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Eintracht Frankfurt reagiert Ende der Fahnenstange für Schildenfeld

Armin Veh zieht Konsequenzen aus der Niederlage in Paderborn. Der Eintracht-Trainer sortiert Gordon Schildenfeld aus und verabschiedet sich von der Illusion, dass die Eintracht mit Siebenmeilenstiefel dem Wiederaufstieg entgegenstrebt. Mit Videokolumne "Volltreffer".

28.02.2012 18:27
Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Er will gehen: Gordon Schildenfeld. Foto: S. Krieger

Am Tag danach bat Armin Veh zu einer ungewöhnlichen Form der Spielnachbearbeitung: der Trainer von Eintracht Frankfurt ließ die Versager von Paderborn sprechen. Nicht alle. Er sprach den einen oder anderen ganz persönlich an, wollte wissen, wie es zu einer solchen Nicht-Leistung hatte kommen können. Und er war mit den Antworten zufrieden: „Sie wissen, was sie nicht richtig gemacht haben. Es war eine gute Analyse.“

Tiefer wollte der Trainer nicht gehen, vermutlich wollte er seine Spieler schützen.

Eines war klar: Für Gordon Schildenfeld, den heillos überforderten Destabilisator der Frankfurter Abwehr, hat das Spiel in Paderborn unmittelbare Folgen. Er wird seinen Platz im Team verlieren.

Schildenfeld zu oft unsicher

„Irgendwann ist Ende der Fahnenstange“, sagte Veh tief enttäuscht am Montag. 23 Spiele lang hatte der Kroate mehr schlecht als recht spielen dürfen, keine Sekunde hat er gefehlt, obwohl er oft einen unsicheren Eindruck hinterlassen hatte. Er scheint dem Tempo in der zweiten Liga nicht gewachsen zu sein.

Die Eintracht hat Schildenfeld im vergangenen Sommer erst verpflichtet. Der Kroate kam im Juli von Sturm Graz. Mit einer Ablösesumme von einer Million Euro ist Schildenfeld bislang der teuerste Neuzugang der Eintracht unter Bruno Hübner.

Schildenfeld absolvierte nach der Winterpause zwei gute Spiele, doch Veh kreidete ihm bereits zwei krasse Fehler gegen den Lokalrivalen FSV an. „Und dann gab es immer noch die Hinrunde.“ Veh hat die Geduld verloren mit dem 26-Jährigen, der einen Vertrag bis 2014 besitzt. Für ihn könnte Martin Amedick spielen.

Oder Heiko Butscher rückt ins Zentrum.

Eintracht verpasst Gelegenheit

Was Veh so ernüchtert, ist, dass er sich von der ? insgeheim gehegten ? Vorstellung verabschieden musste, seine Mannschaft könne mit Siebenmeilenstiefel dem großen Ziel Wiederaufstieg entgegenstreben. Das wird sie definitiv nicht. Veh sagt: „Es wird ein ganzes enges Ding.“

Durch das 2:4 hat Eintracht Frankfurt die Gelegenheit verpasst, „einen großen Sprung“ (Veh) zu machen und die Konkurrenz auf Distanz zu halten.

Bei einem Sieg hätte Paderborn sechs Punkte Rückstand auf die Hessen gehabt, jetzt sind es nur ein paar Törchen. Dazu kommt: Weiterhin hinterlässt die Konkurrenz einen sehr stabilen Eindruck.

Veh will seine Mannschaft dennoch nicht an die Kandare nehmen.

Extra- oder Sondertraining wird es keines geben, am Dienstag ist frei. Alles geht seinen gewohnten Gang. „Aktionismus mache ich nicht. Wenn ich eine Mannschaft hätte, die faul ist, oder ich das Gefühl hätte, ihr ginge alles am Arsch vorbei, dann müsste ich zu solchen Maßnahmen greifen.“

Das sei aber nicht der Fall. „Wir haben einfach einen rabenschwarzen Tag erwischt.“

Schwegler kehrt zurück

Veh räumte ein, dass sich das Team durch die Lobhudelei der letzten Wochen, die freien Tage und einige Homestories hat einlullen lassen. Mittelfeldmann Matthias Lehmann versprach: „So etwas wird nicht mehr passieren.“

Der Frankfurter Trainer wird nun zwar Korrekturen vornehmen, aber nicht alles über den Haufen werfen. „Wir können uns keine Experimentierphase erlauben, wir haben keine Zeit.“ Als sicher gilt, dass Kapitän Pirmin Schwegler am nächsten Sonntag gegen Energie Cottbus ins Team zurückkehrt.

Abu endlich da

Schwegler hätte in Paderborn auf der Bank sitzen sollen, doch im Abschlusstraining war ihm Karim Matmour mit den Stollen auf den gebrochenen Zeh getreten. Schwegler brach das Training ab und ließ sich umgehend im Krankenhaus röntgen: Der Zeh war okay. „Das war der Härtetest“, sagte Veh, da konnte er schon wieder lächeln. Der Schweizer sagte die Partie in Paderborn vorsichtshalber ab.

Ob Mohamadou Idrissou ebenfalls ins Team kommt, ist weiter offen. Denn seine Auftritte waren zuletzt eher dürftig. „Wenn er reinkam, war er nicht gerade überzeugend.“ Veh steckt in einem Dilemma: Eigentlich benötigt der Kameruner Spielpraxis, doch seine Leistungen zuletzt sprechen gegen eine Einsatz.

Derweil ist Mohamed Abu, der Neue von Manchester City, in Frankfurt angekommen. Er hat gestern mittrainiert, hat sogar eine Spielberechtigung. Eine Rolle wird er aber nicht spielen

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