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Eintracht Frankfurt - SC Freiburg Eintracht Frankfurt lässt zwei Punkte liegen

Eintracht Frankfurt verschenkt zum Rückrundenauftakt einen schon sicher geglaubten Sieg und muss sich mit einem 1:1 (1:0) gegen den SC Freiburg begnügen.

Eintracht Frankfurt - SC Freiburg
Frankfurts Torschütze Sebastien Haller (M) jubelt mit Branimir Hrgota und Mijat Gacinovic (r) über das 1:0 . Foto: Fabian Sommer (dpa)

Kevin-Prince Boateng, der mit Abstand beste Frankfurter Fußballer, hätte es ganz zum Schluss noch zum Guten wenden können. Es war nicht viel verlangt von einem mit seinen herausragenden fußballerischen Qualitäten, so einen Querpass spielt einer wie er normalerweise nachts um halb vier im Schlafanzug und in Pantoffeln. Er hätte, vielleicht drei, vier Minuten vor Ultimo, die Kugel nur rüber auf den mitgelaufenen Mijat Gacinovic passen müssen, ein Kinderspiel eigentlich. Doch Boateng schaffte es nicht, der Freiburger Abwehrspieler Caglar Söyüncü grätschte dazwischen, die Chance zum Siegtreffer war dahin. So musste Eintracht Frankfurt mit einem dünnen 1:1 gegen einen stark ersatzgeschwächten SC Freiburg vorlieb nehmen.

Eintracht Frankfurt hat damit zwei Punkte leichtfertig vergeben, mit einem Sieg wären die Hessen zumindest vorübergehend auf dem dritten Tabellenplatz gelandet. „Da war viel mehr drin“, sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac hinterher. Er konnte nur mit Mühe seinen Zorn und seine Enttäuschung verbergen. „Ich bin maßlos verärgert. Ich bin stinkig. Das hätten wir nicht mehr verspielen dürfen.“

 

 

In der Tat Iieferten die Gastgeber in der ersten Halbzeit eine prima Leistung ab, vor allem überzeugten sie dieses Mal auch spielerisch. Das sah lange Zeit sehr gefällig aus, offenkundig war, dass die Frankfurter gewillt waren, Fußball zu spielen. „Ich bin glücklich, wie wir in den ersten 45 Minuten gespielt haben“, sagte Trainer Kovac. Das lag ganz entscheidend am Comeback von Omar Mascarell, der erstmals wieder seit dem Pokal-Halbfinale gegen Borussia Mönchengladbach im April dieses Jahr auf dem Platz stand. Und er avancierte gleich zum überragenden Mann, zumindest n der ersten deutlich besseren Halbzeit. Alles, was an gefährlichen Situationen vor das Freiburger Tor kam, hatte beim Spanier seinen Ursprung. Schon nach zehn Minuten hatte er Sebastien Haller auf die Reise geschickt, sein Schuss wehrte Torwart Alexander Schwolow ab, ebenfalls den Nachschuss des anstelle des erkälteten Ante Rebic aufgebotenen Branimir Hrgota. Und auch beim 1:0 durch Haller (28.) war Mascarell der Initiator: Seinen feinen Pass köpfte Linksverteidiger Timothy Chandler in die Mitte, wo Haller die Kugel mit langem Bein ins Tor spitzelte. „Omar war richtig klasse“, lobte Eintracht-Vorstand Fredi Bobic. „Wenn man bedenkt, wie lange er nicht mehr dabei war, um dann solche 90 Minuten abzureißen – Hut ab. Tolles Comeback.“ Der Spieler selbst war natürlich mit seiner persönlichen Leistung „sehr zufrieden“, vor allem, weil er die Partie spielen und beenden konnte, „ohne Schmerzen oder Beschwerden“ an der operierten Achillessehne. Dieses Gefühl hatte er lange nicht gehabt. Nur mit dem Ergebnis haderte auch er. „Wir hätten drei Punkte verdient gehabt. Fußball ist ungerecht.“ Aber die alte Weisheit bewahrheitete sich wieder: Wer aus der Vielzahl seiner Tormöglichkeiten kein Kapital schlägt, hat am Ende das Nachsehen.

Eine Aktion genügt

Dem SC Freiburg, fast mit dem letzten Aufgebot angetreten, genügte im Grunde eine gute Aktion zum Punktgewinn: Nach ihrer ersten Ecke (51.) kamen sie durch einen Kopfball von Robin Koch zum Ausgleich. Danach plätscherte die Partie so dahin, erst in den letzten zehn Minuten kamen die Gastgeber noch mal leidlich gefährlich vors Freiburger Tor- ohne Erfolg freilich.

Es war erstaunlich, wie sich Eintracht Frankfurt nach dieser guten ersten Hälfte das Spiel aus der Hand nehmen ließ. Als hätte jemand in der Halbzeitpause den Stecker gezogen, lief bei den Hessen in der zweiten Halbzweit wenig bis gar nichts mehr zusammen. Die Gäste attackierten ein wenig aggressiver, liefen die Frankfurter früher an – das reichte, um die Eintracht zu verunsichern, so dass sie komplett ihre Linie zu verlor. Und im Verlauf des Spiels dann auch nicht mehr fand. Und weil die Hessen es versäumten, in der guten ersten Halbzeit ihre Möglichkeiten zu nutzen, blieb nach 90 Minuten eben „dieser bittere Beigeschmack“, wie Mascarell sagte. Andererseits scheint sich Eintracht Frankfurt genau da einzupendeln, wo man sie auch verortet hätte, irgendwo im Mittelfeld der Tabelle. Die Hessen sind einfach nicht besser, sonst hätten sie einen derart harmlosen Gegner wie den Sportclub an diesem Samstag in die Schranken. gewiesen. Nach Europapokalplätzen zu schielen verbietet sich nach diesem Auftritt, ohnehin hat Trainer Kovac nie etwas anders ausgegeben, als möglichst schnell ausreichend Boden auf die Abstiegsränge zu gewinnen.

Eintracht-Vorstand Fredi Bobic immerhin wusste, warum die Mannschaft am Samstag auch schwächelte. Es habe, unter anderem, am schlechten Zustand des Rasens gelegen, „einem Scheißplatz“. „Wenn du gut Fußball spielen willst, dann kannst du das nicht auf diesem Acker. Das ist kein Platz für ein Heimspiel“, zürnte Fredi Bobic. Der für das Stadion verantwortliche Manager Patrik Meyer entgegnete, er habe in der vergangenen Woche die Eintracht schriftlich darauf hingewiesen, dass in der nächsten Woche der Rasen ausgetauscht werde. „Diese Kritik haben wir geahnt. Dieses Spiel wird den Platz ruinieren“, sagte Meyer. Vorher habe man den Rasen wegen des tagelangen Regens aber nicht austauschen können.

Trainer Kovac freilich empfand das Geläuf weniger gravierend. „Für mich war der Platz in Ordnung.“ Zudem mussten beide Mannschaften drauf spielen.

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