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Eintracht Frankfurt Schwer erziehbar, aber gut

Ante Rebic hat nun dreimal hintereinander getroffen. Trainer Niko Kovac will seinen Landsmann dennoch weiter antreiben.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt
Ante Rebic muss bei der Eintracht hohen Erwartungen gerecht werden. Foto: Peter Steffen (dpa)

Die Geste war eindeutig. Mit weit ausgebreiteten Armen lief Ante Rebic über den   mitgenommenen Rasen in der Hannoveraner Arena, um nach seinem siegbringenden Streich mit den Fingern eine Botschaft auszusenden. Jene, die den bisweilen arg wankelmütigen Profi von Eintracht Frankfurt kritisieren, sollten besser schweigen – das war die Nachricht, die der Matchwinner mit dem Schlussakt in der 90. Minute verknüpfte, der die gesamte Eintracht-Entourage in Feiertagsstimmung versetzte.

Künstlerisch wertvoll, technisch anspruchsvoll und auch sehenswert war es ja allemal, wie Rebic nach einem weiten Schlag von Torwart Lukas Hradecky, einer Brustablage von Sturmkollege Sebastian Haller mit dieser Direktabnahme die einzige Lücke fand und die gewiss nicht unverdiente Entscheidung besorgte. So einer wird – wie Haller nach seinem Seitfallzieher gegen den VfB Stuttgart – eigentlich im Anschluss zumindest vor alle Kameras zum Gespräch geführt. Das sieht das Ablaufprotokoll der Fußball-Bundesliga so vor.

Doch Rebic verspürte am Samstag keinerlei Redebedarf. Selbst am Bezahlfernsehen stapfte der 24-Jährige hernach vorbei wie ein trotziger Schuljunge. Dafür sprach sein Fußballlehrer Niko Kovac über den schwer Erziehbaren: „Er ist mein Landsmann. Ich weiß, was in seinem Kopf vorgeht. Der Treffer gibt ihm Selbstvertrauen, aber er soll nicht denken, dass er jetzt noch weniger machen muss.“ Über die Härte dieser Aussage war der in Berlin geborene Deutsche-Kroate zunächst selbst verwundert. Er wollte aber deutlich machen: Der zehnfache kroatische Nationalspieler könne es noch besser machen: „Wenn er sein Potenzial abruft, gehört er hier auf seiner Position zu den Top Ten. Man muss ihn ab und zu pieksen.“

Die richtigen Motivationsspritzen

Offenbar verabreicht Kovac Rebic dieser Tage die richtigen Motivationsspritzen. Es gab intern „klare Ansagen“, sagte Kovac, auch was die Zahl seiner Tore angeht. „Ich erwarte von ihm nur das, was er kann.“ Er hat seine Nummer vier bei RB Leipzig eingewechselt, wo Rebic sein erstes Saisontor schoss. Es folgte das zweite gegen den VfB Stuttgart. Und nun gleich das dritte bei Hannover 96. Damit steht er bei sechs (Teilzeit-)Einsätzen schon besser da als nach 24 Bundesligaspielen in der Vorsaison. Da standen in der Bilanz für einen Angreifer seiner Veranlagung kümmerliche zwei Tore.

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