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Eintracht-Kader Die Jungs im Schatten

Von Hinterbänklern und Aussortierten: Es gibt auch Verlierer im Eintracht-Team.

Europa League - Group Stage - Group H - Eintracht Frankfurt v Olympique de Marseille
Nicht immer obenauf: Simon Falette, hier gegen Marseille-Profi Valere Germain. Foto: rtr

Ganz Fußball-Deutschland spricht von diesem einzigartigen Frankfurter Sturm, vom neuen Magischen Dreieck. Oder auch von Makoto Hasebe, den Franz Beckenbauer Japans, den perfekten Libero der Neuzeit, der auf seine alten Tage in einen Jungbrunnen hineingefallen zu sein scheint, so stark hat man diesen Hasebe ja noch nie gesehen. Oder von Kevin Trapp, der Säule da hinten im Tor, der Sicherheit ausstrahlt und Stabilität bringt, und der sich über jedes noch so belanglose Gegentor so herrlich aufregen kann. Es gibt viele Gründe für den Frankfurter Aufschwung, es gibt viele Gewinner im Eintracht-Team. Doch wo es Gewinner gibt, gibt es Verlierer, auch im eigenen Kader. Die FR wirft einen Blick auf diejenigen, die zum Höhenflug wenig oder gar nichts beitragen konnten. 

Marc Stendera zum Beispiel. Der junge Mann aus dem eigenen Stall war zu Beginn der Saison sogar in die Trainingsgruppe zwei abgeschoben worden, das war eine umstrittene Maßnahme und eine harte Zeit für den fast 23-Jährigen. Sich täglich aufs Neue zu motivieren und sich nicht runterziehen zu lassen, ist in solchen Phasen nicht so leicht. Zumal Sportdirektor Bruno Hübner recht unverblümt durchblicken ließ, dass es für alle Seiten besser wäre, wenn sich der Mittelfeldspieler einen neuen Verein suchen würde. Stendera, sagte der Manager, habe sich „ein Stück weit selbst verloren“, er sei „gar nicht mehr zu greifen“. Das war nicht so charmant. 

Der Mann mit dem Rauschebart ließ sich trotzdem nicht ins Bockshorn jagen, er blieb am Ball, kämpfte um seine Chance. Die kam dann im Europa-League-Heimspiel gegen Lazio Rom, als er in den Schlussminuten mittun durfte, einen guten Kurzauftritt hinlegte und von den Fans nach allen Regeln der Kunst abgefeiert wurde. Die Anhänger gaben ihm damit auch zu verstehen, dass sie seine Loyalität und Treue zu schätzen wissen und ihn nicht vergessen haben. „Das bedeutet mir sehr viel“, sagte der vormals Aussortierte. 

Seitdem ist Stendera, dessen Bruder Nils bei der Eintracht in der A-Jugend spielt und dem ebenfalls eine Profikarriere bevorsteht, fast immer mit dabei. Doch so richtig durchgestartet ist er nicht, in der Bundesliga kam er auf insgesamt vier Einsätze, von Beginn an war er nicht einmal dabei. In der Startformation stand er lediglich beim Sieg auf Zypern gegen Apollon Limassol. Dort holte er sich prompt eine Gelb-Rote Karte ab, weshalb er im Heimspiel am vergangenen Donnerstag gegen Olympique Marseille zum Zuschauen verdammt war. 

Der Kasselaner ist irgendwie ein bisschen aus der Zeit gefallen, zumindest im Eintracht-Kosmos, denn die Frankfurter spielen ja einen ziemlichen „Stressfußball“, sie jagen und attackieren den Gegner, lassen ihm keine Ruhe. Das kann Stendera auch, er ist ein durchaus aggressiver Zweikämpfer, sein Problem ist die fehlende Schnelligkeit. Sie ist für den Fußball, den Trainer Adi Hütter spielen lässt, aber nicht unerheblich. 

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