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Eintracht Frankfurt - Hamburger SV Eintracht tritt auf der Stelle

Eintracht Frankfurt kann sich beim torlosen Unentschieden gegen den Hamburger SV so gut wie nie durchsetzen. Die Eintracht hängt damit weiter ganz tief im Keller der Bundesliga. Die Trainerfrage stellt sich für Bruno Hübner aber nicht.

Konnte sich auch nicht entscheidend durchsetzen: Haris Seferovic (links) im Zweikampf mit Johan Djourou. Foto: Heiko Rhode

Als die torlosen 90 Minuten dann endlich vorbei waren, gab es einige Pfiffe im Stadion im Stadtwald, einige wenige nur, aber vernehmbar. Die aber deutlich lauter wurden, als die Mannschaft in den Block der treuesten Fans gehen und sich verabschieden wollte. Da wurde es dann lauter. Man war ganz offensichtlich nicht zufrieden mit dem Gebotenen.

Und hinterher rätselte man, was der Punkt nun wert sein werde. Immerhin hat Eintracht Frankfurt den Negativlauf gestoppt, hat nach zwei Niederlagen mal wieder einen Punkt ergattert. Toll ist das nicht. Und der ersehnte Befreiungsschlag war das natürlich auch nicht. Eintracht Frankfurt steckt weiterhin tief in der Krise. Und dem Hamburger SV genügte eine allenfalls solide Leistung, um relativ ungefährdet diesen Punkt mit in den Norden zu nehmen. „Der HSV hat uns vor große Probleme gestellt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hinterher.

Mit dem torlosen Unentschieden muss die Eintracht am Ende doch zufrieden sein. Denn besonders viele Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen, hatte sie nicht. Was positiv bleibt, ist, dass die Frankfurter dieses Mal nicht ihre Ordnung verloren hatten. „Wir wollten heute versuchen, erst mal Stabilität hinten rein zu bekommen“, so Bruchhagen. Aber besonders viel Mut macht dieser Auftritt nicht. Spielerisch war das sehr dünn, die Offensive fand praktisch nicht statt. Hamburgs Torwart Rene Adler hatte im besten Fall eine brenzlige Situation zu meistern.

Wieder wurde offensichtlich, dass die Eintracht kaum Tempo aufnehmen konnte, es gab praktisch keine Spielzüge nach vorne. Viel zu häufig wurde hinten herum gespielt. Nach der insgesamt enttäuschenden Leistung, wurde Bruno Hübner gefragt, ob jetzt die Trainerfrage gestellt werden müsse. „Nee, die stellen wir nicht“, sagte der Sportdirektor. Er sah aber auch, dass „die Mannschaft total verängstigt ist“. Bruchhagen ergänzte, man müsse „daran arbeiten, dass wir etwas selbstbewusster sind“.

Geduld sollten sie haben, die Frankfurter Fußballer, hatte Trainer Armin Veh vorher gesagt. Nur nicht so schnell ins Risiko gehen, nur nicht zu schnell Ordnung und Struktur verlieren. Daran hielten sich die Hessen in der ersten Halbzeit, und zwar in einer Weise, dass sie so gut wie gar nicht nach vorne spielten. „Das war sehr zäh“, fand auch Mittelfeldspieler Marco Fabian. Immer wieder wurde zurück und quer gespielt, der sichere Pass stets dem in die Spitze vorgezogen. So kam es, dass die Hausherren in den ersten 45 Minuten zu keiner echten Chance kamen, sieht man einmal von einem harmlosen Schuss von Marc Stendera ab (12,), der HSV-Torhüter Adler vor keinerlei Probleme stellte.

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Trainer Veh hatte tatsächlich den Japaner Makoto Hasebe auf die linke Verteidigerposition gezogen, der etatmäßige Backup für den gesperrten Bastian Oczipka, Constant Djakpa, war nicht einmal im Kader. Marco Russ übernahm die Rolle des „Sechsers“, dazu orientierten sich Szabolcs Huszti und Marc Stendera öfter als sonst in die Defensive. Die Absicht war klar: Nur nicht so schnell in Rückstand geraten.

Denn offensichtlich war zudem, dass diese Eintracht-Mannschaft sichtlich mit den Nerven zu kämpfen hatte. Man roch den Angstschweiß förmlich bis hoch auf die Tribüne, da war kaum einer, der sich mal was zutraute. Nur keine Fehler machen, war die Devise. Das führte freilich dazu, dass in der Hamburger Hälfte nicht viel passierte. Alex Meier war vorne isoliert, Fabian gelang nicht so viel, Huszti spielte seine mittlerweile bekannten sinnfreien Dreimeterquerpässe, und wenn dann Yanni Regäsel einmal völlig frei auf der rechten Seite zum Flanken kam, landete der Ball in Kniehöhe bei einem Hamburger Abwehrspieler. Das war in den ersten 45 Minuten sehr, sehr dünn, was die Frankfurter da zu Wege brachten. Bezeichnend auch, dass Stefan Aigner nach einer halben Stunde seine Schuhe wechselte, weil er immer wieder weggerutscht war. Warum laufen sich die Spieler eigentlich 30 Minuten vorher warm?

Dass es überhaupt noch torlos zur Pause stand, war schierem Glück geschuldet. Der HSV, der mit breiter Brust auftrat, hatte eigentlich genug Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Den Versuch von Gideon Jung blockte Russ (20.) noch ab, den Schuss von Artjoms Rudnevs (25.) parierte der wieder gute Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky und der Schlenzer von Gotoku Sakai strich haarscharf am Winkel vorbei (37.), ebenso wie der Schuss von Nikolai Müller um Zentimeter neben den rechten Pfosten rollte. Zur Pause wurden die Frankfurter übrigens mit Pfiffen verabschiedet.

HSV wirkt reifer

Zur zweiten Halbzeit kamen sie mutiger aufs Feld. Veh hatte den sehr matten Huszti in der Kabine gelassen, Haris Seferovic ging in die Spitze, Fabian auf den linken Flügel, für den er eigentlich im Winter auch geholt wurde, und Meier rückte auf die Zehn. Das Spiel wurde in der Folge dessen einen Ticken offener, zumindest kam die Eintracht wenigstens ab und an in die gegnerische Hälfte, ohne sonderlich große Gefahr zu verbreiten. „Unsere Einstellung war in der zweiten Halbzeit auf jeden Fall besser“, analysierte Fabian. Doch der HSV wirkte weiterhin flinker, fußballerisch reifer. Nur wenn den Gästen selbst Fehler unterliefen, kamen die Frankfurter gefährlich vor. Etwa nach 65 Minuten, als sich Regäsel, den Aaron Hunt oft aussehen ließ wie einen Anfänger, den Ball erkämpfte, doch Aigner, der völlig abgemeldet war am rechten Flügel, schaffte es nicht, den mitgelaufenen Fabian in Szene zu setzen.

Immerhin kam mit der Einwechslung von Seferovic ein wenig Schwung in die Aktionen der Eintracht. Und der Schweizer war es auch, der die beste Möglichkeit der Frankfurter bis dato vorbereitete. Sein Querpass durch den Strafraum an Freund und Feind vorbei erreichte Aigner, doch sein Winkel war zu spitz, Rene Adler konnte parieren. 72 Minuten waren da schon gespielt, es war die beste Zeit der Eintracht, die sich immerhin sehr bemühte, den berühmten Bock umzustoßen. Marco Russ (77.) verpasste dann mit einem Kopfball knapp das Ziel. „Es ist eine sehr schwierige Situation“, sagte Fabian. „Und das bleibt es auch.“

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