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Eintracht im Trainingslager Teber sieht sich als Führungsspieler

Der Neue der Frankfurter Eintracht kennt Trainer Michael Skibbe noch aus der U21-Nationalmannschaft. Wie alle anderen wird Selim Teber im Trainingslager im Zillertal vor allem eines müssen: schwitzen. Von Thomas Kilchenstein

Selim Teber, hier noch im Trikot der TSG Hoffenheim. Foto: getty

Sieben Stunden Busfahrt über zuweilen verstopfte Autobahnen in die Berge hatten am Ende wenigstens auch ein Gutes: Am Ankunftsort im österreichischen Zillertal war es merklich angenehmer als in Frankfurt, nichts war mehr zu spüren von der Schwüle, die die Profimannschaft von Eintracht Frankfurt noch am Morgen in Frankfurt verabschiedet hatte.

Am späten Nachmittag hatte Michael Skibbe noch eine erste von vielen, vielen Trainingseinheiten angesetzt, auf dem Sportplatz in Zell, doch für das schöne Bergpanorama hatten die Fußballer kein rechtes Auge. Der Schweiß wird strömen im Trainingscamp, "hier werden die Grundlagen für die Saison gelegt. Wir wollen hundertprozentig fit in die Runde starten", sprach Skibbe über Selbstverständlichkeiten.

Essen mit dem Trainer

Am Morgen war auch der neue Mann aus dem neuen Mannschaftsbus: Selim Teber, frisch und ablösefrei von der TSG Hoffenheim für die nächsten zwei Jahre verpflichtet. "Das ist ein Wechsel, der zu mir passt, die Stadt, die Fans, das Stadion", sagte der 28-Jährige, in Frankenthal geborene Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln. Zudem kenne er schon eine Reihe von Spielern, mit Kapitän Ioannis Amanatidis hat er noch beim 1. FC Kaiserslautern gespielt, mit Maik Franz, dem anderen Zugang, sogar in der U21-Nationalmannschaft. Fünf Spiele hat Teber, verheiratet und Vater einer Tochter, für die Auswahlmannschaft in 2002 und 2003 bestritten. Der Trainer damals: Michael Skibbe.

Und Skibbe ist deshalb auch ein Grund, weshalb der 1,85 Meter große, 83 Kilogramm schwere Fußballer nach Frankfurt gewechselt ist. Denn so ganz überraschend war der Transfer nicht. Einige Mal hatte Teber zuletzt mit Skibbe telefoniert, einmal waren sie Essen gegangen. "Ich will erfolgreicher mit der Mannschaft spielen als im letzten Jahr", nannte Teber ein erstes Ziel. Vor allem solle die Eintracht nicht mehr "so mutlos" spielen wie beim letzten Zusammentreffen mit der TSG Hoffenheim. Die Partie endete in Frankfurt zwar 1:1, in der ersten Halbzeit aber spielten der Hoffenheim (mit Teber) Katz und Maus gegen schüchterne Frankfurter. Und: "Ich traue mir zu, ein Führungsspieler bei der Eintracht zu werden."

Teber, so lobt Skibbe, besitze "ein hohes Maß an taktischen Vorkenntnissen". Er sei ein "gestandener Bundesligaspieler", der den Part des defensiven Mittelfeldspielers durchaus übernehmen und auch Pressing spielen könne. Doch ein gelernter Defensiver ist Teber nicht, eher ein "Achter". Früher, als er noch bei Waldhof Mannheim (1999 bis 2002) spielte, agierte er zunächst im Sturm, später hinter den Spitzen, eigentlich ist er eher offensiv ausgerichtet. Er ist nicht gerade der Schnellste, macht das durch seine strategischen Fähigkeiten wett. Seine Technik ist passabel, er verfügt über einen guten Schuss.

Im Mittelfeld kann er praktisch alles spielen, ihn zeichnet der Blick für die Situation aus. Gerade in Hoffenheim, wo er Kapitän war, hat er gelernt, auch defensiv zu arbeiten. Doch richtig durchgesetzt in der Bundesliga hat sich der Mittelfeldspieler nicht. In Hoffenheim spielte er erst in der Rückrunde, als sich viele Sead Salihovic verletzt hatte. Er kam zuletzt in 23 Spielen zum Einsatz, schoss drei Tore und gab fünf Vorlagen. Ob er der richtige Mann ist, die Eintracht auf die nächste Stufe zu bringen, ist fraglich und wahrscheinlich von dem Spieler auch zu viel verlangt.

Skibbe jedenfalls glaubt, dass die Frankfurter Transferaktivitäten damit noch nicht zu Ende sind. Bei Klubchef Heribert Bruchhagen klingt das anders: "Ich nehme mir nicht die Freiheit, gegen den Etat zu verstoßen."

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