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Eintracht Frankfurt Marius Wolf, ein Leiharbeiter wider Willen

Marius Wolf wäre gerne noch länger als ein Jahr in Frankfurt geblieben.

Marius Wolf
Muss sich empfehlen: Eintracht-Profi Marius Wolf. Foto: imago

Der schmächtige Offensivspieler Marius Wolf freut sich diebisch darauf, mindestens ein weiteres Jahr für Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga spielen zu dürfen. Ist doch klar.

Vor sieben, acht Monaten hat der 22-Jährige noch mit der zweiten Mannschaft von Hannover 96 in der Unterklasse gekickt, vierte Liga, weit ab vom Schuss, vor 300 Zuschauern gegen ETSV Weiche Flensburg etwa oder beim Lüneburger SK Hansa vor genau 480 Besuchern.

Das ist Fußball mit viel Bodenhaftung und Wurzelkraft.

Marius Wolf hat den Weg aus der fußballerischen Bedeutungslosigkeit herausgefunden und erneuten Zugang in die Parallelwelt Bundesliga erhalten, er hat vier Partien für den hessischen Erstligisten absolviert, ehe ihn eine schwere Schulterverletzung beim DFB-Pokalhalbfinale in Mönchengladbach auf Eis legte.

An den Folgen des hintertückischen Fouls von Jannick Vestergaard und der anschließenden Operation laboriert der Coburger noch heute. Das um ein Jahr verlängerte Leihgeschäftmit seinem Stammverein Hannover 96 ist für den Offensivspieler unter den gegebenen Umständen eine akzeptable Lösung. „Die Jungs und das gesamte Team drum herum sind mir in dem halben Jahr wirklich ans Herz gewachsen. Ich setze alles daran, um schnellstmöglich gesund zu werden“, sagte er.

Andererseits ist es so, dass Wolf sich gerne langfristiger gebunden hätte, ihm schwebte etwas Dauerhaftes vor, er hatte sich gewünscht, sesshaft werden zu können und etwas mehr Ruhe in seine Karriere- und Lebensplanung zu bekommen. Eine Festanstellung für drei Jahren schwebte ihm vor, doch daraus wurde nichts.

Wolf wird auch in den kommenden zwölf Monaten ein Zeitarbeiter sein, wenn man so will, auf Bewährung für die Frankfurter spielen. Er wird sich beweisen und nachhaltig empfehlen müssen, um einen längerfristiges Engagement zu ergattern. „Ich denke, dass wir noch viel Freude an ihm haben werden, wenn er wieder fit ist“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic.

Die Haltung der Klubverantwortlichen ist nachzuvollziehen. Wolf hat seine Befähigung, in Deutschlands Premiumklasse mithalten zu können, nicht vollends nachweisen können. Das lag zum einen daran, dass er, als er im Winter nach Frankfurt kam, natürlich einigen Nachholbedarf hatte, weil er in Hannover in die zweite Mannschaft verbannt wurde und einfach mal so zwei Spielklassen überspringen musste. Und als er sich dann eingefunden und immer mehr Spielzeit bekommen hatte, stoppte ihn die böse Verletzung in Mönchengladbach.

Seriös kann also selbst die Sportliche Leitung nicht abschätzen, ob er das Rüstzeug mitbringt, ein etablierter Bundesligaspieler zu werden. Ansätze, so viel ist klar, sind vorhanden, Talent sowieso, doch ob es reicht, bleibt abzuwarten, zumal der feingliedrige und spindeldürre Athlet körperlich sicherlich zulegen muss.

Gute Mentalität

Wolf ist ohnehin erst einmal als Ergänzung gedacht, er gehört nicht zu der Kategorie Spieler, auf der sogleich eine Menge Verantwortung abgeladen werden kann. In jedem Fall ist er ein bissiger, hungriger Spieler mit einer guten Mentalität – das ist heutzutage nicht zu unterschätzen.

Der Rechtsaußen wird, wenn er wieder vollständig genesen ist, auf dem rechten Flügel in Konkurrenz zu Danny Blum treten. Auch Marco Fabian spielte in den letzten Partien stets auf der rechten Seite, wo der Mexikaner aber völlig verschenkt ist und denkbar schlechte Leistungen ablieferte.

Und es steht ja noch immer eine Verpflichtung des Gladbachers André Hahn im Raum, doch der Millionentransfer scheint, wie die FR bereits vor acht Tagen schrieb, nur schwer umsetzbar, zumal neuerdings auch noch der Hamburger SV mitmischt.

Und auch am linken Flügel besteht eigentlich Handlungsbedarf, dort ist eigentlich nur noch Mijat Gacinovic zu Hause, nachdem Ante Rebic weggeschickt wurde – auch wenn beim Kroaten, genauso wie bei Jesus Vallejo, das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Zudem sollte die Eintracht auf der Position im defensiven Mittelfeld und der zentralen Abwehr nochmals nachlegen, auch wenn dort schon nachgebessert wurde. Dazu müsste der Kader aber womöglich erst mal verkleinert werden.

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