Mann zu stehen.

18.01.2011 12:51
Jan Christian Müller

Bei der Eintracht herrscht noch Zucht und Ordnung. Von wegen flache Hierachien im modernen Profifußball: In Frankfurt schleppen die jungen Spieler die Trainingsmaterialien zu einem Bully, der dann von einem der Nachwuchstalente ein paar hundert Meter das Gelände hinunter zu einem abschließbaren Container gefahren zu werden. Selbstverständlich gehört auch Kevin Kraus, 18, vor seinem Bundesligadebüt am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96 zu den Transporteuren. Weil der angehende Fachabiturient aber noch eine ganze Menge Fragen von hochgradig an seiner Person interessierten Reportern beantworten musste, wollte er zunächst mit schwerem, verzinktem Metallgestänge über der Schulter Rede und Antwort stehen, ehe er das Zeug dann doch erst in den Minibus packte.

Spitzname „Eiche“

Zuvor im Training hatte der junge Mann, den die Kameraden früher in der Jugend „Eiche“ nannten, weil er so groß und stark ist, mal wieder einen guten Eindruck hinterlassen, an der Seite des US-Amerikaners Ricardo Clark. Mit Clark, erzählt Kraus, kommuniziere er auf Englisch, was kein Problem für ihn sei: „In Englisch habe ich eine Zwei.“ Das wären nicht die allerschlechtesten Voraussetzungen für ein gedeihliches Miteinander gegen den wiedergenesenen Stürmer Ya Konan, wäre da nicht das klitzekleine Problem, dass Kraus und Clark „nicht großartig eingespielt sein können“, wie Trainer Michael Skibbe nüchtern anmerkte. Dem jungen Kraus will der Vorgesetzte gar nicht viel erzählen vom großen Fußball, denn: „Wenn ein Trainer ihm zehn Tipps gibt, dann konzentriert er sich womöglich gar nicht mehr aufs Wesentliche.“

Wie dem auch sei, am Sonntag werden auch die Eltern von Kevin Kraus im Stadion dabeisein, was den Vorverkauf aber nicht ankurbelt, da sie von ihrem Sohn Freikarten erhalten. Lediglich 34000 Karten hat die Eintracht bislang verkauft, angesichts der Tatsache, dass der Siebte auf den Vierten trifft, eine enttäuschende Zuschauer-Zwischenbilanz.

Wohl ebenfalls eintrittsfrei zuschauen dürfte zunächst Linksverteidiger Georgios Tzavellas, der im Training noch auf Schussübungen verzichtete. Skibbe ist skeptisch, ob der Grieche nach seinem Faserriss in der Bauchmuskulatur und vorheriger Sprunggelenksverletzung schon wieder fit für die Bundesliga ist: „Vielleicht muss ich der Not gehorchen und ihn aufstellen, aber das läuferische Defizit ist natürlich deutlich sichtbar.“ Tzavellas selbst bedeutete dem Trainer in einem Vieraugengespräch allerdings, er fühle sich „gut“.

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