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Eintracht Frankfurt Hasebe und Fernandes im dritten Frühling

Die Routiniers Makoto Hasebe und Gelson Fernandes sind für das Gesamtgebilde der Eintracht von großer Bedeutung.

Fernandes und Hasebe
In die Zange genommen: Gelson Fernandes (l.) und Makoto Hasebe (r.) gegen den Schalker Embolo. Foto: imago

Der Hase hatte sich warm eingepackt, Handschuhe, lange Hose, dazu sogar eine Mütze auf dem Kopf. Der Mann hatte an alles gedacht, nur keine Erkältung riskieren, aber solche Vorsichtsmaßnahmen gehören für Makoto Hasebe zum Selbstverständnis eines hoch professionell arbeitenden Fußballers. Und mit zunehmendem Alter muss man schon etwas mehr auf seinen Körper hören, Makoto Hasebe weiß das, aber er hat ja immer vorbildlich gelebt, auch als er noch jünger war. Mittlerweile, man glaubt es kaum, ist Makoto Hasebe, der Japaner, der Methusalem im Team, 34 Jahre alt, keiner aus der Mannschaft ist älter - aber auch nicht viele besser. 

An diesem zugigen Donnerstagmorgen im Frankfurter Stadtwald haben sich wieder drei Vielspieler, Gelson Fernandes, auch einer der Älteren, Danny da Costa und Jonathan de Guzman, für ein Training unter individuellen Gesichtspunkten im Warmen entschieden, Hasebe aber war draußen bei den Jungen und ganz Jungen. Es hat ihm augenscheinlich viel Spaß bereitet, einmal hat er sogar einen Elfmeter verwandelt, das hat er früher sogar im Ernstfall getan, doch seitdem Sebastien Haller im Team steht, nicht mehr.

Alle (Fußball-)Welt spricht im Moment von den drei aufregenden Stürmern der Eintracht, die auf so spektakuläre Art und Weise für Furore sorgen. In deren Schatten freilich hat sich Makoto Hasebe zu einem nahezu unersetzlichen Aktivposten entwickelt, ein Stoiker und Stratege, der momentan aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken ist. „Weltklasse“ hatte Trainer Adi Hütter seinem Alten nach der Partie gegen Lazio Rom bescheinigt, und hinterhergeschoben, er gebe der ganzen Mannschaft „Sicherheit“. In der Tat befindet sich der Familienvater derzeit in der Form seines Lebens. Was er tut und macht hat Hand und Fuß, er findet im Spiel für jedes Problem die optimale Lösung, selbst unter Bedrängnis, er antizipiert, steht richtig und im Zweikampf kocht er noch jeden Gegenspieler ab. Er wisse ganz einfach, hat auch Torwart Kevin Trapp fast schon bewundernd gesagt, „was er macht“.

Makoto Hasebe ist Mister zuverlässig

Und dass bei Eintracht Frankfurt momentan die Balance zwischen Angriff und Abwehr stimmt, hat eben auch etwas mit dem herausragenden Spiel des Routiniers zu tun. Immerhin verfügen die Hessen nicht nur über den zweitbesten Sturm (26 Tore), sondern auch über die viertbeste Abwehr (13).

Hasebe, dieser Mister zuverlässig, profitiert ganz offenbar davon, nicht mehr einmal im Monat zur japanischen Nationalmannschaft reisen zu müssen, deren Kapitän er jahrelang war. Die vielen Interkontinentalflüge haben dem Defensivspezialisten offenbar doch mehr zugesetzt als gedacht. Hasebe wirkt jetzt noch fokussierter, noch ernsthafter. Nach der Weltmeisterschaft in Russland, seiner vierten, hat er nach 114 Einsätzen in Nippons Auswahl seine Karriere in der Nationalelf für beendet erklärt. „Der Rücktritt“, hat er danach gesagt, „verschafft meinem Körper und meinen Kopf Ruhe“. 

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