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Eintracht Frankfurt und Europa Die große Sehnsucht

Eintracht Frankfurt und die Lust auf Europa.

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Nur Fußball im Kopf: Eintracht Frankfurt hat klare Vorstellungen von der Zukunft. Foto: AFP

Und gerade der Pokalsieg, auch wenn er schon länger zurückliegt und durch das blamable Ausscheiden in Ulm auch definitiv im kommenden Jahr nicht zu wiederholen  sein wird, gibt dem Verein einen Schub. Marketingvorstand Hellmann glaubt, dass dieser Triumph den Verein in einem anderen Licht erstrahlen lässt. „Der Pokalsieg ist für uns ein ganz großer Wurf, weil er in eine Zeit fällt, in der der nationale Fußball immer mehr von einigen wenigen Klubs, also zuvorderst Bayern München und Borussia Dortmund, dominiert wird. Sich mit einem Titel durchzusetzen, heißt, diese Klubs hinter sich gelassen zu haben.“ Das sei nicht hoch genug zu bewerten und werde anerkannt. „Mit diesem Rückenwind lässt sich ein wirtschaftlich starkes Umfeld besser bearbeiten“, sagt der 47-Jährige. „Wir spüren diesen Rückenwind, auch in unserer Sponsorenlandschaft in der Region und national. Da ist die Nachfrage nach Beteiligungen oder Teilhaben deutlich gestiegen. Es war auch ein international beachtetes Ereignis, die Reputation im Ausland ist deutlich gestiegen.“ 

Wirtschaftlich zahle sich der erste Titel nach 30 Jahren und die damit verbundene Europa-League-Teilnahme ebenso aus: „Es erlaubt uns, ein gewisses Preisniveau, das wir in den vergangenen Jahren auf stabilem Niveau hatten, nach oben zu schrauben.“

Und natürlich seien die internationalen Auftritte in Frankfurt etwas ganz Besonderes, da lege sich ein spezielles Flair über den Klub. „Das ist magnetisch“, findet der Vorstand. Die Stadt und die Region seien eben international angehaucht, „und man sieht sich dann als Metropolregion auf Augenhöhe mit Paris und London. Dahinter steckt natürlich viel Traum und Wunschvorstellung, aber das projiziert sich auf den Klub. Wir verkörpern die Sehnsucht der Region nach Anbindung an die Welt.“ 

Kontingente ausverkauft - ohne den Gegner zu kennen

Und deshalb rennen die Menschen dem Klub die Bude ein, die Blind-Date-Tickets waren für alle drei Heimspiele binnen zwei Wochen so gut wie ausverkauft, obwohl die Gegner noch gar nicht feststanden. „Das hat es in der Geschichte der Uefa noch nie gegeben, das haben mir die Uefa-Beobachter bestätigt“, sagt Hellmann und folgert stolz: „Wenn die Eintracht international spielt, muss nur das Licht angehen und die Leute kommen.“ 

Deshalb nehme man den Wettbewerb sehr, sehr ernst. „Auch für die gesamte Bundesliga.“ Die hat sich in der vergangenen Saison auf europäischer Bühne bis auf die Knochen blamiert. 
Finanziell wird sich das Abenteuer Europa ebenfalls lohnen. „Der Wettbewerb ist für uns extrem werthaltig und lukrativ. Als gut aufgestellter Mittelklasseklub hast du die Möglichkeiten, den Etat nach oben anzupassen.“ Mit mindestens 15 Millionen Euro zusätzlich kann die Eintracht, defensiv gerechnet, kalkulieren. „Das sind zwei, drei Spieler, die wir dazuholen können. Das ist für Eintracht Frankfurt ein relativ großer Schritt.“ 

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