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Eintracht in Heidenheim Mit der „vollen Kapelle“ nach Heidenheim

Eintracht Frankfurt will im Pokal in Heidenheim nichts anbrennen lassen und eine bislang erfolgreiche Hinrunde beenden. Trainer Nico Kovac muss nur auf David Abraham verzichten.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München
Niko Kovac: Weiterkommen, egal wie. Foto: dpa

Niko Kovac hat sich am Dienstag trotz guten Zuredens strikt geweigert, ein Fazit der Hinrunde zu ziehen. „Das wäre das falsche Zeichen“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht mit Verve in der Stimme. Schließlich sei das Jahr 2017 sportlich noch nicht vorbei, „wir haben noch ein Spiel, deswegen kann ich jetzt keine Bilanz ziehen“. Das eine, letzte Spiel dieses Jahres, hat es in sich, DFB-Pokal, Achtelfinale, der 1. FC Heidenheim aus dem Keller der Zweiten Liga. Und weil Niko Kovac, weil Eintracht Frankfurt diese Partie „sehr ernst“ nimmt, verbiete es sich, vorab schon über eine weitgehend gelungene Halbserie zu schwadronieren.

Alles andere hätte ja auch nicht zu Niko Kovac gepasst, diesen nimmermüden Mahner und Ackerer, der nichts und niemanden auf die leichte Schulter nimmt. Klar: Eintracht Frankfurt geht heute Abend (20.45 Uhr) als Favorit in diese Begegnung, klar ist auch, dass „wir unserer Favoritenrolle gerecht werden wollen“ und am 7. Januar nächsten Jahres noch im Pott sein wollen, wenn die Lose für das Viertelfinale gezogen werden. „Jeder weiß, wie schön der Weg nach Berlin war“, sagt Kovac, deswegen bedürfe es für sein Team keiner besonderen Motivation. Den Coach interessiert es im Übrigen auch nicht, „wie wir weiterkommen, nur dass wir weiterkommen. Egal, ob nach 90 oder 120 Minuten. Dann lässt sich Weihnachten viel leichter feiern.“ Und die 1,3 Millionen Euro, die es für das Erreichen des Viertelfinales gibt, können die Frankfurter allemal gut gebrauchen.

Kampf und Leidenschaft

Dazu freilich sei eines von entscheidenden Bedeutung: die Einstellung. „Das Spiel wird im Kopf entschieden.“ Glücklicherweise gehört das zur Kernkompetenz dieser Frankfurter Mannschaft, die eher selten die Flinte ins Korn wirft und mit Sicherheit auch unterklassige Teams nicht zu unterschätzen pflegt. Zumindest hat das Kovac der Truppe eingeimpft. Gut gefallen hat dem Fußballlehrer jüngst ein Plakat, das Eintracht-Fans hochgehalten hatten: „Kampf und Leidenschaft - das ist Eintracht Frankfurt,“ stand da geschrieben.

Also werden die Hessen auch im hoch auf der schwäbischen Alb gelegenen 15 000 Menschen fassenden Stadion auf ihre Tugenden setzen: Beharrlich sein, nicklig, unangenehm, dazu wird die Physis auf dem wahrscheinlich tiefen, schwer bespielbarem Rasen den Ausschlag geben. „Wenn wir das stärker oder auf dem gleichen Niveau wie der Gegner hinkriegen, wird es für uns einfacher“, sagt Kovac, denn natürlich sei die Eintracht „die fußballerisch bessere Mannschaft“. Dennoch werden „wir uns strecken und uns bis zum letzten Atemzug zerreißen müssen.“

Personell hat Kovac im Grunde „alle Mann an Bord“, die Spieler seien nicht müde. „Deshalb gehe ich davon aus, dass ich die volle Kapelle auflaufen lassen werde“, bis auf den gesperrten David Abraham. Für den Argentinier steht mittlerweile auch wieder Makoto Hasebe bereit, der zuletzt wegen Kniebeschwerden und eines grippalen Infekts fehlte. „Er hat drei bis vier Tage trainiert. Er konnte alles abrufen, was in ihm steckt“, sagte Kovac, eine Alternative sei Hasebe allemal. Der Japaner würde der Eintracht vor allem im Spielaufbau eine deutlich größere Hilfe sein, daran haperte es in letzter Zeit doch arg. Und in Heidenheim wird der Bundesligist wahrscheinlich nicht umhin kommen, aktiver zu sein und selbst das Spiel zu machen.

Stürmer Sebastien Haller, der im Pokal bisher drei Tore erzielt und zwei Vorlagen geliefert hat, ist nach seiner Magen-Darm-Infektion körperlich wieder auf dem Damm, um länger durchzuhalten. Zeit zum Ausruhen haben die Profis kaum: Bereits in acht Tagen am 28. Dezember bittet Kovac zum ersten Training für die Rückserie. Kürzer pausiert kein Bundesligaklub.

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