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Eintracht Frankfurt Knobelarbeit im Stadtwald

Eintracht Frankfurt muss nach den Gelbsperren für Makoto Hasebe und David Abraham zwei Positionen im Spiel gegen Stuttgart neu besetzen.

Stopft der Achter das Loch auf der Sechs? Szabolcs Huszti. Foto: Jan Hübner

Der Frankfurter Slobodan Medojevic ist in dieser Saison bislang neunmal zum Einsatz gekommen, ein Tor hat er geschossen, aber so wirklich überzeugen konnte der defensive Mittelfeldspieler nicht. Die letzten drei Spiele hat er zuschauen müssen, auch deswegen, weil er in der Partie in Dortmund binnen einer Viertelstunde zweimal die Gelbe Karte gesehen hatte und des Feldes verwiesen wurde. Und immer, wenn Medojevic länger als eine Halbzeit im Einsatz war, hat Eintracht Frankfurt nicht gewinnen können.

Das ist zwar nur eine Statistik, aber dem sympathischen Serben läuft das Spielglück nicht gerade hinterher. Dazu kommt: Seine Ballverluste in der Vorwärtsbewegung führten mindestens zu brenzligen Situationen, wenn nicht gar zu Gegentoren, etwa zuletzt im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Dabei ist der 25-Jährige einer, der immer alles aus sich herausholt, selbst wenn die Achillessehne mal zwickt. Und eigentlich wäre Medojevic die naheliegende Lösung für das Problem im defensiven Mittelfeld. Doch wirklich überzeugt ist Trainer Armin Veh nicht davon.

Das Problem ist: Die Gelbsperren von Makoto Hasebe und David Abraham reißen zwei große Löcher in das sich gerade vorsichtig verfestigende Gebilde. Ein rechter Verteidiger und ein Innenverteidiger sind gesucht. Es ist nicht so leicht, diese Positionen adäquat zu ersetzen. Vieles spricht dafür, dass Marco Russ in den Abwehrverbund zurückgezogen wird. Veh hat sich in diese Richtung schon geäußert.

Kaan Ayhan, in der Winterpause von Schalke ausgeliehen, hat bisher Zweifel an seiner Tauglichkeit nicht zerstreuen können. Zudem gilt der 21-Jährige nicht als Schnellster.

Hinten rechts dürfte Aleksandar Ignjovski die Nase vorne haben, Timothy Chandler ist in der Außenseiterrolle, Yanni Regäsel, der Brandneue aus Berlin, hat sicher noch keine Chance.

Richtig knifflig wird es aber im defensiven Mittelfeld. Die „Sechs“ ist eine hochsensible Position. Eigentlich verfügt Eintracht Frankfurt dort über ausreichend Personal, doch Stefan Reinartz, der anfangs dort gespielt hat, ist nach seiner Leistenoperation noch außer Gefecht, und Johannes Flum (Kniescheibenfraktur) wird in dieser Rückrunde keinen Fußball mehr spielen. Bliebe also Medojevic.

Denkbar sind auch noch andere Konstellationen. Die einfachste: Russ bleibt auf der „Sechs“, dann müsste Veh eine Lösung in der Innenverteidigung finden, die aber nicht in Sicht ist. Ignjovski im zentralen Mittelfeld? Möglich. Allerdings sind seine spielerischen Fähigkeiten überschaubar. Außerdem wird der kleine Giftzwerg eher hinten benötigt.

Eine andere Variante birgt einiges an Risiko: Szabolcs Huszti im zentralen defensiven Mittelfeld zu nominieren. Armin Veh hat im Trainingscamp in Abu Dhabi angedeutet, dass der Ungar dies ebenfalls spielen könnte, er sei aggressiv und laufstark genug. Marc Stendera spielte dann an seiner Seite. Nur hätte Eintracht Frankfurt dann wieder eine Vakanz auf dem linken Flügel. Änis Ben-Hatira, der andere Neuling? Das käme sicher zu früh. Haris Seferovic? Möglich, aber unwahrscheinlich. Denn dann hätte Veh gleich sechs gelernte Offensivspieler auf dem Platz, neben Huszti, Stendera und Seferovic ja auch noch Stefan Aigner, Marco Fabian und Alex Meier. Das wäre attraktiv, aber auch extrem offensiv und eine Einladung an die konterstarken Stuttgarter.

Armin Veh hat noch ein paar Tage Zeit, das Puzzle zusammenzufügen. Man darf gespannt sein.

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