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Eintracht Frankfurt Raus aus dem Denkgefängnis

Eintracht Frankfurt steht nach der zufriedenstellenden Hinrunde vor der Grundsatzfrage: Alles auf Angriff oder eher kontrollierte Offensive?

1. FC Heidenheim vs Eintracht Frankfurt
Pokal-Torschützen unter sich: Mijat Gacinovic (rechts) erzielte das 1:0, Sebastien Haller das siegbringende 2:1. Foto: rtr

Einen ganzen Tag haben sie rausgeschlagen, die Berufsfußballer der Frankfurter Eintracht. Immerhin. Durch den mühselig erkämpften Viertelfinaleinzug beim 1.FC Heidenheim dürfen sich die Spieler „eine kleine Pokalprämie“ (Sportdirektor Bruno Hübner) abholen: Der knapp bemessene Winterurlaub verlängert sich um sage und schreibe 24 Stunden, die Mannschaft muss erst am 29. und nicht, wie ursprünglich geplant, bereits am 28. Dezember zum Winterdienst antreten. Dafür stehen dann direkt zwei Trainingseinheiten an.

In der Kürze der Zeit werden die Fußballer ihre Akkus gewiss nicht wieder vollständig aufladen können, die Hinrunde war intensiv und arbeitsreich, Trainer Niko Kovac ist bekannt dafür, seinen Spielern eine ganze Menge abzuverlangen. Körperlich wie geistig. Die Anstrengungen haben sich gelohnt, in der Bundesliga überwintert die Eintracht auf Rang acht, im Pokal hat sich der Vorjahresfinalist schon wieder bis in die Runde der letzten acht gehievt.

„Das war unser Ziel“, sagte Kovac, der eine erste Bilanz zog: „Insgesamt war es eine gute Hinserie, die Mannschaft arbeitet unheimlich gut. Ich bin zufrieden. Wir haben 2017 gut abgeschlossen und wollen das 2018 bestätigen. Ich habe die Rückrunde schon im Kopf. Wir wollen noch besser werden.“ Auf alle Fälle gilt es, einen Absturz wie vor einem Jahr zu vermeiden.

Von den nackten Ergebnissen war die erste Saisonhälfte in der Tat eine runde Sache, zufriedenstellend allemal. Spielerisch aber liegt einiges im Argen, die Partien mit Frankfurter Beteiligung sind selten vergnügungssteuerpflichtig, eher zäh und langatmig, dafür taktisch hochwertig und von eisernem Willen geprägt. Die Pokalpartie in Heidenheim war dafür das Paradebeispiel, eine Art Spiegelbild der gesamten Saison: spielerisch dürftig, aber mit viel Leidenschaft und Behauptungswillen. Die Eintracht-Spiele ähneln sich – da ist es fast schon egal, ob der Gegner ein Topklub der Beletage oder ein Kellerkind der zweiten Klasse ist.

Großklubs alle oben

Dass im Team durchaus fußballerische Qualität schlummert, sieht man an den herausgespielten Toren, die sind fast allesamt hochwertig, entweder in der Entstehung oder im Abschluss oder in beidem. Doch das Potenzial wird zu selten abgerufen, stattdessen Risikominimierung betrieben. Das ist nicht schön, aber erfolgreich.

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