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Eintracht Frankfurt "Ich bin kein Lügner"

Eintracht Frankfurt hat eine Liste mit sechs, sieben Namen erstellt, die den langjährigen Vorstandsvorsitzenden beerben könnten. Armin Veh ist nicht darunter.

Präsident Peter Fischer (r.) und Vorstandsvorsitzender Wolfgang Steubing in Abu Dhabi. Foto: Heiko Rhode

Braun gebrannt, sagt Peter Fischer, werde er nicht nach Hause kommen, „nicht mal einen halben Tag hatten wir frei.“ Der Präsident von Eintracht Frankfurt war nicht zum Vergnügen nach Abu Dhabi gereist. Er sowie die Kollegen aus dem Hauptausschuss, Philipp Holzer und Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing, hatten sich zu vielen Sitzungen in kühle Zimmer zurückgezogen und beraten. Themen gab es genug, die Nachfolge des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen wollte besprochen werden, die Ausgabe sogenannter Genussscheine, zudem ist der Klub auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor, der den Fiat-Konzern beerbt. Die Mühe habe sich gelohnt, sagt Fischer. „Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Namen von möglichen Nachfolgern des im Sommer in den Ruhestand eintretenden Bruchhagen wurden nicht genannt. Der Hauptausschuss hat aber eine Liste von sechs, sieben Namen von Kandidaten erarbeitet, die er dem Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung am 27. Januar vorlegen wird. Der Aufsichtsrat gibt dann den drei Herren das Mandat, in vertiefende Gespräche mit den Kandidaten zu gehen. „Der Aufsichtsrat kann aber auch eigene Vorschläge unterbreiten“, sagt Steubing. Bislang kennen nur Fischer, Holzer und Steubing die Namen. Armin Veh ist definitiv nicht darunter. Er habe klar gesagt, dass er nur als Trainer zur Verfügung steht: „Ich bin kein Lügner.“ Der Markt biete Kandidaten an, etwa übliche Verdächtige wie Horst Heldt oder Fredi Bobic, „aber so einfach haben wir es uns nicht gemacht“, sagt Fischer.

Kein Bruchhagen-Double

Was der Nachfolger von Bruchhagen können muss, ist eine Menge. Die Gremien haben, noch unter Steubings Vorgänger Wilhelm Bender, „ein umfangreiches Buch“ an Anforderungen zusammengestellt. Nähme man diese Kriterien als Maßstab, käme, wie Fischer sagt, nur „der Trauzeuge Barak Obamas, ein mehrfacher Fußballer des Jahres und ein Besteiger des Mount Everest“ in Frage. Nun habe man die Vorgaben heruntergeschraubt, sportliche Kompetenz müsse der neue Mann mitbringen, Solidität und Souveränität ausstrahlen, in die Frankfurter Gesellschaft und zur Eintracht passen. Sicher ist aber: „Der Neue kann kein Heribert Bruchhagen zwei sein“, sagt Fischer. „Herri zu doubeln, kann nur der falsche Ansatz sein.“

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Und die Eintracht sucht einen Vorstand Sport, der nicht automatisch auch der Vorstandsvorsitzende sein muss. „Das bedeutet aber nicht, dass einer der anderen Vorstände Axel Hellmann oder Oliver Frankenbach automatisch Vorstandsvorsitzender wird“, sagt Fischer. Wer Nachfolger Bruchhagens werden will, „muss sein Geschäft verstehen“, sagt Steubing. „Es wird nicht so sein, dass Bruchhagen einen Lehrling einarbeitet.“ Und auch die momentane sportliche Krise der Eintracht ist unerheblich bei der Suche nach dem ersten Mann. „Wenn einer abwarten will, ob wir Siebter oder 17. werden, ist das ein K.o.-Kriterium“, findet Fischer.

Genussscheine auf Halde

Unterdessen, sagt Steubing, seien die Formalitäten zur Herausgabe der Genussscheine so gut wie abgeschlossen. Damit versucht Eintracht Frankfurt, zehn Millionen Euro zu generieren. Steubing schwebt vor, dass 30, 40 Anleger für etwa 250 000 Euro Genussscheine zeichnen. „Es kommt ein bestimmtes Klientel in Frage.“ Dieses Frankfurter Modell, das es bislang in der Liga noch nicht gab, zielt nicht in erster Linie auf Fans und Kleinanleger, die Papiere im Wert von ein paar hundert Euro kaufen.

Allerdings sei das derzeitige Börsenklima so schlecht wie seit bald 25 Jahren nicht mehr. Das verzögere den Start. Die Genussscheine lägen aber in der Schublade. „Wir müssen sie hervor holen, wenn die Zeit gekommen ist.“

Schließlich glauben die Frankfurter Entscheidungsträger, auch in der Frage des neuen Hauptsponsors ein gutes Stück vorangekommen zu sein. „Wir haben über Möglichkeiten gesprochen“, sagt Fischer, der zuversichtlich ist, wie bei Alfa Romeo, erneut mit Zuwendungen von sechs Millionen Euro im Jahr rechnen zu können.

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