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Eintracht Frankfurt Mit und ohne Rucksack

Die Formkurven der Eintracht-Angreifer Sebastien Haller und Ante Rebic könnten unterschiedlicher kaum sein.

Fussball DFB Pokal 1/4 Finale, Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05
Das Frankfurter Sturm-Duo Ante Rebic (links) und Sebastien Haller beim gemeinsamen Torjubel, Rebic hatte getroffen. Foto: Jan Hübner

Als Sebastien Haller am Samstag, gut sieben Minuten vor dem Schlusspfiff, vom Feld gewinkt wurde, zu spät eigentlich, da gab es im weiten Oval ein kollektives Aufatmen, vereinzelte Pfiffe waren auch darunter. Aber die Reaktion der Zuschauer machte deutlich, dass Haller kein wirklich gutes Spiel gemacht hat. Sekunden vor seiner berechtigten Auswechslung hatte er noch eine prima Gelegenheit versiebt, von Ante Rebic wunderbar freigespielt, aber allein vor Torhüter Philipp Tschauner bekam er den Ball nicht im Tor unter. „Im Training“, sagte Trainer Niko Kovac hinterher, „macht er den blind“. Beim Abgang umarmte der Coach seinen Torjäger außer Dienst, herzlicher als sonst. „Es ist schade, dass er sich nicht belohnt hat mit einem Tor“, sagte Kovac später.

Wobei „belohnen“ ein Euphemismus darstellte, denn Haller war im Verlauf dieser 83 Minuten im Grunde nicht viel gelungen. Zumindest nicht, wenn der Ball im Spiel war. Er verlor ihn regelmäßig, dribbelte mit der Kugel ins Aus. Insgesamt wirkte er sehr ungelenk, fast pomadig, vieles ging viel zu schnell für den Franzosen. Er ist kein Kombinationsspieler, er hat technische Probleme, auch wirkte er körperlich nicht besonders frisch. Hinterher verteidigte Kovac seinen Angreifer, hob seine läuferischen Qualitäten hervor, Stürmer bei Eintracht Frankfurt sei kein Zuckerschlecken, das hätten schon Haris Seferovic oder Alex Meier erfahren müssen. „Er muss viel arbeiten, Stürmer sind die ersten Verteidiger“, sagte der Fußballlehrer. Aber ein bisschen ist das auch ein vergiftetes Lob, wenn Stürmer für ihre Defensive gepriesen werden, Stürmer werden an Toren gemessen, an Vorlagen, an torgefährlichen Szenen.

Haller ist immer noch bester Schütze

Aber natürlich hat auch Niko Kovac längst erkannt, dass Haller aktuell außer Tritt ist. Das ist nicht mehr der Haller, der nach anfänglichen Anpassungsproblemen wunderschöne Tore erzielt hat. Der mit acht Bundesligatoren (und deren vier im Pokal) immer noch beste Frankfurter Schütze lässt derzeit auch jede Torgefahr vermissen. Eine Chance gegen Hannover, ein Kopfball gegen Köln - ansonsten kommt Haller kaum noch zu einem Torschuss. Seinen letzten Treffer hat der 23-Jährige beim 3:1-Sieg in Wolfsburg erzielt, vor sechs Wochen. Seitdem zeigt seine Formkurve rapide nach unten.

Als Ante Rebic am Samstag, zwei Minuten vor dem Schlusspfiff, vom Platz geholt wurde, zu früh eigentlich, da erhob sich das Publikum im weiten Oval des Stadions und applaudierte stehend. Die Zuschauer huldigten einem Mann, der wie kein Zweiter bei Eintracht Frankfurt Aggressivität, Dynamik und schiere Kraft verkörpert. Rebic ist eine Maschine, er hat auf dem Platz eine Physis, die seinesgleichen sucht. Zu stoppen ist der kroatische Nationalspieler mit fairen Mitteln kaum, hat er erst einmal Fahrt aufgenommen. Die FR hat ihn einst „Wuchtbrumme“ getauft, sein Tempo ist atemraubend, dazu bringt er eine Kraft auf den Rasen, gegen die kaum ein Kraut gewachsen ist. „Es ist gut, einen wie Ante Rebic in seiner Mannschaft zu haben“, hat Kovac seinen nicht leicht zu zähmenden Landsmann umschrieben. „Für Gegner ist es immer schwer, gegen ihn zu spielen.“ 

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