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Eintracht Frankfurt Es fehlt die Balance im Eintracht-Kader

Eintracht Frankfurt darf die Augen nicht vor einer grundsätzlichen und offensichtlichen Schwäche verschließen: Es fehlt an einem Kreativzentrum im Mittelfeld. Ein Kommentar.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen
Noch viel Arbeit für Adi Hüter Foto: dpa

Klar, der Kampf gegen die Bremer Übermacht war „heroisch“, wie Trainer Adi Hütter feststellte, natürlich hätte sich der Punkt wie ein Sieg angefühlt, und keine Frage: Eintracht Frankfurt hat sich auch so teuer wie möglich verkauft. Und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Sicher ist ein Gegentor in allerletzter Sekunde immer ärgerlich und tut besonders weh. Hätte man doch nur noch ein paar Augenblicke länger durchgehalten!

Aber selbstverständlich darf Eintracht Frankfurt die Augen nicht vor einer grundsätzlichen und offensichtlichen Schwäche verschließen: Es fehlt an einem Kreativzentrum im Mittelfeld, es fehlt an Spielern, die einen geordneten Spielaufbau in die Wege leiten, die den Pass in die Spitze spielen können. Daran mangelt es der Eintracht doch sehr, fußballerisch ist das bislang dünn. 
 Das hat sich schon beim Auftakt in Freiburg angedeutet, der 2:0-Sieg hat da vieles übertüncht, auch da waren Torchancen sehr rar gesät. Gegen insgesamt biedere Bremer schossen die Hessen fünfmal aufs Tor. Klar, mit zehn Mann ein spielerisches Feuerwerk zu erwarten, ist einigermaßen weltfremd. Aber kann man nicht etwas mehr fußballerische Qualität verlangen? 

Die zweite Trainingsgruppe dürfte aufgelöst werden

Denn bislang steht das gesamte Frankfurter Projekt auf äußerst tönernen Füßen. Ohne das Heft des Handels in die Hand zu nehmen, wird es für die Zukunft schwer werden – gerade auch vor dem Hintergrund interessanter und nicht leicht zu schulternden europäischen Herausforderungen. Aktuell verfügt Eintracht Frankfurt über maximal zwei Mittelfeldspieler, die offensiv denken, Jonathan de Guzman, zuletzt nur Bankdrücker, und Mijat Gacinovic, ein nach wie vor äußerst wechselhafter Akteur. Alle anderen haben ihre Stärken im Zerstören des gegnerischen Spiels, das ist wichtig, kein Thema, aber sie bräuchten halt einen spielstarken Mann an ihrer Seite. Und wenn dann der Unterschiedspieler Ante Rebic verletzungshalber länger ausfällt, wird es eng. Gleichzeitig leistet sich die Eintracht den Luxus, etwa Marco Fabian oder Marc Stendera, Leute, die mit dem Ball etwas anfangen können, in eine Trainingsgruppe zwei abzuschieben. Das mag verstehen, wer will. Immerhin kehren die Aussortieren wahrscheinlich in den Kreis der Mannschaft zurück – Gesichtsverlust inklusive. 

Insgesamt wirkt der Frankfurter Kader nicht richtig ausbalanciert, einerseits aufgebläht, andererseits an zentraler Position aber zu dünn besetzt. Es gibt vier Torhüter und drei Mittelstürmer, aber eine Vakanz im gestalterischen Bereich und auf den Außenbahnen. Grundsätzlich wurde bei der Kaderzusammenstellung versäumt, die fußballerischen Lücken, die die Abgänge von Boateng, Wolf und Mascarell gerissen haben, entsprechend zu schließen. Das kann sich rächen, nur Kampf und Einsatzwillen wird auf Dauer nicht reichen. Und wenn dann schwere Verletzungen (Chandler) oder Rote Karten (Willems) dazukommen, schränkt das den Handlungsspielraum des Coaches weiter arg ein.

Das sind keine rosaroten Aussichten für die Eintracht. Zumal die Brocken, national wie international, ja erst noch kommen.

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