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Eintracht Frankfurt Mit bewährter Taktik nach Köln

Eintracht Frankfurt reist mit gemischten Gefühlen zum Tabellenletzten 1. FC Köln. Der letzte Sieg gegen die Rheinländer liegt allerdings schon lange zurück. Stürmer Sebastien Haller bleibt im Team.

Eintracht Frankfurt
Trotz Torflaute ist Sebastien Haller im Eintracht-Angriff gesetzt. Foto: dpa

Der 1. FC Köln, man muss es in dieser Deutlichkeit sagen, ist nach vier Spieltagen der schlechteste Klub der Bundesliga: Alle vier Spiele verloren, die meisten Gegentore (zwölf) kassiert, die wenigstens (eins) geschossen, Tabellenplatz 18, und am Sonntagabend nach allen Regeln der Kunst von Borussia Dortmund abgeschossen. Auch wenn die Kölner offiziell Protest gegen die Wertung dieser Partie eingelegt haben, wiegt der Rucksack einer 0:5-Klatsche schwer. Dazu passt die kleine Meldung, wonach ihr mit Abstand bester Torschütze des vergangenen Jahres, Anthony Modeste, gerade im fernen Tianjin in China seinen ersten Doppelpack geschnürt hat. Der Stürmer hatte mit seinen 25 Toren einen erheblichen Anteil am Höhenflug des 1. FC Köln in der vergangenen Saison – und diese 25 Buden fehlen jetzt.

Man kann sich in etwa vorstellen, wie es um die Gemütslage der Kölner steht, wenn am morgigen Mittwoch Eintracht Frankfurt zum fälligen Bundesligaspiel kommt (18.30 Uhr). Gegen wen, wenn nicht gegen die ebenfalls nicht sonderlich gut gestartete Eintracht, wollen die Rheinländer denn zu Hause gewinnen? Noch dazu, da sich Eintracht Frankfurt in der letzten Jahren einen Namen gemacht hat, indem es regelmäßig darbende und am Boden liegende Klubs selbstlos auf die Beine half. Gerade gegen Tabellenschlusslichter tun sich die Hessen traditionellerweise schwer, und da ist es meist auch egal, wie groß die Krise war, in denen sich diese Klubs zuvor befanden.

Auch Eintracht Frankfurt, diese international so bunt zusammengepackte Wundertüte, fährt nicht gerade mit der breitesten Brust ins Rheinland. Die zwei Heimniederlagen passen den Hessen so überhaupt nicht ins Konzept, vier Punkte aus vier Spielen gegen Leichtgewichte aus der Liga sind allenfalls so lala. Dazu kommt, dass die Trauben für die Eintracht in Köln schon immer extrem hoch hingen; Den letzten Sieg, noch im alten Müngersdorfer Stadion, errangen die Frankfurter vor 23 Jahren, am 34. Spieltag der Saison 1993/94 schlugen sie den 1. FC Köln mit 3:2, (Tore: zweimal Ralf Weber, Anthony Yeboah) und schafften damit noch den Einzug in den Uefa-Pokal. Danach gab es in den folgenden 14 Begegnungen drei Unentschieden, die restlichen Partien wurden allesamt verloren. Nicht die besten Voraussetzungen also für Mittwoch.

Immerhin dürfen die Frankfurter auswärts antreten, das „lieben“ sie in dieser noch jungen Runde offenbar mehr, sagt der Torwart Lukas Hradecky, der auswärts noch eine weiße Weste hat. Dann können die Frankfurter endlich wieder ihren geliebten Beton anrühren, können die Räume verdichten, dürfen ungestraft mit fünf Mann in der Kette verteidigen und noch drei davor abräumen lassen. Und hoffen, dass vorne einer trifft.

Eintrachts Fünferkette hat sich bewährt

Tatsächlich würde es jetzt wenig Sinn ergeben, die taktische Ausrichtung grundsätzlich zu ändern. In Auswärtsspielen hat sich die Fünferkette mit drei Mittelfeldspielern ja durchaus bewährt, wie das 0:0 in Freiburg und der 1:0-Sieg in Mönchengladbach zeigten. Allenfalls personell könnte es Veränderungen geben. Makoto Hasebe ist in der Kette als freier Mann wertvoller. Ohnehin scheint er sich dort wohler zu fühlen als im defensiven Mittelfeld. Dazu käme, dass er sich mehr um den Spielaufbau kümmern und das Team strategisch führen könnte. Die Partie gegen Augsburg hat auch gezeigt, dass die Spieleröffnung nicht zur Kernkompetenz von David Abraham gehört, schlauerweise hatten die Augsburger Angreifer den Innenverteidiger überhaupt nicht attackiert. Und mit den vielen Bällen am Fuß (120) wusste der ansonsten zuverlässige Verteidiger nicht viel anzufangen.

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