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Eintracht Frankfurt - Fortuna Düsseldorf Die neue Eintracht

Der Frankfurter Bundesligist erfindet sich gerade neu und denkt sehr, sehr offensiv.

Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt  - Fortuna Duesseldorf
Fünf Tore, sieben Vorlagen in der Liga: Sebastien Haller. Foto: Huebner/Scheiber (imago)

Trotz eher düsterer Tage, in die der junge Mann mit dem ewigen Vollbart irgendwie hineingeraten war und die erst so langsam wieder aufhellen, hat er sich eine bemerkenswerte Klarheit und Offenheit bewahrt. Das ist im heutigen Profigeschäft nicht selbstverständlich, weil sich die meisten Spieler zu stromlinienförmigen, angepassten Menschen verbiegen lassen. Marc Stendera ist keiner, der große Töne spuckt, der aufbegehrt oder die Abteilung Attacke anführt, gewiss nicht, aber der noch immer erst 22-Jährige legt Sachverhalte einfach so dar, wie sie eben sind. 

Nach der rauschenden Ballnacht beim schon jetzt sagenumwobenen 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf sprach der Mittelfeldspieler also, und er meinte ja nur, was er sagte: „Wir schauen nicht nach unten, wir schauen nach oben.“ Und so generell: „Unser Weg ist nach vorne gerichtet. Wir wollen schönen Fußball spielen und die Leute begeistern.“ Besser hätte man diesen Abend des 19. Oktober nicht zusammenfassen, besser hätte man auch die Gesamtsituation von Eintracht Frankfurt im Herbst 2018 nicht beschreiben können.

Luka Jovic schafft, was keiner geschafft hat

Dieses 7:1 war natürlich ein historischer Sieg, einen Fünferpack wie jenen von Luka Jovic hat noch kein Eintracht-Spieler zuvor geschafft, auch die ganz Großen nicht. Und das letzte Mal, dass die Frankfurter sieben Treffer in 90 Minuten erzielt haben, nun ja, das liegt auch schon eine ganze Weile zurück, im November 1984 wurde Waldhof Mannheim mit 7:2 auf die kurze Heimreise geschickt, damals spielten noch Jürgen Pahl, Charly Körbel oder Thomas Berthold. 

Makoto Hasebe, der älteste Profi der aktuellen Mannschaft, war seinerzeit nicht mal zehn Monate alt, alle anderen noch nicht mal geboren. Und jetzt das, dieser Paukenschlag, dieses Statement der Eintracht. Es ist nicht nur diese eine Gala gegen einen völlig überforderten Neuling, das wie ein Versprechen für die Zukunft steht, nein, es ist die Art und Weise, wie die Mannschaft von Trainer Adi Hütter auftritt, wie sie das Spiel interpretiert, nämlich entfesselt, zügellos und mitreißend. Es ist die Lesart des Spiels, die sehr wohl Netz und doppelten Boden beinhaltet, die nicht ohne Absicherung funktioniert, also beileibe kein Wildwestfußball, aber die Spektakel verspricht. 

Die Offensive der Eintracht ist eine echte Waffe, der Angriff mit Luka Jovic, Sebastien Haller und natürlich Ante Rebic, der am Freitag nicht mal dabei war, gehört sicher zum besten, was die Bundesliga im Angebot hat. „Ja, das ist so“, bestätigt auch der furiose Mittelstürmer Haller.
Der Franzose ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Mannschaft mit der Entwicklung der einzelnen Spielern wachsen kann. In der vergangenen Saison traf Haller in der Hinrunde zwar regelmäßig, doch er war nicht mal annähernd in der Verfassung, in der er heute ist. Er ist zu einem Fixpunkt, einem Schlüsselspieler geworden, spielstark, robust, beweglich, an fast jedem Tor beteiligt.

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