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Eintracht Frankfurt Vakuum im Eintracht-Kosmos

Es gibt hausgemachte Gründe für den Fehlstart des Frankfurter Bundesligisten. Eine Analyse.

SSV Ulm 1846 - Eintracht Frankfurt
Sehr bemüht, aber sehr unglücklich: Eintracht-Neuzugang Lucas Torro (oben) kann die Erwartungen bisher nicht erfüllen. Foto: dpa

Die Aussagekraft der Vorbereitungsspiele    im Profifußball tendiert nicht immer, aber doch häufig genug gen null, viele Partien in aller Freundschaft sind ein Muster ohne Wert, die den Ernstfall simulieren sollen, aber nicht können. Manchmal aber sind sehr wohl Tendenzen und Strömungen zu erkennen – wenn man die Warnsignale ernst nimmt. Die deutsche Nationalmannschaft etwa ging bei der WM auch deshalb krachend zu Boden, weil sie sich in Sicherheit wähnte. Wenn es darauf ankomme, werde man gewiss das wahre Gesicht und alte Stärke zeigen. Hat dann nicht so gut geklappt. 

Bei Eintracht Frankfurt lief es bisher ganz ähnlich, von den sieben präsaisonalen Begegnungen haben die Hessen nur zwei gewonnen, die allererste gegen den Verbandsligisten Offenburg (7:1) und die andere gegen den Drittligisten Wehen Wiesbaden (6:2). Die letzten beiden Privatkicks verlor die Eintracht gegen Kontrahenten aus Italien, 0:2 gegen FC Empoli, 1:2 gegen SPAL Ferrara. Und so ging es denn auch weiter, als die Vorbereitung endete und die ersten beiden Pflichtspiele anstanden: peinliches 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern, blamables Pokalaus in Ulm. Das frühe Scheitern des Titelverteidigers mag vordergründig eine Sensation sein, doch bei genauerer Betrachtung hatte sich die Schlappe beim Viertligisten angedeutet. 

Das lag nicht nur an den Ergebnissen in der Vorbereitung, sondern an den Leistungen der Mannschaft. In neun Partien der neuen Saison hat die Eintracht genau eine gute Halbzeit gespielt, die zweite in Wiesbaden, da standen im Übrigen acht Akteure auf dem Platz, die am Samstag in Ulm nicht zur Anfangself zählten, zwei davon sind mittlerweile aussortiert und in die Trainingsgruppe zwei gesteckt worden: Marc Stendera und Simon Falette. 

Es ist nicht so, dass diese beiden nun das Niveau derart anheben würden, dass man sich um die Eintracht gar keine Sorgen mehr machen müsste. Aber es bleibt die Frage, weshalb nun insgesamt schon sieben Spieler abgeschoben wurden. Das ist eine Frage des Stils, eine Frage des Umgangs. So etwas gab es bei Eintracht Frankfurt früher nicht, und dass man sich auf eine Stufe mit der TSG Hoffenheim stellt, die sich damals mit ihrer berühmten Trainingsgruppe zwei um Tim Wiese zum Gespött gemacht hatte, wirkt etwas befremdlich. 

Zudem: Mit solch einer Maßnahme sinkt der Marktwert der Spieler, die man ja abgeben will. Und die Verantwortlichen nehmen eine Spaltung des Teams bewusst in Kauf: Es kommt innerhalb der Gruppe nicht gut an, wenn verdiente oder langjährige Mitstreiter ohne ersichtlichen Grund und ohne sich etwas zuschulden haben kommen lassen ausgegrenzt werden. 

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