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Eintracht Frankfurt In ganz geheimer Mission

Eintracht Frankfurt schottet sich vor dem letzten Highlight der Saison komplett ab. Das ist vielleicht nicht die beste Idee.

Niko Kovac
Ein Verein zum Anfühlen? Trainer Niko Kovac schottet seine Mannschaft lieber ab. Foto: afp

Schotten dicht, natürlich. Niko Kovac, noch für wenige Tage der für die Profimannschaft verantwortliche Chefcoach bei Eintracht Frankfurt, hat mal wieder Geheimtraining angesetzt, wie in der Vorwoche und der Woche davor. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bittet der 46-Jährige seine Mannschaft auf das Übungsareal am Stadion, aber keiner darf zuschauen. Kein Kiebitz, kein Journalist, kein Hund und auch keine Katz. Maulwurfgefahr. Eintracht Frankfurt igelt sich ein und kapselt sich ab – nur wenige Tage vor dem großen und garantiert letzten Highlight dieser langen Saison, dem DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Bayern München. Man kann das so machen. Aber man muss nicht.

Der Trainer und die Sportliche Leitung wären nicht so schlecht beraten gewesen, wenn sie sich ein wenig geöffnet und etwas Nähe zugelassen hätten. Gerade nach dem deprimierenden Erlebnis von Schalke und dem späten Herausrutschen aus den Europacuprängen wäre es sinnvoll gewesen, etwas positive Stimmung aufzusaugen und Rückenwind mitzunehmen.

Man hätte sogar die Fans einladen können und, ganz gratis, schöne Bilder erhalten. Wie man es machen kann, zeigte der HSV, der vor dem Abstiegsendspiel gegen Gladbach die Tore öffnete. 2000 Zuschauer, darunter auch die Familien der Spieler, bereiteten dem Team einen begeisterten Empfang, sorgten für eine Gänsehautatmosphäre und echte Aufbruchstimmung. Die hätte die Eintracht nach den Irrungen und Wirrungen der vergangenen Wochen auch gut gebrauchen können.

Doch der Klub ist schon lange keiner mehr zum Anfassen, er hat sich im Tagesgeschäft von der Basis entfernt, schottet sich ab. Dabei hatte Sportdirektor Bruno Hübner vor gut einem Jahr, als dieser Prozess längst in Gang gesetzt, aber noch nicht so weit wie jetzt fortgeschritten war, eine Kehrtwende in Aussicht gestellt: „Wir wollen ein Verein und eine Mannschaft zum Anfühlen sein. Wir werden uns Gedanken machen, ob wir uns wieder ein Stück weit öffnen.“ Die Analyse hat wohl das Gegenteil ergeben.

Kovac hatte im Saisonendspurt die Schrauben noch mal angezogen, Sponsoren- und Medientermine auf ein Minimum begrenzen lassen. Den gewünschten Erfolg hat es nicht gebracht.

Es ist nichts dagegen zu sagen, ein, zwei Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten, um Standards oder taktische Kniffs einzustudieren, doch die Fans, auch Jungs und Mädchen, fast immer auszusperren, ergibt keinen erkennbaren Sinn. Wahrscheinlich gehört es heutzutage, da in der Branche unter dem Deckmäntelchen der Professionalisierung eine ganze Menge Unsinn betrieben wird, aber einfach dazu.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Pokalfinale

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