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Eintracht Frankfurt Ernüchterung nach Härtetest

Eintracht Frankfurt enttäuscht beim 0:4 gegen die Borussia Dortmund auf ganzer Linie. "Die Mannschaft war nach dem Trainingslager einfach platt", sagt Trainer Armin Veh.

Nichts zu holen: Dortmunds Ilkay Gündogan (l) verwandelt gegen Torwart Lukas Hradecky den Foulelfmeter zum 1:0. Foto: dpa

Pünktlich zum Anpfiff rief der Muezzin von der nahegelegenen Moschee zum Abendgebet. Nur die wenigsten Menschen im Maktoum-bin-Rashid-al-Maktoum-Stadium in Downtown Dubai knieten dann gen Mekka, die meisten Menschen kamen aus Dortmund und Frankfurt, trugen keine weiße Landestracht, sondern gelb und rot.

Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund trafen sich hier im Mittleren Osten, knapp 5000 Kilometer von zu Hause entfernt, zu einem Spielchen unter Flutlicht in aller Freundschaft. Beide bereiteten sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Rückrunde vor, die Frankfurter flogen nach dem Testspiel sofort zurück in die Heimat, der BVB bleibt noch bis Samstag in Dubai.

Es war ein anderer Test als am Sonntag gegen die saudische Mannschaft von Al-Ahli; die Eintracht, die ohne die verletzten Carlos Zambrano und Haris Seferovic, aber mit ihrer derzeit stärksten Elf begann, wurde richtig geprüft. Und man muss sagen, dass sich erneut, wie schon im Hinrundenspiel vor vier Wochen beim 1:4, ein enormer Leistungsunterschied bemerkbar machte, ja ein Klassenunterschied. Dieser Härtetest war einigermaßen enttäuschend, ja auch ernüchternd. Die Eintracht kassierte eine richtige Abreibung, eine 0:4-Schlappe, die weh tat.

Fabian mit schwachem Spiel

Allein Torwart Lukas Hradecky verhinderte eine noch höhere Niederlage. Diese Vorstellung, so schwach sie auch war, sollte man dennoch nicht überbewerten. Vorbereitung ist nun mal Vorbereitung und kein Ernstfall. „Dortmund war ein überragender Gegner“, musste Sportdirektor Bruno Hübner anerkennen. Er war zwar „ein bisschen ernüchtert“, aber führte mildernde Umstände ins Feld. Die Anreise etwa. Gut zweieinhalb Stunden saß die Mannschaft direkt vor dem Spiel im Bus, weil die Straßen von Abu Dhabi kommend Richtung Dubai verstopft waren. „Die Jungs waren müde“, sagte Hübner. Auch Trainer Armin Veh blies in dieses Horn: „Die Mannschaft war nach dem Trainingslager einfach platt.“

Trotzdem muss man konstatieren, dass die Dortmunder die Hessen geradezu an die Wand spielten. Schon in den ersten Minuten hätte es hinten einschlagen können. Gündogan (3.) oder Mchitarjan (7.) hatten sich früh Chancen geboten, der Armenier traf zudem nach 23 Minuten den Pfosten. Die Eintracht stand auf verlorenem Posten, der BVB war zu schnell und zu ideenreich. Die Eintracht hatte in der ersten Halbzeit eine Möglichkeit: Nach einer feinen Ecke von Szbolcs Huszti kam Alex Meier zum Kopfball, der auf der Linie abgeblockt wurde. Es sollte im Grunde die einzige des ganzen Spiels bleibe.

Große Probleme hatte der Mexikaner Marco Fabian, der überhaupt kein Land sah und quasi nicht am Spiel teilnahm. Auch Kaan Ayhan, der zweite Neue, blieb in der Verteidigung blass. Makoto Hasebe war sehr um Ordnung bemüht im Mittelfeld, er zeigte aufsteigende Form, auch Szabolcs Huszti zeigte Ansätze. „Es war gut, dass Huszti und Fabian durchgespielt haben. Das gibt Kraft“, befand Veh.

Ansonsten war das aber sehr dünn, was die Hessen boten. Auch im zweiten Abschnitt, als die Borussen nahezu komplett wechselten, fanden die Frankfurt kaum ins Spiel. Fabian spielte da hinter den Spitzen, besser wurde es nicht. Der Mexikaner wird noch Zeit benötigen, derzeit ist er keine Hilfe. Immerhin streifte ein Freistoß von ihm die Latte (73.). Die Eintracht machte zu viele individuelle Fehler, der weiterhin formschwache Bastian Oczipka vor dem 0:2 etwa. In Frankfurt, so viel ist klar, wartet noch ein gutes Stück Arbeit auf Armin Veh und seine Mannen.

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