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Eintracht Frankfurt Hinten klemmt's

Eintracht Frankfurt will endlich die letzten Lücken im Aufgebot schließen - gerade in der Abwehr ist das nötig. Der geplante Transfer des Peruaners Carlos Zambrano vom FC St. Pauli erweist sich als schwierig.

Schlosshund Donja aus Feldkirchen wird wohl nicht neuer Abwehrpartner von Heiko Butscher. Foto: Heiko Rhode

Eigentlich wollte der Frankfurter Trainer Armin Veh seine Mannschaft jetzt schon komplett haben. Spätestens im zweiten Trainingslager der Eintracht, sagte er stetig, sollen die Vakanzen geschlossen sein. Nun ist das zweite Camp beendet, doch Vehs Ensemble ist noch immer unvollendet. Ein Stürmer fehlt, ein Abwehrspieler ebenso, dabei sollten laut Sportdirektor Bruno Hübner beide in dieser Woche anheuern. Das wird eng. Dennoch: Veh übt sich in Engelsgeduld.

Er weiß, wie schwer es ist, mit geringem Budget die Spieler zu holen, die ihm vorschweben. Mit den beiden auserkorenen Kandidaten hat die Eintracht schon Einigung erzielt, aber in der Abwicklung hakt es. Der Name des Angreifers wird eisern unter Verschluss gehalten, in der Gerüchteküche werden Spieler wie Teemu Pukki (Schalke 04 ) oder Adrian Ramos (Hertha BSC) gehandelt. Und auch Ciprian Marica, den Veh einst nach Stuttgart holte (für sieben Millionen Euro) und der heute beim FC Schalke 04 auf der Bank sitzt. Bruno Hübner ist Optimist: "Ich will ihn Anfang nächster Woche präsentieren. Da ist eigentlich alles klar."

Probleme beim Zambrano-Transfer

Beim Abwehrspieler Carlos Zambrano vom FC St. Pauli ist es offenbar so, dass der Hamburger Klub und der Schweizer Investor, der mehr als die Hälfte der Transferrechte des Peruaners hält, über die Verteilung der von der Eintracht hinterlegten Ablösesumme von 1,2 Millionen Euro nicht einig sind. Den Hessen sind somit die Hände gebunden, in die internen Vorgänge kann auch der omnipräsente Eintracht-Manager Hübner von außen nicht eingreifen. Die Eintracht wäre mittlerweile einfach nur froh, wenn der Transfer noch über die Bühne gehen könnte – da ist der Zeitpunkt fast schon Nebensache. Inzwischen sieht es aber so aus, als hätten die Hamburger Bedenken bekommen. St. Pauli überlegt wohl, wegen des sportlichen Engpasses in der Abwehr den Peruaner vielleicht zu behalten. Anfang nächster Woche soll aber definitiv eine Entscheidung fallen. "Es liegt nicht mehr in unseren Händen", sagt Hübner, "der Ball liegt bei St. Pauli."

Sorgenkind Abwehr

Gerade in der Abwehr müssen die Frankfurter aber dringend nachbessern. Der einzige zentrale Innenverteidiger, der topfit ist, heißt Heiko Butscher. Der Routinier soll allerdings eher Ergänzung und nicht Stammkraft sein. Neuzugang Vadim Demidov kämpft eisern darum, die körperlichen Defizite aufzuarbeiten. Genauso wie Bamba Anderson, der erst in der vergangenen Woche wieder zur Eintracht stieß. Nach ein paar Tagen Training in Gladbach fesselte ihn eine Angina ans Bett. Drei Wochen konnte der Brasilianer nicht trainieren. „Und davor hatte er ja sieben Wochen Urlaub“, sagte Veh. „Jeder Spieler hat zwar sein Programm mitbekommen, aber ich weiß nicht, ob er sich in Brasilien auch daran gehalten hat.“ Darüber wird wohl der nachzuholende Laktattest Aufschluss geben.
Veh weiß, dass es von entscheidender Bedeutung sein wird, dass auf seine Innenverteidigung Verlass ist. Denn wer, wie die Eintracht, offensiv spielen will, wer pressen, attackieren und agieren will, der muss hinten sattelfest sein – sonst besteht die große Gefahr, gnadenlos ausgekontert zu werden. Gerade in der Partie gegen Zaglebie Lubin (2:2) wurde das vergangene Woche deutlich.

Testspiel als Gradmesser

Da taugt das letzte Testspiel gegen den spanischen Topklub FC Valencia am Samstag in Frankfurt (15.30 Uhr) als Gradmesser. Nicht nur für die Abwehr. „Wenn man so will, ist das die Generalprobe“, sagte Veh. Das Interesse lässt indes zu wünschen übrig, nur 15000 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt. Valencia ist offenbar nicht die große Zugnummer. Veh ist dieser Gegner dennoch lieber als eine B-Elf des FC Barcelona wie zuletzt beim Jubiläumskick in Hamburg. „Das ist ja der Aberwitz.“

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