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Eintracht Frankfurt Marco Fabian schuftet fürs Comeback

Marco Fabian will nach seiner Rücken-OP in der Rückrunde angreifen. Die WM in Russland ist das Ziel des 28-Jährigen.

Marco Fabian
Ließ für Mexiko die Sammelbüchse rumgehen: Eintracht-Profi Marco Fabian. Foto: imago

Vor dem Stuttgart-Spiel war Marco Fabian endlich wieder aktiv im Stadion. Natürlich nicht am Ball, und in ein Trikot und Fußballschuhe ist er auch noch nicht geschlüpft. Dafür hat der bei Eintracht Frankfurt sehr vermisste Mittelfeldspieler die Sammelbüchse rumgehen lassen: Der 28-Jährige aus Guadalajara sammelte vor dem Bundesligaspiel Geld für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in seinem Heimatland Mexiko, 6500 Euro sind zusammengekommen, er selbst und Landsmann Carlos Salcedo werden zudem einen stattlich Beitrag zur Verfügung stellen, auch die Mannschaftskollegen wollen sich großzügig zeigen. Für ihn, der weiß, woher er kommt, ist das eine Selbstverständlichkeit. Die, die viel haben, haben auch eine besondere soziale Verantwortung.

Ansonsten ist es eher ruhig geworden um den mittlerweile Vollbart tragenden Eintracht-Profi. Mitte August hatte er entschieden, sich unters Messer zu begeben, es ging nicht anders: Die anhaltenden Schmerzen im Lendenwirbelbereich, die ihn im Grunde seit Januar behindern, waren so schlimm, dass er sich in Houston/Texas beim Rückenspezialisten Michael Dittmar hatte operieren lassen müssen. Zwei Bandscheiben waren betroffen, ebenso Nervenstränge, und eine Minifraktur, die er sich als Kind zugezogen hatte, wurde ebenfalls behoben. Mittlerweile geht es dem 28-Jährigen so weit gut, er bereitet sich vorsichtig auf sein Comeback vor und schuftet in der Reha. „Es wird täglich besser“, sagt Fabian, der in der Wintervorbereitung wieder angreifen will. „Nicht ausgeschlossen ist, dass ich am Ende der Hinrunde schon wieder mitmische.“ Realistisch ist aber ein Comeback im neuen Jahr.

Die Beschwerden waren erstmals vor einem dreiviertel Jahr aufgetaucht, nach dem Trainigslager in Abu Dhabi begannen die Probleme. Niemand wusste so recht, woher die Schwierigkeiten rührten. Er pausierte, ließ eine Spritzenkur über sich ergehen, immerhin ging es danach besser.

Der beste Frankfurter Fußballer verpasste zwar die ersten sieben Spiele der Rückrunde, kam aber noch auf elf Spiele, in denen er vier Tore erzielte. Er konnte aber nicht mehr an seine gute Form aus der Hinserie anknüpfen. Immerhin spielte er mit der mexikanischen Nationalmannschaft noch im Sommer beim Confederation Cup in Russland mit, er erzielte sogar im Halbfinale gegen Deutschland beim 1:4 ein Traumtor. Doch in der Sommervorbereitung in Österreich konnte er kaum trainieren, allenfalls individuell, zudem bereitete nun auch das linke Knie Probleme. Wahrscheinlich eine Folge der Rückenblessur. Weil alle konservativen Behandlungsmethoden nicht fruchteten, musste Marco Fabian unters Messer. „Diese Zeit war die schlimmste in meiner Karriere“, sagt er. Es habe Momente gegeben, in denen selbst der als lebensfroh bekannte Fabian „traurig war und in sich gekehrt“. Es sei eine harte, aber „auch lehrreiche Zeit“ gewesen. Mittlerweile weiß er die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen, sich drehen können, bücken, gehen.

Der lange Ausfall des Spielgestalters hat Eintracht Frankfurt geschmerzt. Es fehlt einer mit Ideen, der das Spiel vorantreibt, der mal mit einem gewonnenen Dribbling eine neue Spielsituation schafft. Fabian konnte das, auch wenn er zum Rückrunden-Schluss bisweilen die Theatralik beim Freistoßschinden übertrieb. Auch zehn Gelbe Karten sind eigentlich für einen filigranen Spieler wie ihn zu viel. Dennoch: „Mit seiner Art geht er immer voran. Er zieht alle mit“, lobt Trainer Niko Kovac seinen Mittelfeldspieler, den er gerne „den Azteken“ nennt. Fabian sei „eine wichtige Führungsfigur“ innerhalb der Mannschaft. Und den Kontakt zum Team hat er während seiner Verletzungspause nie abreißen lassen.

Seine Torgefahr fehlt zudem dem Team. In der vergangenen Saison erzielte er in 24 Spielen sieben Tore, legte dazu viermal auf. Vor allem war er jener Spieler, der oft den letzten Pass spielte.

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