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Eintracht Frankfurt Haris Seferovic ist hungrig

Neuzugang Haris Seferovic gibt sich bei seiner Vorstellung in Frankfurt eher wortkarg, träumt aber öffentlich vom Europapokal mit Eintracht Frankfurt.

01.08.2014 15:47
Mit dabei – der Neue: Haris Seferovic. Foto: Jan Huebner

Zur offiziellen Vorstellung im Untergeschoss der Frankfurter Arena kam Haris Seferovic gut 20 Minuten zu spät. Das war, um das vorwegzunehmen, aber nicht der Fehler des Neuzugangs von Eintracht Frankfurt. Nein, letzte Details, letzte Formalitäten galt es noch zu klären, und das gestaltete sich schwierig, weil bei „Südländern zwei Minuten wie zwei Stunden sind“, wie Sportdirektor Bruno Hübner lachend sagte. „Die haben einfach ein anderes Zeitgefühl.“

Die Eintracht aber machte mächtig Druck auf den abgebenden Verein, den spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastian, weil nur zwei Stunden nach Seferovics Präsentation in Frankfurt der Eintracht-Flieger gen Italien abhob. „Und da sollte Haris unbedingt dabei sein“, betonte Bruno Hübner. War er dann auch. Zum Glück.

Haris Seferovic, Schweizer mit bosnischen Wurzeln, war nicht gerade in Plauderstimmung, er gab sich wortkarg und einsilbig, aber nicht unfreundlich oder sperrig. Man muss das verstehen: Auch hinter ihm liegen aufregende Tage; Tage und Wochen der Ungewissheit, nach langer Pokerei hat es Hübner geschafft, den Wunschstürmer nach Frankfurt zu locken und ihn mit einem Dreijahresvertrag auszustatten. „Wir haben uns ganz bewusst für einen jungen, ambitionierten Spieler mit Potenzial entschieden“, begründete Hübner. „Ich denke, das ist eine Win-win-Situation für beide Seiten.“

Es war ein Geduldsspiel. Der Angreifer, 1,87 Meter groß, hätte auch auf die Insel wechseln können nach England oder nach Italien. Er hätte dort mehr Geld verdienen und seinen alten Verein glücklich machen können, weil dieser dann mehr als die 3,2 Millionen Euro Ablöse von der Eintracht eingenommen hätte. „Aber er wollte unbedingt zu uns“, wie Hübner sagte.

„Er hat das den Verantwortlichen in Spanien auch klipp und klar so gesagt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“ Hübner wollte den 22-Jährigen bereits vor Jahresfrist zu den Hessen locken, doch „damals war es uns wirtschaftlich nicht möglich.“ Also nahm der Manager in diesem Sommer einen neuen Anlauf.

Durch das Tor, das wichtige Siegtor bei der WM gegen Ecuador zum 2:1-Sieg der Eidgenossen, sind die Verhandlungen noch mal erschwert und verzögert worden, weil sich Seferovic wieder in den Fokus geschossen und interessant gemacht hatte. Doch für den Torjäger, der keine allzu gute Saison in Spanien hinter sich hat und in 24 Partien nur zwei Treffer beisteuern konnte, stand unverrückbar fest, „dass ich in die Bundesliga will“. Und über die Eintracht habe er, auch vom Schweizer Teamkollegen Tranquillo Barnetta, „nur Gutes gehört“.

Für den weitgereisten Spieler, der in den letzten drei Jahren bei nicht weniger als fünf Vereinen spielte, war der Treffer in Brasilien enorm wichtig, er war eine Erlösung nach langer Durststrecke, er hat ihm selbst auch den Glauben an sich und seine Fähigkeiten zurückgegeben. „Das Tor hat mir geholfen, der Druck ist weg“, sagte er. Er sei kein Spieler, der sich mit dem zufrieden gebe, was er habe, das Verwalten des Status quo sei nicht sein Ding. „Ich will immer eine Stufe höher kommen, ich will mehr“, betonte er.

Das gilt auch für sein Engagement in Frankfurt. Er sei nicht gekommen, um mit der Eintracht gegen den Abstieg zu kämpfen. „Jeder Spieler hat den Traum, im Europapokal zu spielen. Die Eintracht hatte das ja im letzten Jahr erreicht.“ Und das strebt Seferovic, der in Frankfurt 1,3 Millionen Euro pro Jahr verdient, jetzt auch wieder an. „Ich will oben mitspielen, ich will nicht unten sein. Ich bin hungrig.“

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