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Eintracht Frankfurt Vor der roten Ampel

Eintracht Frankfurt übt neuen Angriffsschwung und fängt bei A wie Anfang mit dem Fußballer-ABC an.

Kann wieder mit der Mannschaft trainieren: Marc Stendera, hier mit Coach Niko Kovac. Foto: bild pressehaus

Hradecky – Regäsel, Russ, Zambrano, Djakpa – Stendera, Reinartz, Medojevic – Aigner, Ben-Hatira – Seferovic: Ist das die Frankfurter Mannschaft, die am Samstag im Schicksalsspiel gegen Hannover 96 (18.30 Uhr) endlich den ersten Sieg seit acht Spielen schafft? Ist das die Elf, die die Aufholjagd einläutet? Sind das die Spieler, die dem wie paralysiert am Boden liegenden Klub neuen Odem einhauchen? Diese Formation zumindest schickte Trainer Niko Kovac am Dienstagvormittag im Training gegen eine B-Elf auf den Rasen, in der sich die bisherigen Stammkräfte Hasebe, Fabian, Abraham, Huszti und Oczipka wiederfanden.

Natürlich ist es noch zu früh, über eine mögliche Aufstellung zu spekulieren. Aber die Gebrüder Kovac richten in dieser Woche ihr Hauptaugenmerk auf die Offensive. „Wir haben ein Heimspiel, wir müssen was nach vorne machen“, sagt Niko Kovac. Also trainierte er intensiv das Anlaufen der Stürmer, testete das Umschaltspiel und legte viel Wert auf Ballzirkulation und Ballbesitz. „Da brauchen wir mehr Sicherheit, wir müssen spielerisch besser werden.“ Das Ganze gepaart mit Zweikampfschulung, Aggressivität und Laufbereitschaft. „Wir müssen“, sagt der Fußballlehrer, „das Fußball-ABC noch mal durchgehen.“

An den Basics arbeiten

Er will das keinesfalls als Affront gegen seinen Vorgänger verstanden wissen, im Gegenteil: Auch bei seinen Hospitanzen bei Borussia Dortmund und Bayern München gehörte dies zum täglichen Trainingsalltag. „Pep macht das genauso“, sagt Kovac. „Wir müssen an den Basics arbeiten, müssen Automatismen reinbekommen.“ Das solle so in Fleisch und Blut übergehen, wie bei „einem Autofahrer, der vor die rote Ampel fährt und automatisch bremst“. Nur sollte bei Eintracht Frankfurt die Ampel langsam mal auf grün springen.

Für den Abstiegsgipfel am Samstag gibt es für Niko Kovac nur ein Ziel: einen Sieg. „Da interessiert es mich nicht, wie wir gewinnen, sondern nur, dass wir gewinnen.“ Ein Selbstläufer, so viel kann er schon versprechen, werde diese Partie gegen den Letzten, den der frühere Frankfurter Trainer Thomas Schaaf anleitet, nicht werden, eher erwartet Niko Kovac „einen Abnutzungskampf“. Die Hannoveraner würden sich sicher „nicht einfach so ergeben“, zuletzt habe ihnen nur „das Quäntchen Glück gefehlt“. Er rechnet damit, dass die Nervosität bei seinem Team eine Rolle spielen werde. Geduld werde man zudem mitbringen müssen.

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Andererseits: Bei allem Lamentieren über die besorgniserregende Lage der Eintracht, die von 26 Bundesligaspielen gerade fünf gewonnen hat (und jetzt aus den letzten acht Spielen am besten weitere vier gewinnen sollte) und einer miserablen Grundstimmung, die nicht viel Hoffnung aufscheinen lässt, sollte eines nicht übersehen werden: Die Eintracht kann den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, und dazu ist es nicht einmal erforderlich, Bayern München, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen zu schlagen. Die Hessen treffen noch auf vier unmittelbare Mitkonkurrenten: auf Hannover 96 und TSG Hoffenheim (jeweils zu Hause) sowie Darmstadt 98 und Werder Bremen (auswärts). Dazu steht das Derby im Stadtwald gegen Mainz 05 an, ein Spiel, das eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Die Eintracht besitzt also eine realistische Chance, den Abstieg in letzter Minute noch zu umgehen. Es sind allemal Gegner auf Augenhöhe oder „machbar“, wie Klubchef Heribert Bruchhagen sagte. Gegner, die man in dieser prekären Situation schlagen muss. Wer sich in diesen Begegnungen durchsetzt, hat es verdient, erstklassig zu bleiben. Wenn nicht, dann hat man in der Bundesliga auch nichts verloren.

Meier fällt weiter aus

Das Problem ist der Trend: Der schlägt im Augenblick komplett gegen Eintracht Frankfurt aus. Derzeit ist wirklich nicht zu erkennen, wie es dieses Team schaffen sollte, noch mindestens drei, besser vier Siege selbst gegen ebenbürdige Widersacher einzufahren? Vom wem könnte ein entscheidender Impuls kommen? Von Alex Meier, so wie es jetzt aussieht, kurzfristig nicht. Am Dienstag trainierte er nicht mit der Mannschaft, nur im Kraftraum. „Er versucht alles, ob es bis Samstag reicht? Da bin ich nicht sicher“, sagt Kovac. Andererseits will er den besten Torschützen auch „nicht verbrennen“ und zu früh einsetzen. „Da müssen wir Obacht geben.“ Realistischerweise könnte Meier für das Hoffenheim-Spiel in Frage kommen – in drei Wochen steigt dann das nächste Endspiel.

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