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Eintracht Frankfurt Zwei Paar Schuhe

Eintracht Frankfurt scheint auf dem richtigen Weg, belohnt sich aber nicht für den immensen Aufwand.

Eintracht Frankfurt
Torschütze Gelson Fernandes jubelt nach seinem Tor mit Trainer Adi Hütter. Foto: dpa

Knapp drei Monate leitet Adi Hütter die Profis von Eintracht Frankfurt an, aber mittlerweile trainiert er eine andere Mannschaft als zu Dienstbeginn. Es gibt eine Eintracht-Mannschaft vor dem Supercup- und Pokalspiel und eine andere danach.

„Wenn ich die Mannschaft sehe, die gegen Bayern oder Ulm gespielt hat und sie mit heute vergleiche – das sind für mich zwei Paar Schuhe“, sagte der Fußballlehrer nach dem leistungsgerechten 1:1 (1:0) gegen RB Leipzig. Die Frankfurter Eintracht hat sich in dieser kurzen Zeit verändert, sie tritt gefestigter, kompakter auf, alles in allem auch besser - und scheint teilweise an den Kovac-Stil der vergangenen Runden anknüpfen zu wollen.

Der Kovac-Stil, der Eintracht Frankfurt zwei Jahre ausgezeichnet hatte, war jene Mischung aus Aggressivität, hoher Laufbereitschaft und einem fruchtbaren Zusammenspiel aller Mannschaftsteile gepaart mit großem Willen und dem Vermögen, auch in scheinbar aussichtslosen Lagen die Flinte nichts ins Korn zu werfen.

Eintracht Frankfurt läuft mehr als RB Leipzig

Aktuell sieht es so aus, als nähere sich die Mannschaft diesem Ideal wieder langsam an. Die Energieleistungen in Unterzahl gegen Bremen oder bei Olympique Marseille waren beeindruckend, auch gegen Leipzig am Sonntag hatten die Frankfurter in der Schlussviertelstunde noch genügend Körner (und Torchancen), um einen möglichen Sieg einzufahren.

Läuferisch und kämpferisch agierten die Hessen auf hohem Niveau, sie liefen mehr als die Leipziger, legten 699 intensive Läufe hin (RB: 621) und gingen in 225 Sprints, und dass keine 72 Stunden nach dem kräfteraubenden Auftritt in Marseille. Die Eintracht zählt zu den laufstärksten Teams in der Liga. „Damit bin ich zufrieden“, urteilte Hütter, der ursprünglich ein anders Konzept verfolgte, eines, das deutlich offensiver, deutlich agierender ausgerichtet sein sollte. Sich davon vorerst zu verabschieden und sich stattdessen am Machbaren zu orientieren, spricht für einen klugen Trainer.

Eintracht: Keine Alternative für Danny da Costa

Den Eintracht-Profis kann niemand den Vorwurf machen, sie würfen nicht alles in die Waagschale; im Gegenteil: Sie investieren sehr viel, müssen jetzt schon, in der Anfangsphase der Saison, ans Limit gehen. Das kann sich, gerade vor dem Hintergrund zusätzlicher internationaler Belastungen, noch als Bumerang erweisen. Doch gerade ein Spieler wie Danny da Costa, wegen des langfristigen Ausfalls von Timothy Chandler (Knorpelschaden) auf seiner rechten Seite konkurrenzlos und zum Dauerspielen verdammt, wird seine Top-Leistungen bei Spielen im Dreitage-Rhythmus nur schwerlich halten können.

Und wehe, er sollte sich verletzten - die Eintracht hätte auf seiner Position praktisch keine adäquate Alternative. „Jedes Mal, wenn er am Boden liegt, hoffe ich, dass er wieder aufsteht“, sagte Adi Hütter. Man müsse behutsam mit ihm umgehen, darauf achten, gut zu regenerieren. Auch ihn, der kurz vor dem Ende ebenfalls die Möglichkeit zum Siegtreffer auf dem Fuß hatte, lobte der Trainer: „Das Tor hätte ich ihm gegönnt, er ist unheimlich lernwillig.“

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