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Eintracht Frankfurt Frustrierter Rönnow, glücklicher Trapp

Eintracht Frankfurt holt im letzten Moment Kevin Trapp zurück, weil es am Vertrauen in den eigentlichen Stammtorhüter Frederik Rönnow mangelt.

Kevin Trapp
Kevin Trapp kehrt ins Frankfurter Tor zurück. Foto: dpa

Und er hatte sich akribisch vorbereitet. „Alle bürokratischen Dinge, die nichts mit Fußball zu tun hatten, habe ich schon vorher erledigt. Ich wollte mich vom ersten Tag an voll auf den Fußball konzentrieren können.“ Sogar deutsche Lehrbücher hatte der Nationalspieler zur WM nach Russland genommen. Und dann das. 

Das Knie ist Rönnows Schwachpunkt

Die Zweifel an seiner körperlichen Unversehrtheit sind zu groß, das Knie ist sein Schwachpunkt. Schon im Trainingslager in Gais vor gut vier Wochen musste er eine Pause einlegen, die auf zwei Wochen anwuchs. Eine Entzündung im Knie hatte ihn auf Eis gelegt. Ob er anschließend gänzlich beschwerdefrei war, darf bezweifelt werden, seine Leistungen waren anfangs dünn, ab und an zwickte das Knie. Erst am Dienstag konnte er das Training wegen leichter Beschwerden im Gelenk nicht regulär beenden. 

Die Eintracht-Verantwortlichen machen kein Hehl daraus, dass ihre Befürchtungen zu groß waren. „Die aktuellen Knieprobleme von Frederik Rönnow haben uns zum Nachdenken veranlasst. Leider hatte sich unser Stammtorhüter in der Vorbereitung eine Knieverletzung zugezogen, die noch nicht ganz verheilt ist und ihm immer wieder zu schaffen macht“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Er machte dem Dänen aber auch Mut: „Wir glauben an seine Qualitäten und sind davon überzeugt, dass er in die Rolle als Nummer eins hineinwachsen wird.“

Die Probleme sind für Rönnow nichts Neues. Schon im Jahr 2014 hatte er eine hartnäckige Entzündung im Knie, die ihn ein ganzes Jahr gekostet hat. Kein einziges Pflichtspiel konnte der Torwächter in dieser Zeit bestreiten. 

Rönnow muss seinen Frust erst einmal verarbeiten

Es drängt sich daher unweigerlich die Frage auf, ob die Eintracht-Ärzte beim Medizincheck diese Problematik nicht erkannt haben oder eben nicht erkennen konnten. Günstig war der 26-Jährige jedenfalls nicht, er hat mehr als drei Millionen Euro gekostet – um sich nun auf die Bank setzen zu müssen. Das war nicht das, was sich die Nummer zwei Dänemarks vorgestellt hat. 

Andererseits sollte er jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern hart an sich arbeiten, um womöglich in einem Jahr einen neuen Anlauf als Nummer eins zu nehmen; Kevin Trapp ist ja erst einmal nur für ein Jahr ausgeliehen. Seine Knie, das ist die Grundvoraussetzung, müssen dazu natürlich halten. Klar ist auch, dass Rönnow seinen Frust erst einmal verarbeiten muss. Vielleicht gewährt ihm Trainer Adi Hütter ja auch das eine oder andere Spiel in der Europa League. 

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