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Eintracht Frankfurt Marius Wolf vor dem Absprung

Senkrechtstarter Marius Wolf kann die Eintracht dank einer Ausstiegsklausel für fünf Millionen Euro verlassen.

05.05.18: Eintracht Frankfurt - HSV 3:0
Marius Wolf - ab nächster Saison nicht mehr im Eintracht-Dress. Foto: Stefan Krieger

Die Saison ist noch nicht mal beendet, das letzte Glanzlicht wartet noch auf die Profifußballer der Frankfurter Eintracht, am Samstag das große Pokalfinale in Berlin gegen die Bayern, doch schon jetzt scheint es erste Absetzbewegungen zu geben. Und da ist nicht die Rede von Trainer Niko Kovac, der ja ganz sicher die Farben tauschen und sich zur neuen Runde dem Abonnementmeister aus München anschließen wird. Nein, Eintracht Frankfurt wird auch mit ziemlicher Sicherheit einen wichtigen Leistungsträger verlieren: Senkrechtstarter Marius Wolf steht vor dem Absprung.

Der 22 Jahre alte Flügelspieler wird von mehreren Topklubs umworben, darunter auch, wie die „Bild“ berichtet, Borussia Dortmund. Das ist eine korrekte Information. Zudem sind zwei weitere gute Vereine im Rennen, einer davon soll RB Leipzig sein. Alle Klubs bieten dem Shootingstar eine europäische Perspektive und deutlich mehr Geld, als er in Frankfurt verdient. Nach dem Pokalfinale will sich der fast 23-Jährige entscheiden.

Dass er bei der Eintracht bleibt, scheint indes ausgeschlossen. Denn eine Option in seinem Vertrag ermöglicht dem früheren Hannoveraner einen unkomplizierten Wechsel. Nach gesicherten FR-Informationen kann er die Eintracht für eine festgeschriebene Ausstiegsklausel in Höhe von fünf Millionen Euro verlassen. Peanuts für einen jungen, deutschen Spieler dieser Qualität.

Ausstiegsklauseln konterkarieren den Plan

Kein Wunder, dass die Interessenten Schlange stehen.  Die  Eintracht ist im Bilde darüber, dass mehrere Klubs um den schnellen Außenbahnspieler werben.  Für sie ist die aufploppende Nachricht dennoch eine zur Unzeit, gerade vier Tage vor dem großen  Endspiel.   

Wolfs wahrscheinlicher Abgang konterkariert im Grunde auch die Absicht der Eintracht, Spieler nur noch für viel Geld zu verkaufen. Denn der Verein versucht seit Fredi Bobic als Sportvorstand das Sagen hat, seine Transferpolitik zu verändern. Es sollen  Werte   geschaffen werden. Der Weg ist klar  umrissen: Spieler sollen entwickelt, besser gemacht und dann gewinnbringend veräußert  werden.

„Wir müssen Spieler für fünf, sechs Millionen verpflichten und sie für 35 Millionen abgeben“, umriss Finanzchef Oliver Frankenbach das Ziel einmal.   Der Haken an der Geschichte ist aber, dass das  nicht funktioniert, wenn Spieler die Möglichkeit haben,   den Verein  jederzeit für relativ wenig Geld zu verlassen. Das war vielleicht nicht besonders clever von der Sportlichen Leitung.

Zu Bobics Ehrenrettung muss man indes zumindest anführen, dass der Vertrag mit Wolf  im Sommer 2017 verlängert wurde – da hatte er gerade einmal drei Bundesligaspiele für die Hessen absolviert.   Eine Ausstiegsklausel in Höhe von  fünf Millionen Euro ist für einen damals sogar verletzten Ergänzungsspieler eher marktüblich. Und die Eintracht hat den Spieler ja günstig bekommen, eine Ablöse in Höhe von 500 000 Euro an Hannover 96 überwiesen. 

Dass Wolf derart durch die Decke schießen würde, war vor einem Jahr  nicht unbedingt zu erahnen – auch wenn die Fachmänner ein geschultes und besseres Auge als andere haben sollten. Das alles ändert nichts daran, dass es im Nachhinein  natürlich kein guter Deal ist. Einen Spieler dieses Formats und mit diesem Entwicklungspotenzial für diese Summe zu verlieren, das ist höchst ärgerlich.

Erst kürzlich ist in Frankfurt über diese Vertragsoptionen diskutiert worden, weil Niko Kovac sich bei seiner Vertragsverlängerung im Dezember einen entsprechenden Passus einarbeiten ließ,   ihn dann  in Anspruch genommen hat und deshalb zu den Bayern wechseln darf - für läppische 2,2 Millionen Euro.  Da bringt Marius Wolf immerhin mehr als das doppelte. Ein schwacher Trost. 

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