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Eintracht Frankfurt „Es kann auch uns erwischen“

Eintracht Kapitän Alex Meier warnt am Ende des Trainingslagers davor, sich schon in Sicherheit zu wiegen. Trainer Veh findet: „Der Alex ist wieder zurück“.

Alex Meier und David Kinsombi beim Training in Abu Dhabi. Foto: Jan Huebner

So genau weiß Alexander Meier nicht, das wievielte Trainingslager dieses in Abu Dhabi jetzt war. Deutlich mehr als zwei Dutzend sind es allemal, immerhin ist der „Lange“ jetzt auch schon im 13. Jahr Profi, da kommt einiges zusammen an Vorbereitung. Aber im Grunde ist es immer dasselbe, auch wenn mal mehr – wie jetzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten – und mal weniger die Sonne scheint. „Vorbereitung ist Vorbereitung“, sagt der bald 33 Jahre alte offensivste Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt. Es geht darum, fit zu werden, die körperlich Grundlagen für eine neue Saison zu legen, sich einzuspielen, Spielfreude zu entwickeln. Mehr ist es nicht.“ Fingerzeige zu finden, gar Hinweise auf die dann folgende Halbserie, hat sich Meier längst abgewöhnt, ob eine Vorbereitung gut oder schlecht sei, lasse sich ohnehin erst am Ende der Runde erkennen. Dennoch hat er festgestellt: „Alle ziehen mit. Eine Auszeit hat sich keiner genommen.“

Wieder bei Null anfangen

Nun ist es aber so, dass Eintracht Frankfurt dringend darauf angewiesen ist, so etwas wie einen Neustart hinzukriegen, „wieder bei Null anzufangen“, wie Kapitän Meier sagt. Die Hinrunde ist Eintracht Frankfurt daneben gegangen, wenn Meier die erste Halbserie benoten müsste, hätte er eine Vier Minus gegeben, genau dieselbe Note, mit der die FR in ihrem Zwischenzeugnis die Runde bewertet hatte. „Klar sind wir in Abstiegsgefahr“, sagt Meier. „Die Mannschaften liegen so eng beieinander, es kann ganz viele erwischen. Es kann auch uns erwischen.“ Deshalb dürfe man sich keineswegs „in Sicherheit wiegen“, drei Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz seien extrem wenig.

Ein Abstieg dürfe sich die Eintracht nicht leisten, der Klassenerhalt sei man allein schon dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen schuldig, der im Sommer sein Amt bei den Hessen aufgibt. Gerade Meier verbindet ein herzliches Verhältnis zum Klubchef. Bruchhagen war es, der in den ersten Jahren ein besonderes Auge auf den jungen Meier hatte, der ihn als Mentor in vielerlei Hinsicht beraten hatte. „Wegen Spielern wie Meier gehe ich morgens gerne ins Büro“, hat Bruchhagen einmal gesagt. Der Chef hat jetzt aber auch sehr deutlich die Führungsspieler in die Pflicht genommen. „Sie müssen sich verbessern.“

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Entscheidend wird also sein, dass die Leistungsträger bei Eintracht Frankfurt in den nächsten Wochen wieder ins Laufen kommen. Dies hat Trainer Armin Veh immer wieder postuliert, „und da hat er Recht“, sagt Meier, der trotz aller Schwierigkeiten mit sieben Treffern wieder bester Eintracht Schütze ist. Deshalb ist ein wenig mehr Konkurrenzkampf durch die Neuverpflichtungen auch genau das richtige.

Zurück in der Spur

Gerade auf seinen Schultern lastet aber eine Menge Verantwortung, Meier weiß das, so ist es in den letzten Jahren ja immer. Ist Meier gut, geht es der Eintracht gut. Meier ist die Frankfurter Lebensversicherung. Und ausgerechnet der Kapitän fiel nach seinem sensationellen Comeback gegen den 1. FC Köln nach seiner schweren Knieoperation lange in ein tiefes Loch. Das war zwar allenthalben erwartet worden, als die Krise dann aber da war, schien man doch überrascht. Veh fand, es habe Spiele gegeben, „in denen Alex gar nicht mitgespielt hat“. Und der Tiefpunkt war sicherlich die Partie gegen Mainz 05, als Meier die gelb-rote Karte sah, „meine erste in der Bundesliga“, und dann gegen Darmstadt (0:1) fehlte.

Doch langsam kehrte der Lange zurück in die Spur. Auf einmal klappten die Dinge wieder, er krabbelte aus dem Loch heraus. Er kann das gar nicht erklären, es gab auch keinen besonderen Moment, als die persönliche Schaffenskrise endete. „Auf einmal läufst du wieder zu den richtigen Punkten“, sagt Meier. Schon in der Trainingswoche vor dem Dortmund-Spiel habe er gefühlt, dass es besser läuft. In Dortmund schoss er prompt ein Tor, auch gegen Werder Bremen traf er. Und auch jetzt in Abu Dhabi ist der 32-Jährige ein verlässlicher Schütze, in den Trainingsspielchen trifft er nach Belieben. Im Testspiel gegen Al-Ahli erzielte er zwei Tore beim 5:1-Sieg.

„Der Alex ist wieder zurück“, findet Veh, eine ähnliche Tendenz hat er bei Stefan Aigner festgestellt. Alles Indizien für eine Wende zum Besseren? Oder einfach nur eine Momentaufnahme? Alexander Meier will da keine großen Worte machen, ohnehin plädiert er für mehr Sachlichkeit. Auch auf die Frage, wo die Eintracht stehe, bleibt er zurückhaltend. Irgendwo zwischen den Polen verortet er die Eintracht, zwischen guten Auftritten wie gegen Köln und Bayern und desaströsen Spielen wie gegen Aue und Ingolstadt, „dazwischen liegt die Wahrheit“. Für Meier, der sich fürs neue Jahr nichts anderes wünscht, „wie immer“, als gesund zu bleiben, ist aber auch eines klar: „Unsere besten Spiele haben wir gemacht, wenn wir offensiv nach vorne gespielt haben. Das ist der beste Weg.“

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