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Eintracht: Marcos Alvarez Im Abseits

Der talentierte Angreifer ist ein Verlierer der späten Transferaktivitäten von Eintracht Frankfurt. Alvarez muss nun einen neuen Anlauf nehmen, der Weg ist steiniger als je zuvor.

„Ich sehe mich auf den Außenpositionen, am liebsten auf Linksaußen“, sagt Alvarez notgedrungen Foto: Michael Schick

Der talentierte Angreifer ist ein Verlierer der späten Transferaktivitäten von Eintracht Frankfurt. Alvarez muss nun einen neuen Anlauf nehmen, der Weg ist steiniger als je zuvor.

Es hat im vergangenen Dreivierteljahr eine Menge Rückschläge gegeben für Marcos Alvarez. Rückschläge, mit denen er nicht gerechnet hatte. Eigentlich hatte der 19 Jahre alte Angreifer von Eintracht Frankfurt damit gerechnet, bald den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Er schien auf dem richtigen Weg, seit er 15 ist, hat er alle Juniorenauswahl-Teams des DFB durchlaufen. Im Augenblick ist er von seinem Traum weiter entfernt denn je.

Der Rückschritt begann mit Ex-Trainer Michael Skibbe, der ihm knallhart sagte, keine Chance zu haben „bis 2012“. Alvarez ging zu Bayern München II, dort stellte ihn Trainer Herrmann Gerland erstmal auf die Waage ? sieben Kilo Übergewicht. Dann, nach dem Abspecken, riss eine Faser im Muskel, später musste er im defensiven Mittelfeld oder hinten rechts spielen, nicht im Sturm. Die Folge: elf Einsätze, null Tore, Abstieg.

Im Sommer bekam er einen Gnadenvertrag bei den Hessen.

Fünf Angreifer

Dann sagte Trainer Armin Veh: „Soll ich mit einem den Aufstieg schaffen, der ein halbes Jahr in der Zweiten bei Bayern München nicht getroffen hat?“ Und es kam noch schlimmer für den Gelnhäuser: Kurz vor Toreschluss verpflichtete die Eintracht die Stürmer Rob Friend und Mohamadou Idrissou, jetzt gibt es fünf Angreifer beim Erstligaabsteiger.

„Ich sehe mich auf den Außenpositionen, am liebsten auf Linksaußen“, sagt Alvarez notgedrungen. Da könne er seine Stärken, dribbeln und flanken, am ehesten zur Geltung bringen. Ansprüche wolle er keine stellen, aber Gas geben. „Wenn man keine Chance hat, hat man irgendwann die beste“, sagt er. Es soll tapfer klingen, selbstbewusst, kämpferisch. Es klingt wie das Pfeifen im Wald.

„Es tut schon weh“

Was aber bleibt ihm übrig? Die Realität ist die: In sechs Zweitligaspielen stand er einmal im Kader, sonst saß er auf der Tribüne, einmal spielte er bei der U23. Er sagt, er fühle sich gut, er hält sein Gewicht, das jetzt bei 75 Kilo liegt. Er findet, Veh sei „ein Supertrainer, ehrlich und offen, so wie ich“. Veh hat ihn kürzlich „den Kleinen mit dem dicken Hintern“ genannt. Alvarez hat es ihm nicht übelgenommen, „das stimmt ja auch. Bei ihm habe ich ein gutes Gefühl.“

Veh sagte aber auch, Alvarez habe etwas Besonderes. Ob es reicht für einen Einsatz, ist eher unwahrscheinlich. Vier erfahrene Stürmer sind für einen 19-Jährigen vermutlich zu viel der Konkurrenz, selbst für die Bank stehen Caio, Ümit Korkmaz und Karim Matmour vor ihm. „Es tut schon weh“, sagt Alvarez, als klar war, dass die beiden Stoßstürmer kommen.

„Alle, mit denen ich in den U-Mannschaften gespielt haben, sind weiter als ich“, ergänzt Alvarez, dessen Onkel Trainer beim FC Sevilla war und dessen Vater Julio beim FSV spielte. Er weiß, dass er Fehler gemacht hat, „unfit nach München zu gehen“ etwa. Aber er hat sich am Riemen gerissen ? am Ende durfte er ein paar Wochen mit Franck Ribery, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger rund Co. trainieren. „Wahnsinn“, sagt der Teenager.

Alvarez muss einen neuen Anlauf nehmen, der Weg ist steiniger als je zuvor. Ein Jahr hat er noch. „Ich muss versuchen, in den Fokus des Trainers zu kommen.“

Er glaubte sich schon mal weiter.

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