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Eintracht-Maskottchen Eine Frau für Attila

Wie geht’s dem Adler? Auch das Eintracht-Maskottchen Attila, der imposante Steinadler, steht unter Druck: Er soll Vater werden.

Guter Dinge: Steinadler Attila (r.) und Falkner Norbert Lawitschka (l.) Foto: S. Krieger


Attila fliegt im Moment nicht, zumindest nicht vor Publikum im Hanauer Wildpark. Attila muss sich schonen, er braucht Ruhe und keine Aufregung. Das ist prima für Attila, andererseits: Auch Attila verspürt einen gewissen Druck, beim letzten Mal nämlich hat es nicht geklappt. Um was es eigentlich geht? Attila, der imposante Steinadler und das Eintracht-Maskottchen seit 2005, wird für die Zucht vorbereitet. Anfang April muss er ran.
Und Falkner Norbert Lawitschka, sozusagen sein Vermieter, denn Attila lebt bei Lawitschka im Garten in der Nähe von Gelnhausen, hat schon besondere Vorkehrungen getroffen. Erstens: gutes Futter besorgt. Attila, bald acht Jahre auf dem gefiederten Buckel, liebt Wachteln. Auch Täubchen mag er, nicht gebraten, dafür roh und ohne Federn (damit er nicht selbstständig auf Taubenjagd geht), und Kaninchen.

Drei, vier Tage Zeit

Und, zweites: „Wir haben ihm ein wunderschönes Adlerfräulein besorgt“, sagt der Falkner. So eine Zucht ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, viel Zeit bleibt da nicht, drei, vier Tage vielleicht, zwei Eier legt eine Adlerfrau nur. „Innerhalb einer Woche entscheidet sich, ob Nachwuchs kommt oder nicht“, sagt Lawitschka, der selbst seit vielen Jahren Falken züchtet (www.falkenzucht.de). Beim letzten Versuch im vergangenen Jahr, nun ja, ist Attila leider nicht Vater geworden.

Sender im Gefieder

Aber im Augenblick sitzt Attila meist gemütlich bei Lawitschka auf der Stange, natürlich angeleint an eine Lederlangfessel, die etwa 1,50 Meter lang ist. Würde Attila andernfalls abhauen? „Bislang ist er noch nicht abgehauen“, lacht der Falkner, „aber passieren könnte es schon.“ Attila könnte sich aber nur verfliegen in einer Gegend, die er nicht kennt. Auch deshalb hat er einen Sender im Gefieder, wodurch er jederzeit ortbar sei. Aber „Attila kennt sein Revier und kehrt immer wieder zurück.“ Kein Wunder: Ihm geht es nicht schlecht im Vorspessart.
Gut drei Wochen kann Attila sein gemütliches Leben als Vogel-Macho noch genießen. Dann muss der Steinadler, der beim DFB-Pokalfinale 2006 der Eintracht gegen Bayern München im Berliner Olympiastadion eine der Attraktionen war, wieder an die Arbeit. Im „Brotberuf“ ist der Steinadler Star in der Vogelschau im Hanauer Wildpark „Alte Fasanerie Klein-Auheim. Täglich, ab März (außer montags), zieht der majestätische Vogel raumgreifend und knapp über den Köpfen der Besucher seine Bahnen in der Fasanerie. Bei der Flugschau hat Lawitschka zehn Vögel im Einsatz, Falken, Bussarde, Eulen, Adler und Uhus. Aber keiner ist so wie Attila.

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