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Eintracht Frankfurt Zwischen Euphorie und Ungewissheit

Plötzlich scheint für Eintracht Frankfurt international vieles möglich. Das 2:2 von Porto lässt alle Chancen. Doch bevor gegen die Portugiesen der Coup vollendet werden soll, wartet in der Bundesliga der Abstiegskrimi gegen Werder Bremen.

21.02.2014 10:20
Armin Veh war zufrieden. Foto: dpa

Heribert Bruchhagen klopfte Armin Veh ein paar Mal ungläubig auf den Rücken. Die beiden Protagonisten der Frankfurter Eintracht konnten selbst nicht richtig glauben, was sie im Estádio do Dragão zuvor erlebt hatten. Mit einem leidenschaftlichen Auftritt trotzen die Hessen dem 27-fachen portugiesischen Meister und Europapokal-Stammgast FC Porto im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League am Donnerstag ein 2:2 (0:1) ab. Im Rückspiel in der kommenden Woche haben sie daheim alle Chancen, erstmals seit der Saison 1994/95 auf internationaler Ebene wieder das Achtelfinale zu erreichen. «Ich bin sehr stolz auf mein Team», sagte Eintracht-Coach Veh nach dem starken Auftritt seines im Europapokal komplett unerfahrenen Teams.
Doch was bedeutet dieses 2:2 nach 0:2-Rückstand wirklich? Für die Chancen aufs Weiterkommen auf der einen, für das richtungsweisende Bundesligaspiel gegen den Abstiegskonkurrenten Werder Bremen am Sonntag auf der anderen Seite? «Wir wissen es nicht», sagte Vorstandsboss Bruchhagen, «wir haben keinerlei Erfahrungswerte.»

Und so schwankten sie bei der Eintracht an diesem Abend zwischen Euphorie über ein weiteres «Europapokal-Highlight» und Skepsis, wie die Mannschaft den aufopferungsvollen Kampf von Porto bis zum so wichtigen Duell mit Werder nur drei Tage später wegstecken wird. «Im Moment sind wir alle müde», gestand Defensivspieler Marco Russ, der im Rückspiel gelbgesperrt fehlen wird. «Aber ein solches Ergebnis gegen eine so starke Mannschaft pusht natürlich auch ungemein.»
Auch Veh ist zuversichtlich, dass seine Spieler die Sehnsucht auf den nächsten Europa-League-Abend erst einmal zurückstellen und sich voll und ganz auf das Kerngeschäft Bundesliga konzentrieren. «Was jetzt zählt, ist Bremen», forderte der Chefcoach.
Doch ein bisschen träumen darf erlaubt sein nach dem am Ende leistungsgerechten Remis beim zweimaligen Königsklassen-Champion, bei dem Joselu (72. Minute) und ein von Russ erzwungenes Eigentor durch Alex Sandro (77.) die 2:0-Führung der Gastgeber durch Treffer von Ricardo Quaresma (44.) und Silvestre Varela (68.) wettmachten. «Wir haben jetzt eine greifbare Chance, die wollen wir nutzen», sagte Finanz-Vorstand Axel Hellmann.

Vor der Partie im mit 25 107 Zuschauern nur halb besetzten EM-Stadion von 2004 hatten sich die Hessen selbst nur wenig Chancen ausgerechnet. Mit Kind und Kegel waren sie nach Portugal gereist, es wirkte so, als wollte die große Eintracht-Familie den letzten internationalen Auftritt für womöglich lange Zeit noch einmal richtig genießen.
Aber plötzlich scheint alles möglich, auch ein Achtelfinal-Duell mit dem Gewinner der Zwischenrunden-Partie zwischen Swansea City und dem SSC Neapel, die sich in ihrem Hinspiel 0:0 trennten. «Es war ein Spiel auf Augenhöhe, wir haben jetzt eine gute Ausgangslage», sagte Kapitän Pirmin Schwegler. Der Schweizer stand sinnbildlich für den unermüdlichen Einsatz, den die Eintracht in Porto an den Tag legte. Trotz seiner schmerzhaften Rippenverletzung hielt der Stratege im defensiven Mittelfeld 90 Minuten durch. «So ein Spiel lasse ich mir nicht nehmen», sagte Schwegler.

Die gleiche Intensität gilt es nun, gegen Bremen an den Tag zu legen. «Wir wollen alles miteinander durchstehen und schon gegen Bremen wieder genauso viel investieren», sagte Schwegler mit viel Pathos in der Stimme. Gelingt das, kann gegen die Hanseaten bereits ein vorentscheidender Schritt in Richtung Klassenverbleib gelingen. (dpa)

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