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Eintracht Frankfurt Goncalo Paciencia macht einen guten Eindruck

Der Frankfurter Neuzugang Goncalo Paciencia startet mit viel Enthusiasmus ins Training. Auch Evan N'Dicka ist erstmals dabei.

Goncalo Paciencia
Hat einen Schluck aus der Pulle dringend nötig: der neue Angreifer Goncalo Paciencia. Foto: Jan Hübner

Nach den ersten zwei Stunden auf dem Trainingsplatz musste er erst einmal durchpusten. Auf dem Boden sitzend, die Kickschuhe schnell von sich geworfen, die Beine nach vorne gestreckt, die Waden lockernd. Goncalo Paciencia war geschafft. Der neue Stürmer der Frankfurter Eintracht, der für etwas mehr als drei Millionen Euro vom portugiesischen Meister FC Porto losgeeist wurde und einen Vierjahresvertrag unterschrieb, trainierte gestern erstmals mit seiner neuen Mannschaft. Um es vorweg zu nehmen: Er machte einen guten Eindruck.

„Ich habe noch einige Tage in Porto trainiert, aber als ich von der Möglichkeit in Frankfurt gehört habe, war das schnell entschieden. Es ist ein großer Schritt“, sagte Paciencia, als er sich wenig später wieder erholt hatte. Die Eintracht-Verantwortlichen waren bereits im Frühjahr an den Berater des einmaligen portugiesischen Nationalspieler herangetreten und hatten ihr Interesse hinterlegt. Als dann die ordentliche Saison durch den Triumph im DFB-Pokal und den damit verbundenen Einzug in die Europa League zu einer unvergesslichen gemacht wurde, intensivierte sich der Kontakt.

Goncalo Paciencia agiert gerne mit dem Rücken zum Tor

„Wenn es um einen Klub in diesen Dimensionen geht, muss man nicht lange überlegen“, sagte der 23-Jährige, der beim Champions-League-Teilnehmer nur eine Nebenrolle gespielt hatte. In den vergangenen Jahren wurde er mehrfach verliehen: Olympiakos Piräus, Rio Ave FC und Vitoria Setubal – keine großen Nummern, lediglich Mittelklasseklubs. „Es war in der Tat nicht so gut, ständig verliehen zu werden. Aber das gehört der Vergangenheit an, hier bekomme ich eine neue Chance.“

Schon in seinen ersten Aktionen wurde klar, was die Eintracht von ihrem neuen Mann mit dem Dutt auf dem Kopf, der seine Haarbänder griffbereit ums Handgelenk trägt, erwarten kann. Goncalo Paciencia ist ein Stürmer, der gerne mit dem Rücken zum Tor agiert. Einer, der die Bälle auf seine Mitspieler abtropfen lässt. Und der vor dem Kasten nicht lange fackelt. „Natürlich treffe ich lieber, als dass ich Tore vorbereite“, sagte er ehrlich und lachte. Ein echter Mittelstürmer eben, der sich gegen die Platzhirsche Sebastien Haller und Luka Jovic sowie einen vierten Angreifer, der noch geholt werden soll, durchsetzen muss.

Was seine Stärken sind? „Darüber rede ich nicht gerne“, sagte Paciencia. Technisch sei er aber ein ganz guter Spieler. In einem ersten knapp halbstündigen Trainingsspielchen gelang ihm prompt ein Treffer. „Ich will einfach genießen und meine Chance maximal ausnutzen“, sagte Paciencia.

Bereits seit Montag weilt der Portugiese in Frankfurt, die ersten Eindrücke haben ihm gefallen. „Es ist eine große, eine multikulturelle Stadt, deshalb wird es mir leichtfallen, sich hier einzuleben.“ Freilich, das mit dem Deutsch werde noch eine Weile dauern, so Paciencia, „nach drei Monaten sollte das aber klappen.“ Bis dahin muss David Abraham eine Doppelrolle erfüllen – als Verteidiger und Übersetzer. Wann immer Trainer Adi Hütter in seinem vorarlbergerisch angehauchten Deutsch Anweisungen gab, hing Paciencia an den Lippen des Frankfurter Kapitäns. Und nickte eifrig. Alles verstanden, sollte das heißen. „Ich werde lernen“, sagte Paciencia.

Über Frankfurt, über die Bundesliga, da weiß der Neue dagegen ziemlich gut Bescheid. Zum einen habe er die Liga immer mal im Fernsehen verfolgt, zum anderen habe er sich bei einigen Landsleuten, etwa dem Leipziger Bruma oder dem Dortmunder Raphael Guerreiro, informiert. Die Empfehlungen: „Alle haben gesagt, mach das.“ Er wisse, was auf ihn zukomme. „Die Liga ist ziemlich körperlich, die Intensität hoch“, sagte Paciencia, „aber ich werde hart dafür arbeiten, um diese Hürden zu überwinden.“

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