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Eintracht - Freiburg Eintracht sucht die Balance

Der Frankfurter Bundesligist kommt gegen den SC Freiburg nicht über ein Remis hinaus, zeigt aber zeitweise eine spielerisch ansprechende Leistung.

Eintracht Frankfurt - SC Freiburg
Frust pur: Kevin-Prince Boateng. Foto: dpa

Lukas Hradecky, eigentlich ein umgänglicher, freundlicher und aufgeschlossener Mann im besten Alter, stiefelte wie von der Tarantel gestochen in die Kabine. Kein Blick nach rechts oder links, ab durch den Tunnel hinein ins Heiligste einer Fußballmannschaft. Der Torwart beendete seinen Arbeitstag mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und noch mehr Frust im Kopf. Auch Trainer Niko Kovac war sichtlich angefressen. „Ich ärgere mich immens“, giftete er. „Ich bin maßlos verärgert, ich bin stinkig.“ Dicke Luft im Stadtwald. 

In erster Linie war es die mangelhafte Chancenverwertung seiner Mannschaft, die ihm die Laune verdorben habe. „Wir hatten gefühlt, vier, fünf Hochkaräter.“ Doch wenn man sie nicht nutze, dann steht man eben mit leeren Händen oder fast leeren Händen da. Denn dieses 1:1 (1:0) gegen den SC Freiburg fühlte sich an wie eine Niederlage. Keine Frage. Und es sind gewiss nicht nur die Fahrkarten, die dem Fußballlehrer den Tag vergällt haben. Auch der eklatante Leistungsabfall nach der Pause dürfte ihm ein Dorn im Auge sein und ihn nachdenklich stimmen. 

„Die zweite Halbzeit war schlecht, aber es war ja auch nicht so, dass uns Freiburg an die Wand gespielt hat“, urteilte er. Im Eintracht-Lager war die Enttäuschung auch deshalb so groß, weil die Mannschaft einen Big Point verbaselt und die große Chance verpasst hat, sich oben festzusetzen. Wenn man das möchte, dann muss man eine Führung verteidigen und ein solches Spiel gegen biedere Breisgauer gewinnen – egal wie. Allein die Torschussstatistik spricht Bände: 14:2 für die Eintracht. 

Es war dennoch bedenklich, wie die Frankfurter im zweiten Durchgang abfielen und sich durch das Gegentor durch Robin Koch (51.), der die Führung durch Sebastien Haller (25.) egalisiert hatte, aus der Bahn werfen ließen. Da schien es, als habe ihnen jemand den Stecker gezogen. Dabei hatten die Schwarzwälder nur an ein paar wenigen Stellschrauben drehen müssen, um der Eintracht den Saft abzudrehen. SC-Trainer Christian Streich machte mit der Einwechslung von Mohamed Dräger die rechte Flanke zu, auf der Timothy Chandler in der ersten Halbzeit Betrieb gemacht hatte, er verdichtete das Mittelfeld und ließ sein Team einen Tick aggressiver und früher attackieren. Im Grunde brachten die Hessen in der zweiten Halbzeit 35 Minuten lang nichts Konstruktives mehr auf die Reihe, da verfielen sie in den alten Trott.

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