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Eintracht Frankfurt Trainingstorhüter will spielen

Leon Bätge bekam in den vergangenen beiden Spielzeiten deutlich zu spüren, was es heißt, nur dritte Wahl zu sein. Der Eintracht-Torhüter wechselt ablösefrei nach Würzburg.

Leon Bätge
Darf sich Pokalsieger nennen: Leon Bätge, in den vergangenen beiden Jahren dritter Torhüter der Eintracht. Foto: Hübner

An den 7. Mai 2016 dürfte Leon Bätge gute Erinnerungen haben. Mit 7:2 gewann die U19 der Frankfurter Eintracht damals das abschließende Saisonspiel der Junioren-Bundesliga gegen den SV Darmstadt 98. Bätge stand zwischen den Pfosten, er machte einen guten Job. Er hielt, was zu halten war. Doch es sollten seine letzten Paraden in einem Pflichtspiel für mehr als zwei Jahren sein.

Leon Bätge, mittlerweile 20 Jahre alt, in Wolfsburg geboren und beim dortigen VfL ausgebildet, bekam in den vergangenen beiden Spielzeiten deutlich zu spüren, was es heißt, nur dritte Wahl zu sein. Als er dem Riederwald im Frankfurter Osten entwachsen war, stattete die Eintracht den Torhüter mit einem Profivertrag aus. Hinter der gesetzten Stammkraft Lukas Hradecky und dessen Vertreter Jan Zimmermann reihte sich Bätge als Nummer drei ein – ohne Chancen auf Spielzeit. Überhaupt nur zweimal stand er seitdem wegen Verletzungen oder Sperren seiner internen Konkurrenz bei Bundesligaspielen im Kader, zum Einsatz kam er nicht.

„Wir sehen in Leon großes Potenzial“

Selbst in bedeutungslosen Testkicks summierten sich die Minuten auf dem Rasen kaum, musste doch auch Zimmermann Spielpraxis zwischen den Pfosten sammeln. Und weil die Frankfurter bekanntlich ihre U23-Mannschaft aus dem Spielbetrieb abgemeldet haben, blieb Bätge nur eines übrig: Sein Schicksal als Trainingstorhüter zu akzeptieren.

Nun wagt der 1,88-Meter-Mann einen neuen Anlauf – nicht etwa bei der Eintracht, sondern in Würzburg. Gestern gab der Drittligist die Verpflichtung von Bätge bekannt. Er wechselt ablösefrei zu den Kickers. „Wir sehen in Leon großes Potenzial“, sagt Bätges neuer Trainer Michael Schiele und führt fort: „Er ist sowohl fußballerisch als auch auf der Linie stark und hat sich auf hohem Niveau bei einem Erstligisten weiterentwickeln können.“

Bätge, der zurzeit in Florida mit seiner Partnerin im Urlaub weilt, ersetzt den zweitligaerfahrenen Wolfgang Hesl, der zuletzt aber auch nur Ersatz bei den Kickers war. „Wir dürfen uns auf einen jungen, talentierten und ebenso ehrgeizigen Torhüter freuen“, sagt der Würzburger Vorstandsvorsitzende Daniel Sauer. Die Eintracht wünschte ihrem Schlussmann „alles Gute für die Zukunft“.

Im Kader freilich müssen die Frankfurter nun eine kleine Lücke schließen. Neben Hradecky-Nachfolger Frederik Rönnow (Bröndby IF) werden sie also noch einen zweiten neuen Ballfänger unter Vertrag nehmen. Ihn erwartet ein ähnliches Schicksal wie Bätge – das des Trainingstorhüters.

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