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Eintracht Frankfurt Kovac will eine Serie starten

Eintracht Frankfurt ist bestrebt, sich ein wenig abzusetzen, bangt aber um den Einsatz des Stürmers Sebastien Haller.

Niko Kovac
Analoge Trainingssteuerung: Niko Kovac. Foto: Hübner

Diese Bundesliga-Saison, das hat sich nach sieben Spieltagen herauskristallisiert, ist eine äußerst zähe Angelegenheit mit vielen, vielen Teams auf Augenhöhe, die allesamt mit dem gleichen taktischen Konzept zum Erfolg kommen wollen, und das ist erst einmal defensiv ausgerichtet. So lässt auch der Frankfurter Trainer Niko Kovac am liebsten spielen, nur nichts riskieren, sich nur keine Blöße geben. Das führt dann dazu, dass Eintracht Frankfurt mit reichlich unattraktivem Spiel derzeit genau zwischen Baum und Borke festsitzt, Platz acht, zehn Punkte, 6:6 Tore, drei Punkte zum Champions League Platz, drei Punkte zum Relegationsplatz. Mittelfeld, Mittelmaß.

Aus dieser Chose kann man sich freilich nur befreien, findet der Trainer Niko Kovac, „wenn man eine Serie startet, wenn wir mal drei, vier Spiele am Stück punkten“. Dann könnte man ein wenig Boden gut machen, könnte sich die Konkurrenz vom Leib halten, könnte mal durchschnaufen. Und mit einem etwas dickeren Punktepolster und entsprechend angewachsenem Selbstvertrauen, da ist sich der Fußballlehrer sicher, würde Eintracht Frankfurt auch wieder besser Fußball spielen. Angesichts der Ausgeglichenheit der Liga, in der jeder jeden schlagen kann, würde eine kleine Erfolgsserie sofort große Wirkung zeigen. „Wenn man aber mal gewinnt und mal verliert, bleibt immer der Druck. Das ist anstrengend“, sagt Kovac.

Ein erster Anfang zur Serie ist gemacht, der Last-Minute-Sieg gegen den VfB Stuttgart war enorm wichtig, jetzt soll in Hannover das nächste Erfolgserlebnis folgen. Den Gegner lobt Kovac, drei Tage vor dem Anpfiff am Samstag (15.30 Uhr) schon mal über den grünen Klee. Es sei „fantastisch“, wie die Mannschaft zusammen agiere, „das gefällt mir“.

Die 96er seien auch kein normaler „Zweitligaaufsteiger“, sie arbeiteten außerordentlich gut mit und gegen den Ball, und seine Truppe, sagt Kovac, erwarte an der Leine „kein einfacher Gang“. Die Eintracht werde zwingend an die Leistungen aus der Hinrunde der vergangenen Saison anknüpfen müssen, sie wird das abrufen müssen, „was uns damals ausgezeichnet hat“.

Immerhin zählt Hannover 96 nicht mehr zu den ganz großen Angstgegnern: Jahrzehntelang gab es für die Hessen in Niedersachsen nichts zu erben, dann brachen zwei Tore von Marc Stendera fast auf den Tag genau vor zwei Jahren den Bann. Und auch in jüngster Vergangenheit hat die Eintracht gute Erinnerungen an Hannover, im Pokal im Februar siegten sie 2:1 (Tore: Seferovic, Tawatha) und Lukas Hradecky parierte in der letzten Minuten einen Foulelfmeter.

Ob Marc Stendera am Wochenende dabei sein kann, ist sehr fraglich. Der Mittelfeldspieler ist weiterhin krank, auch gestern hatte er nicht trainieren können, Kovac befürchtet, dass er nicht wird spielen können. Ohnehin grassiert derzeit ein Virus in er Eintracht-Kabine, auch Sebastien Haller hat sich am Mittwoch wegen Halskratzen vom Training abgemeldet. Ob sich das zu einer Grippe auswächst, vermochte der Coach noch nicht zu sagen. Gerade jetzt scheint der Franzose halbwegs Fuß gefasst zu haben in der Liga. Immerhin kehrte einer seiner möglichen Stellvertreter, der Serbe Luca Jovic, mit einem Erfolgserlebnis von seiner Dienstreise mit der U21 zurück: Dort hat er zwei Tore erzielt. Weiterhin unpässlich sind Gelson Fernandes (Faserriss) und Slobodan Medojevic, der noch immer Probleme mit der Wade hat. Damit steht Kovac aktuell kein gelernter Sechser zur Verfügung, geht man einmal davon aus, dass Makoto Hasebe, dessen Kniebeschwerden nachgelassen haben, wieder in der Dreierabwehrkette benötigt wird. Kovac wird also wieder improvisieren müssen oder darauf hoffen, dass Medojevic oder Stendera doch noch rechtzeitig fit werden.

Nur sehr ungern würde der bald 46 Jahre alte Fußballlehrer von seiner bewährten  Dreierabwehrkette abweichen. In diesem Korsett fühlt sich die Mannschaft „wohler“, sagt er, zudem birgt dieses Konzept Vorteile in der Defensive. Andererseits auch Nachteile für die Offensive, daran krankte ja auch häufig das Frankfurter Siel. „Wir müssen da eine vernünftige Mitte finden“, urteilt Kovac selbstkritisch.

Und wenn nicht alles täuscht wird Marco Russ sein Startelf-Debüt in dieser Bundesligasaison geben. Carlos Salcedo, vorübergehend in Ungnade gefallener Stopper, wird erst am Donnerstag von seinem Länderspieleinsatz für Mexiko in Frankfurt erwartet. Für ihn ist es eine Rückkehr in den Kader, für den er aus erzieherischen Gründen zuletzt dreimal nicht nominiert wurde. Weil aber Simon Falette, den Kovac übrigens „einen tollen Fang“ nannte, der „nicht nur sportlich sondern auch charakterlich gut zu uns passt“, wegen seiner Roten Karte gesperrt ist, „brauchen wir einen Innenverteidiger auf der Bank“. Das wird Salcedo sein.

Carlos Salcedo wird, ebenso wie Marco Fabian, im kommenden Sommer mit Mexiko bei der WM teilnehmen, auch Mijat Gacinovic hat das mit Serbien geschafft. „Ich freue mich, dass wir in Frankfurt wieder WM-Teilnehmer haben“, sagt Kovac. Gerade Gacinovic habe zuletzt einen großen Schritt getan; er hat schnell Fuß in der A-Nationalmannschaft Serbiens gefasst, auch bei der Eintracht ist er gesetzt. „Mijat gibt immer 100 Prozent, auch in jedem Training, da muss ich ihn zuweilen bremsen.“

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