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Eintracht in Marseille Fans trotzen Stadtverbot

Trotz des Verbots, Marseille zu betreten, reisten einige Eintracht-Fans zum Europa-Pokalspiel in die Stadt. Ganz ohne Devotionalien.

Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt
Vereint im Frust über das Geisterspiel: Fans von Olympique Marseille und Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Die Eintracht-Fans, die trotz des verhängten Stadtverbots die Reise nach Marseille auf sich nahmen, haben die Drohungen der Verwaltung (Gefängnisstrafen, empfindliche Geldbußen)  ernst genommen. Auf Devotionalien aller Art verzichteten die meisten, einer hatte gar sein Eintracht-Tattoo an der Wade abgeklebt. Sicher ist sicher. „Alles war so friedlich, wie es vorhersehbar war. Es war gewaltfrei, ohne Probleme und ohne Komplikationen“, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

Rund 300 Anhänger aus Frankfurt vertrieben sich, zumeist in Kleingruppen, den Nachmittag bei Sonnenschein am Strand, in einem der Bistros oder Restaurants am Alten Hafen. Die Enttäuschung, das Highlight der Reise, das Europapokalspiel im Stade Vélodrome, nicht hautnah erleben zu dürfen, nagte dennoch an den meisten. Die Frankfurter Ultras waren zunächst gar nicht in die Stadt gekommen, sondern hatten sich in einem Vorort der südfranzösischen Metropole getroffen. Zum Spiel waren rund 500 Fans, davon rund 300 Ultras, dann am Alten Hafen, um dort das Spiel zu sehen, beobachtet und geduldet von der Polizei.

Während des Spiels feierten sie in einer großen Gruppe lautstark vor den Pubs. Vorstand Axel Hellmann lobte: „Der Sieg war auch die Belohnung für unsere Fans, die ja wussten, sie werden das Spiel und die Mannschaft nicht sehen, sich in der Stadt aber sehr dezent verhalten und nicht provoziert haben.“

Das Stadtverbot für Eintracht-Anhänger hatte den ganzen Tag über das Verwaltungsgericht in Marseille beschäftigt. Ein Zusammenschluss mehrerer nationaler und internationaler Fangruppen hatte dagegen geklagt. Sie sehen durch den Erlass ihre durch Europarecht garantierte Freizügigkeit unzulässig eingeschränkt. Erst kurz vor dem Spiel fiel die Entscheidung: Das Stadtverbot blieb bestehen. Offenbar begründeten die Richter ihr Urteil mit Sicherheitsbedenken.

Die Kläger wollen Rechtsmittel einlegen, um nachträglich feststellen zu lassen, dass das Stadtverbot rechtswidrig war. Unterdessen hat der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann seinen Amtskollegen aus Marseille, Jean-Claude Gaudin, zum Rückspiel eingeladen. „Es ist auch eine Einladung, die Weltoffenheit unserer Stadt kennenzulernen“, sagte Feldmann und kritisierte das Dekret der französischen Behörden scharf.

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