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Eintracht Frankfurt Euphorie sieht anders aus

Eintracht Frankfurt trifft im ersten Spiel der USA-Reise auf Real Salt Lake City. Zuschauer kann die Paarung allerdings kaum anlocken. Das amerikanische Fußballpublikum hat noch etwas Nachholbedarf.

Eintracht Frankfurt
Ist mit der Eintracht auf seiner ersten USA-Tour: Trainer Adi Hütter. Foto: imago

Die Fans haben ihren Wunsch schon oft gesanglich postuliert: “Eintracht Frankfurt international”. Der Verein kommt ihm in diesem Jahr gleich zweimal nach: Ab September in der Europa League, momentan mit einer so genannten Internationalisierungs-Reise in die USA. Aber in den Staaten hat davon kaum jemand etwas mitbekommen.

Wer tagsüber durch die Straßen der Stadt schlenderte, der bekam keine Ahnung davon, dass am Abend der immerhin amtierende deutsche Pokalsieger im Rio-Tinto-Stadion gastieren sollte. Spielankündigungsplakate suchte man vergebens, allerdings ebenso Menschen, die sie hätten sehen können. Von einigen Mormonen abgesehen, die eines der zahlreichen ihrer Gebäude in Schuss hielten. Wie Ernst es dem gastgebenden Verein Real Salt City mit der Werbung für das vermeintliche Spiel des Jahres war, zeigt auch die Episode mit den Reinigungskräften der Sportakademie, in der die Eintracht seit Samstag trainiert. Die wussten nämlich nichts von dem Spiel.

Und so verwunderte es nicht, dass das Stadion ziemlich leer war. Kein Vergleich zum Ligaspiel am vergangenen Samstag, als noch rund 17000 Zuschauer kamen. Stimmung kam dementsprechend auch keine auf. 

Aber von wem auch? Wer noch einen Beweis brauchte, dass das amerikanische Fußballpublikum noch mehr als Nachholbedarf hat, bekam ihn. Bei der unvermeidlichen Nationalhymne waren alle noch aktiv, standen artig auf und legten vielfach die Hand auf die Brust. Danach bestand die größte Aktivität darin, für eine Kamera in der Halbzeitpause möglichst bescheuert zu tanzen. Oder sich ein Bier für geschmeidige zehn Dollar zu holen.

Da staunte ein kleiner Teil der Eintracht-Fans nicht schlecht. Nämlich die, die eigens für die beiden Spiele (am Samstag geht es ja noch nach Philadelphia) aus Deutschland angereist waren. Sieben waren es genau. Hinzu kamen einige Urlauber sowie gar nicht mal wenige Ausgewanderte, die auch innerhalb der USA für das Spiel teilweise größere Strecken auf sich nahmen, unter anderem aus New Jersey. Und um zu verstehen, wieso man zu einem Eintracht-Spiel in kompletter Deutschland-Montur erscheint, dafür muss man wohl schon länger in den USA wohnen.

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