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Eintracht Frankfurt Peter Fischer legt gegen AfD nach

Eintracht-Präsident Peter Fischer bleibt im Streit mit der AfD konsequent und spricht auf der Mitgliederversammlung über die rassistischen Ausfälle der Partei.

28.01.2018 13:24
Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt
Eintracht-Präsident Peter Fischer will immer noch keine AfD-Anhänger in seinem Verein. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Kein Platz für Rechtsaußen: Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer hat eindringlich bekräftigt, keine Mitglieder der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in seinem Verein haben zu wollen. „Ich nehme nichts von meinen Aussagen zurück“, sagte der 61-Jährige am Sonntag während der Mitgliederversammlung. Im Sportleistungszentrum am Riederwald brandete tosender Applaus auf.

Zwar werde der Stammverein des Fußball-Bundesligisten das Wahlverhalten seiner Mitglieder nicht überprüfen. „Wir erwarten aber, dass sich jeder dieser kritischen Selbstprüfung unterzieht“, sagte Fischer: „Darauf haben die Mitglieder von Eintracht Frankfurt einen Anspruch.“ Er selbst werde stets seine „klare Haltung gegen Ausländerfeindlichkeit, Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus“ beibehalten.

Fischers Grundsatzrede war ein wochenlanger Streit mit AfD-Funktionären vorausgegangen. Gegen den Eintracht-Präsidenten wurde Anzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt, weil er im Hessischen Rundfunk gesagt hatte: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. So lange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“

Die AfD nahm die Gelegenheit zur Empörung dankbar an. Neben der Anzeige stellten die AfD-Landessprecher Klaus Herrmann und Robert Lambrou Anfang Januar provokativ Mitgliedsanträge bei der Eintracht.

„Was ist das für ein Demokratieverständnis?“, fragte Lambrou. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel twitterte: „Irgendwie belustigend, zu was sich drittklassige Proleten eines Fußballvereins so äußern.“

Fischer legte gegen die AfD-Führungsriege nach. Er zählte die rassistischen Ausfälle in der Partei einzeln auf. Am bekanntesten ist unter anderem die „Nachbar-Affäre“ von AfD-Bundessprecher Alexander Gauland gegen Nationalspieler Jerome Boateng, Halbbruder von Eintracht-Profi Kevin-Prince Boateng.

„Es spielt keine Rolle, was im Parteiprogramm steht, wenn Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung derart befeuert werden“, sagte Fischer: „Unsere Satzung sagt dazu ganz klar: Wehret den Anfängen!“ Wie, fragte er, „soll es zusammenpassen, auf der einen Seite ein Willensbekenntnis zu unserer Satzung abzugeben und gleichzeitig eins zu der von den AfD-Spitzenfunktionären propagierten Gesinnung? Das ist unvereinbar!“

Niemand werde gezwungen, Mitglied von Eintracht Frankfurt zu werden. „Wer aber beitritt, gibt eine Selbstverpflichtung ab, unsere Werte zu beachten“, sagte Fischer: „Und diese treffen eine fundamentale Aussage: Der Sport oder das Fan-Dasein dienen nicht dem Selbstzweck, sondern dem friedlichen, diskriminierungsfreien Zusammenleben aller Menschen. Rassismus und Diskriminierung gehören zu den Gründen für einen Ausschluss aus diesem Verein.“

Ganz klar zu diese Werten bekannte sich am Sonntag auch Eintracht-Trainer Niko Kovac, der eine lebenslange Mitgliedschaft einging. „Ich habe mich dafür entschieden, weil es meine erste Trainerstation in der Bundesliga ist. Das ist eine ganz besondere Ehre für mich“, sagte der Coach: „Mit dieser lebenslangen Mitgliedschaft möchte ich meine Zugehörigkeit zu Eintracht Frankfurt demonstrieren. Ich werde die Eintracht immer in meinem Herzen tragen.“ (sid) 

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