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Eintracht Frankfurt Niederlage ist kein Beinbruch

Die erste Niederlage seit langem gegen Wolfsburg wird Eintracht Frankfurt nicht umwerfen. Am bislang so erfolgreichen Offensivkonzept hält Trainer Adi Hütter fest.

Eintracht Frankfurt
Lässt sich auch von derben Tritten nicht von seinem Weg abbringen: Makoto Hasebe, bester Frankfurter seit Wochen. Foto: jan hübner

Am Tag nach der ersten Niederlage seit mehr als neun Wochen war Danny da Costa wieder dort, wo er und seine siegreichen Kollegen zuletzt von Zehntausenden begeisterter Fans gefeiert worden war. Der Immerspieler bei Eintracht Frankfurt war am Montagabend, 24 Stunden nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg, prominenter Gast bei der Verleihung des traditionsreichen „Schlappekicker-Preises“ der FR im Römer, nur auf den Balkon ging es dieses Mal nicht, anders als noch im Mai dieses Jahres nach dem Pokaltriumph.

Da Costa ist ja mittlerweile so etwas wie der Außenminister der Frankfurter Fußballer, durchaus gehaltvoll, unterhaltsam und pfiffig am Mikrofon, aber auch er konnte dieses Spiel trotz aller Eloquenz im Nachhinein nicht mehr gewinnen. Irgendwann, so die vorherrschende Meinung in der Kabine, reiße halt jede Serie einmal, auch eine, die Eintracht Frankfurt durch elf Begegnungen ohne Niederlage bei 31 von 33 möglichen Punkten getragen hatte. Schade sei allenfalls, dass es in einem Heimspiel passiert war und dass die Hessen den Sprung auf Platz zwei verpasst haben, dorthin, wo sie zuletzt im Oktober 2012 standen. Es war Schlussmann Kevin Trapp, der die Richtung vorgab: „Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen.“

Diese Niederlage, die erste seit dem 26. September gegen Borussia Mönchengladbach (1:3), wird Eintracht Frankfurt ganz sicher nicht aus der Bahn werfen. Denn es war ja nicht so, dass die Hessen eingebrochen wären oder gegen einen turmhoch überlegenen Gegner verloren hätten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, ein Duell zweier gleichstarker Teams und beileibe „kein Spiel, in dem wir klar schlechter waren“, wie Trainer Adi Hütter hinterher analysierte. Ein Unentschieden hätte im Grunde genau dem Leistungsstand entsprochen, aber vermutlich war letztlich die fehlende Frische und die mangelnde Spritzigkeit, auch mental, ausschlaggebend. Insgesamt, brachte Hütter die Frankfurter Malaise an diesem Abend auf dem Punkt, waren „wir nicht so griffig“.

Tatsächlich waren es keine großen Unzulänglichkeiten, die sich ins Frankfurter Spiel eingeschlichen hatten und womöglich eine grundsätzliche Umorientierung erfordert hätten. Eher Kleinigkeiten, ein Prise Sorglosigkeit vielleicht. „Ich weiß gar nicht, ob wir so viel falsch gemacht haben“, sagte Trapp. Es ging um Nuancen, um zu leichte Ballverluste, gerade vor den beiden Toren, und um Unaufmerksamkeiten. Das Passspiel war dieses Mal eher „schlampig“ (Hütter), auch die Ballsicherheit habe gefehlt. Der Spielaufbau war nicht sehr zielorientiert, die drei torgefährlichen Stürmer wurden zu selten mit guten Bällen gefüttert. Den Zuspielen aus dem Zentrum fehlte die Präzision. Dazu gewannen die Frankfurter deutlich weniger zweite Bälle, sie hatten also immer wieder Schwierigkeiten, die Partie unter Kontrolle zu bekommen.

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