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Eintracht Frankfurt Kurskorrektur auf Zeit

Es deutet sich an, dass Eintracht-Trainer Adi Hütter vom bevorzugten Dauerpressing vorerst abrückt.

Eintracht Frankfurt im Trainingslager in Gais
Suchen nach der richtigen Strategie: Eintracht-Sportvorstand Bobic (l.) und Trainer Hütter. Foto: Jan Huebner

Gerade unter den bisher acht Neuzugängen gibt es einige Fragezeichen zu viel. Torhüter Felix Wiedwald hat zwar alle Testspiele absolviert, konnte sich aber nicht für weitere Aufgaben empfehlen. Seit seinem Abschied 2015 aus Frankfurt ging die sportliche Entwicklung des 28-Jährigen bergab, für die Bundesliga reicht das Niveau kaum noch. Gerade deshalb wird dem zuletzt gereizten Knie der designierten Nummer eins, Frederik Rönnow, solch große Bedeutung beigemessen. Der neue Däne stand bisher nur in einem einzigen Trainingsspielchen zwischen den Pfosten, sein Leistungsvermögen ist seriös derzeit kaum einzuschätzen. 

Ob Hütter den 26-Jährigen am Sonntag im Supercup gegen den FC Bayern - vorausgesetzt Rönnow steigt ab Mittwoch voll ins Mannschaftstraining ein - sofort ins kalte Wasser wirft oder dem lädierten Knie lieber noch ein paar Tage gönnt, ist eine spannende Frage. Freilich, die erste Variante ist die wahrscheinlichere, so könnten die Hessen bei einem missglückten Einstand noch besser auf dem Transfermarkt reagieren. 

Der 18-jährige Innenverteidiger Evan Ndicka ist ein großes Talent, braucht aber erwartungsgemäß Zeit. Sechser Lucas Torro zeigte gute Ansätze, er könnte einer für die Startelf sein, wenngleich er sich von der Qualität her nicht deutlich von den Konkurrenten Gelson Fernandes und Jonathan de Guzman abhebt. Stürmer Goncalo Paciencia kann kicken, ihm fehlt jedoch Tempo. Er wird es schwer haben, dauerhaft an Sebastien Haller und vor allem an Luka Jovic vorbeizukommen. Rechtsaußen Nicolai Müller drehte wegen einer Muskelverletzung seit zwei Wochen Runden, topfit wird er zum Bundesligastart Ende des Monats nicht sein können. Und die beiden offensiven Mittelfeldspieler Allan Souza und Chico Geraldes - beim Portugiesen sei angemerkt, dass er erst eine Woche mit den Kollegen trainiert hat - enttäuschten bisher auf ganzer Linie. 

Adi Hütter setzt sich für Fabian ein

Entsprechend deutlich soll Hütter laut FR-Informationen intern darauf gepocht haben, Marco Fabian von der Verkaufsliste zu streichen. Öffentlich hörte sich das beim Trainer wie folgt an: „Marco ist ein toller Spieler. Er macht die Sachen, die man von ihm verlangt, sehr gut und passt gut zur Eintracht.“ Kurzum: Der Trainer will den Mexikaner behalten, er ist für eine der beiden Achter-Positionen vorgesehen. Für die zweite hat zurzeit Mijat Gacinovic die besten Karten. 

Auch in der Systemfrage ist Hütter noch nicht dort angelangt, wo er hin will. Das von ihm favorisierte 4-4-2 ließ sich mit dem vorhandenen Personal schlicht nicht einüben - bis auf Danny Blum stand Hütter kein offensiver Außenspieler zur Verfügung. Ein bis zwei werden je nach Ausgang der Ante-Rebic-Causa noch kommen. Der Kroate soll heute nach Frankfurt zurückkehren, ein paar medizinische Tests nach seinem WM-Urlaub absolvieren und vor allem mit den Klubbossen Gespräche über seine Zukunft führen. Klar, Trainer Hütter hätte rein sportlich gesehen nichts gegen einen Verbleib des Ausnahmespielers: „Über seine Qualität brauchen wir nicht diskutieren. Er ist einer, der mit seiner Schnelligkeit und Aggressivität in meine Systematik reinpassen würde.“

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