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Eintracht Frankfurt Glückshormone unter Flutlicht

Nach der Länderspielpause wollen die Frankfurter gegen Gladbach die sportliche Wende herbeiführen.

Haris Seferovic
Im Hinspiel ging?s eng zu: Gladbachs Torwart Yann Sommer im Zweikampf mit dem Frankfurter Haris Seferovic. Foto: rtr

Die Sonne scheint, Glückshormone fliegen, Vögel zwitschern, abends ist es länger hell und Eintracht Frankfurt steht auf dem siebten Tabellenplatz. Hach, das Leben ist schön, findet Trainer Niko Kovac. Er findet sowieso, dass das Glas immer halb voll ist, dass positives Denken viel, viel sinnvoller ist als negatives und Energie bringt, und dann „lebt es sich besser.“ Ohnehin sei gerade die Vorfreude auf die nun anstehende englische Woche mit Spielen gegen Borussia Mönchengladbach, den 1. FC Köln und Werder Bremen – allesamt abends unter Flutlicht, aber genauso schön wie bei Sonnenschein – bei ihm und Eintracht Frankfurt groß. Dazu hätte die Mannschaft, zumindest die Spieler, die während der 14-tägigen Länderspielpause in Frankfurt geblieben waren, „außerordentlich gut trainiert“, und die anderen seien mit ihren Ländermannschaften immerhin im Rhythmus geblieben. Bei Eintracht Frankfurt, so hat es den Anschein, ist alles in Butter.

Leider hat die Mannschaft seit zwei Monaten kein Spiel mehr gewonnen, stattdessen einen Punkt von 18 möglichen geholt und in diesen sechs Spielen genau ein Tor erzielt. Und dann wird am Tag vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr) auch noch danach gefragt, welche Auswirkungen eine durchaus mögliche Niederlage gegen Gladbach auf die atmosphärische Lage im Frankfurter Lager hätte.

Da hat Kovac erst mal durchgeatmet, dann ist er grundsätzlich geworden. „Die Menschen“, hub er dann an, „denken und reden zu negativ.“ Viel mehr sollte man stets positiv an Dinge herangehen, es fiele vieles leichter. Entsprechend hat sich Trainer Kovac kein bisschen mit dem Gedanken beschäftigt, womöglich gegen Borussia Mönchengladbach zu verlieren. „Schauen Sie, mindestens 80 Prozent der Bundesligisten muss damit rechnen, am Wochenende auch verlieren zu können.“ Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch zu niedrig gegriffen. Auch Eintracht Frankfurt muss, logisch, eine Pleite einkalkulieren, aber warum soll sich Kovac damit schon vor dem Anpfiff auseinandersetzen?

Macht er natürlich nicht, es gibt ja noch ein paar andere offene Fragen. Etwa, ob die Eintracht trotz des Saison-Aus für Makoto Hasebe, der nach seiner Knie-OP in Japan bereits mit den Reha-Maßnahmen begonnen hat und noch vor Saisonende nach Frankfurt zurückkehren wird, mit einer Fünferkette oder doch besser mit einer Viererkette agieren soll. Das verrät der Coach nicht, da könnte er ja gleich öffentlich trainieren. „Wir haben alles durchgespielt.“ Er tendiert zur Fünferkette mit Michael Hector, weil die Gladbacher bei Standards Vestergaard und Christensen nach vorne beordern könnten – baumlange, kopfballstarke Spieler.

Alex Meier fällt wegen seiner schmerzhaften Fersenblessur bis auf Weiteres aus. In den letzten Jahren habe Meier ohnehin nur 20, 25 Spiele machen können, man habe sich somit ohnehin damit abfinden müssen, dass „Alex mit 34 Jahren keine 34 Spiele mehr macht“. Und es sei ja auch nicht so, dass er jede Chance zu 100 Prozent verwandelt, sodass keine Mensch sagen könnte, ob man mit Meier die letzten sechs Spiele besser abgeschnitten hätte. „Es gibt keine Notwendigkeit, über das Thema zu reden.“ Meier habe im Klub einen „Status, der seinesgleichen sucht“. Er habe „viel für den Klub geleistet“, und er, Kovac, hoffe, dass er bald zur Verfügung stehe. Seine Tore könnten die Hessen in der Tat gut gebrauchen. „Irgendwann wird diese torlose Phase auch vorbeigehen.“ Gegen Mönchengladbach?

„Da geht die Post ab“

Womöglich, vermutet der Fußballlehrer, liege der Eintracht die Borussia, die „Fußball spielen will“, sodass sich Räume öffnen könnten. Andererseits kämen die Gladbacher „mit einem Selbstvertrauen an, das größer nicht sein könnte“. Und unter Dieter Hecking spielten sie nicht nur einen gepflegten Ball, sondern auch noch eine disziplinierten. „Wenn die den Ball haben, geht die Post ab.“ Sein Team, das auf die Dienste des zuletzt an der Achillessehne lädierten Omar Mascarell bauen kann, müsse kämpferisch dagegenhalten, sagte Kovac.

Und mit einem bisschen Glück könne man die beiden Heimspiel der englischen Woche nutzen, die ominösen 40 Punkte endlich zu holen. Selbst wenn nicht, ist eines für Kovac sicher: „Es wird eine erfolgreiche Saison werden, vielleicht eine sehr erfolgreiche.“ Immer positiv denken.

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