Lade Inhalte...

Eintracht Frankfurt Schippe draufgelegt

Eintracht Frankfurt geht die wegweisende englische Woche energisch an. Stürmer Haris Seferovic hat seine Fehler eingesehen.

Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Haut sich wieder rein: Haris Seferovic (links), im Duell mit David Abraham. Foto: Jan Huebner

Am Dienstag, nach der morgendlichen Trainingsarbeit bei ziemlichen Schmuddelwetter, hat Haris Seferovic nicht nur noch eine paar Sonderschichten eingelegt und am Torschuss gefeilt. Nein, der Schweizer hat hinterher sogar noch die Bälle eingesammelt und den schwarzen Ballsack in die Kabine geschleppt. Bisher ist der 24-Jährige mit solchen Arbeiten nicht sonderlich auffällig geworden bei Eintracht Frankfurt, aber es hat den Anschein, als habe der zum Rückrundenauftakt in Ungnade gefallene Angreifer etwas begriffen.

Nach Wochen der Sprachlosigkeit hat er sich mal wieder zu Wort gemeldet. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: „Es ist viel passiert in den letzten Wochen. Ich habe meine Sachen eingesehen und meine Konsequenzen gezogen.“ Zudem postete der Stürmer Fotos, die ihn bei Zusatzschichten mit einem Fitnesstrainer zeigen. „Habe mich entschieden, zusätzlich eine Schippe drauf zu legen“, schrieb der Schweizer Nationalspieler. „Ich kämpfe um meine Chance und warte drauf. Ich bin bereit und glaube an uns.“ Seine Vorstellung am Freitagabend gegen den Hamburger SV war auch fußballerisch schon ein erster richtiger Schritt zurück in die Spur.

Chancen auf die EM-Teilnahme

Womöglich hat der Stürmer ja eingesehen, dass er nur mit Leistung einerseits wieder ins Frankfurter Team zurückkehren kann und damit andererseits auch seine Chancen steigert, bei der Europameisterschaft in Frankreich zum Kader der Schweizer Nationalmannschaft zu gehören. In diesem Zusammenhang war es sicherlich auch nicht verkehrt, dass der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic dieser Tage in Frankfurt weilte, Zeuge der Partie am Freitag wurde und mit Seferovic das Gespräch gesucht hatte. „Wenn er Frankfurt hilft, hilft er automatisch auch der Nationalmannschaft und kann eine gute EM spielen“, ließ sich Petkovic dem Schweizer Internetportal bluewin zufolge zitieren.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

Auf einen motivierten Haris Seferovic kann Eintracht Frankfurt in der momentan so prekären Lage kaum verzichten. Und es spricht eine Menge dafür, dass der Mann, der bislang nur drei Tore erzielt, immerhin aber fünf Vorlagen gegeben hat, am Sonntag gegen Schalke (19.30 Uhr) in der Anfangsformation steht. Natürlich will sich Trainer Armin Veh in dieser Personalie genauso wenig in die Karten schauen lassen wie bei der Frage, ob Bastian Oczipka nach seiner Gelbsperre auf seinen angestammten Platz links hinten zurückkehrt oder ob Vertreter Makoto Hasebe, der gestern nur Runden lief, auf dieser Position bleibt. Der Japaner hatte sich nämlich überraschend gut aus der Affäre gezogen. „Dazu ist es jetzt noch zu früh. Am Donnerstag werden wir einiges testen. Es muss ja alles passen, wenn man nicht eins zu eins wechselt“, verriet der Fußballlehrer nur. Im übrigen fehlten am Dienstag auch Rechtsverteidiger Yanni Regäsel, Szabolcs Huszti und Luca Waldschmidt, alle leicht verschnupft.

Schalke europäisch im Stress

Eintracht Frankfurt steht dessen ungeachtet vor einer wegweisenden englischen Woche, zwar mit zwei Heimspielen, aber auch gegen Gegner, die im oberen Drittel der Tabelle beheimatet sind: Schalke am Sonntag ist aktuell Sechster, Hertha BSC, Gegner am kommenden Mittwoch, gar Dritter. Da könnte sich der Druck des Gewinnen-Müssens vor dem Heimspiel am übernächsten Samstag gegen den FC Ingolstadt geradezu dramatisch zuspitzen. Schalke, so viel ist sicher, wird ein härterer Brocken als Hamburg, auch wenn die Knappen am morgigen Donnerstag noch in der Europa League ranmüssen, und zu Hause gegen Schachtjor Donezk (Hinspiel: 0:0) sicherlich Kräfte lassen werden. Das hat unlängst der Ex-Eintrachtler im Schalker Tor, Ralf Fährmann, festgestellt. Gegen den VfB Stuttgart (1:1) habe man ab der 65. Minute nachgelassen, weil „wir durch das Donezk-Spiel viele Körner gelassen haben“. Aber wird das der verunsicherten Frankfurter Mannschaft wirklich helfen?

Dessen ungeachtet hat sich der wegen seiner Fan-Kritik angefeindete Trainer Veh vorgenommen, nicht zu viel preis zu geben. „Manchmal“, sagte er am Dienstag, „ist es im Leben besser, nichts zu sagen.“ Wer will, kann das als Einsicht auffassen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum