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Eintracht Frankfurt Fette Finanzspritze für Eintracht Frankfurt

Die Eintracht stärkt das Eigenkapital um satte 15 Millionen Euro. Das Geld soll nicht ad hoc in neue Spieler fließen, sondern auch in Infrastruktur.

09 12 2017 xjhx Fussball 1 Bundesliga Eintracht Frankfurt FC Bayern Muenchen emspor v l Masko
Die Freunde des Adlers GmbH haben 18,55 Prozent der Aktion vom bisherigen Gesellschafter Eintracht Frankfurt e.V. erworben. Foto: imago

Eintracht Frankfurt ist ein wegweisender Schritt gelungen, um die wirtschaftliche Stabilität auf Jahre abzusichern: Am Montag teilte der Bundesligist mit, dass die Kapitalbasis durch die Aufnahme von 15 Millionen Euro erhöht wird. Damit sei die „sportliche und strukturelle Wettbewerbsfähigkeit der Eintracht in den kommenden drei Jahren“ gestärkt, hieß es.

Im Zuge dieser Transaktion wurde der Aktionärskreis der Eintracht Frankfurt Fußball AG erweitert. „Als neuer Aktionär haben die Freunde des Adlers GmbH 18,55 Prozent der Aktien vom bisherigen Gesellschafter Freunde der Eintracht Frankfurt AG erworben, die nun zehn Prozent der Anteile hält“, hieß es in der Mitteilung. Die Anteilshöhe der beiden anderen Aktionäre Eintracht Frankfurt e.V. (67,88%) und Wolfgang Steubing AG (3,57%) seien unverändert geblieben. Interessant: Hinter der „Freunde des Adlers GmbH“ stehen im Grunde mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Philip Holzer – seit acht Jahren im Aufsichtsrat - und Stephen Orenstein nur zwei Personen. Holzer ließ verlauten, er wolle mit seinem Engagement sicherstellen, dass die Herausforderungen der nahen Zukunft „gut gemeistert werden können.“ Holzer, ein einflussreicher Ex-Banker, steht auch federführend für das komplizierte Investment, er hat es in vielen, vielen Monaten aus der Taufe gehoben und wasserdicht gemacht. Das war, alles in allem, ein schwieriges Unterfangen.

Auch der Frankfurter Unternehmer Orenstein verfolgt offenbar keine eigenen Ziele: Der 54-Jährige ist seit 1985 ununterbrochen Eintracht-Dauerkarteninhaber und hat offenbar ein genauso großes Herz für die Adlerträger wie Holzer. Der Eintracht ging es gerade darum, dass die handelnden Personen keine persönlichen Interessen verfolgen. Zustände wie in Hamburg, wo Mäzen Klaus-Michel Kühne Geld zuschießt und gleichzeitig operativ Einfluss nehmen will, soll und wird es in Frankfurt nicht geben.

Präsident Peter Fischer lobte die neuen Gesellschafter als „in Frankfurt bekannte Gesichter und anerkannte Persönlichkeiten“, die sich für die Eintracht-Familie seit vielen Jahren wirtschaftlich engagierten.

Finanzvorstand Oliver Frankenbach frohlockt über die neue finanzielle Basis, nachdem das Eigenkapital zuvor bei knapp zehn Millionen Euro gelegen hatte und sich nunmehr mehr als verdoppelt hat: „Wir haben unser Eigenkapital zu hervorragenden Konditionen stärken können.“ Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing sprach von einer „optimalen Lösung.“

Investitionen in Infrastruktur

Es ist jedoch ein Trugschluss, dass das nun generierte Kapital umgehend in neue Spieler fließen soll. Nach FR-Informationen erhöht sich das im kommenden Sommer für Investitionen zur Verfügung stehende Budget von rund 20 Millionen Euro sehr wohl, aber eher im überschaubaren Bereich, gewiss nicht um diese 15 Millionen. Vielmehr gehe es darum, auch durch diese Finanzspritze im Hintergrund einen Puffer zu schaffen, um allzeit handlungsfähig zu sein und auch mal Millionen-Transfers in die Zukunft frühzeitig auf den Weg bringen zu können. Diese Möglichkeit hatte dem Klub aufgrund des stets auf Kante genähten Budgets gefehlt. Zudem entstehen durch den Neubau einer Geschäftsstelle und der geplanten Umbaumaßnahmen im Stadion mit einer Erhöhung der Stehplatzkapazität auf absehbare Zeit auch Mehrbelastungen.

Durch die hohen Kosten für die Nutzung der Arena sind die Hessen im Vergleich zu etlichen Konkurrenten ohnehin im Nachteil. Nun besteht eine bessere Planbarkeit. Weiterhin wird ein nachhaltiges Wachstum angestrebt, für das diese Saison ein gutes Beispiel ist, wenn sportlicher Erfolg mit wirtschaftlichen Erlösen korrespondiert. Zum einen hat der Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale nicht eingeplante Zusatzeinnahmen gebracht, zum anderen haben etliche Akteure durch ihre Entwicklung den Marktwert steigern können.

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