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Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC Zornig auf den Pfeifenmann

Eintracht Frankfurt spielt nicht gut, verliert mit 0:1 gegen Hertha BSC und fühlt sich zu Recht ein bisschen verschaukelt.

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt
Vergeblicher Protest: Makoto Hasebe versteht nicht, warum Daniel Schlager nicht in seine Pfeife blies. Foto: dpa

Am späten Abend versuchten sie noch einmal alles. Sie fokussierten ihr Ziel, eilten in hohem Tempo auf es zu, sie fuchtelten mit ihren Armen in der Luft herum und schüttelten die Köpfe. Sie redeten auf ihr Ziel ein und meckerten es an. Doch aller Einsatz, er sollte umsonst gewesen sein. Es half ja nichts mehr, die Lage war aussichtslos, denn das Spiel zwischen Hertha BSC und Eintracht Frankfurt war vor wenigen Sekunden beendet worden. Schiedsrichter Daniel Schlager hatte den 1:0 (1:0)-Heimsieg der Berliner, die zweite Frankfurter Niederlage in der Fußball-Bundesliga nacheinander, mit seinem Abpfiff besiegelt und durfte sich fortan dem Zorn der Gäste aus dem Hessenland gewiss sein.

Sofort ergriff Jetro Willems das Wort, Carlos Salcedo, Makoto Hasebe, Mijat Gacinovic, eigentlich der ganze Rest des Teams folgten. Ihre deutliche Ansage: Das war doch ein glasklarer Elfmeter. Ein Halten an Luka Jovic in der 87. Minute, ein Foulspiel des Berliners Marko Grujic.

Schiedsrichter Schlager, 29 Jahre jung aus Rastatt in Baden-Württemberg, am Samstagabend im Berliner Olympiastadion erst zum vierten Mal in der deutschen Eliteklasse an der Pfeife, da ahnte er angesichts der Vehemenz der Proteste vermutlich schon, dass er einen Fehler gemacht hatte. 

Eingestehen konnte er das freilich nicht, achselzuckend stand der Mann in Schwarz vor den wütenden Profis in roter Berufskleidung, hortete seine Assistenten als Schutzwall um sich, verließ schnurstracks das Stadionrund und hinterließ aufgebrachte Frankfurter.

Rechtsverteidiger Danny da Costa etwa hatte gar kein Verständnis für den ausgebliebenen Strafstoß: „Ich weiß nicht, was man sonst machen muss, damit gepfiffen wird. Vielleicht huckepack hinten drauf springen? Das ist natürlich bitter.“ Sportvorstand Fredi Bobic sprach im ZDF-Sportstudio von „Wahnsinn“.

Was war also passiert drei Minuten vor dem Ende des ansonsten öden Bundesligakicks? Mit aller Verzweiflung hatte sich die Eintracht in der Schlussphase gegen die drohende Niederlage gestemmt. Sie kombinierte da längst nicht mehr, sie bolzte den Ball schlicht nur noch nach vorne.

Über Willems gelangte dieser tatsächlich zum einschussbereiten Jovic. Der serbische Angreifer, etwa acht Meter vor dem Berliner Kasten, wollte gerade abziehen, als er von hinten umklammert wurde. Marko Grujic, ein Jugendfreund Jovics aus gemeinsamen Zeiten bei Roter Stern Belgrad, legte seine beiden Arme um den Oberkörper des 20-Jährigen. Er hielt ihn und brachte Jovic zu Fall. Zwingend ein Elfmeter. Doch Schlagers Pfeife blieb stumm. Ein Fehler. „Was ich dabei vor allem nicht verstehen kann, denn er zieht Luka klar runter, ist, warum es kein Signal aus Köln gegeben hat und man sich die Szene nicht wenigstens noch einmal anschaut“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter sachlich.

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