Lade Inhalte...

Eintracht Frankfurt Eintracht geht in letzter Sekunde K.o.

1. UpdateEine Stunde muss Eintracht Frankfurt in Unterzahl spielen, fast hätte es dennoch zu einem Remis gereicht. Doch in der letzten Minute der Nachspielzeit erzielt Werder Bremen den Siegtreffer.

Kevin Trapp am Ball
Bei seiner Rückkehr nach Frankfurt kassierte Kevin Trapp zwei Tore. Foto: dpa

Schon zuvor hatte Hütter verletzungsbedingt Carlos Salcedo auswechseln müssen, der nach zehn Minuten und nach einem üblen Tritt von Davy Klaassen mit einer Sprunggelenksverletzung vom Platz hinkte. Mitte der zweiten Halbzeit kehrte der Mexikaner an Krücken gehend auf die Ersatzbank zurück.

Doch raffte sich die Eintracht nach der Pause zu einer erstaunlichen Willensleistung auf. Sie bekam das Spiel unter Kontrolle und schaffte sogar den Ausgleich. Sebastien Haller, der erneut ein gutes Spiel machte, verwandelte einen Strafstoß gewohnt souverän (54.). Dabei war Mijat Gacinovic in eine zu kurze Rückgabe von Ludwig Augustinsson gesprintet und von Torhüter Jiri Pavlenka umgerissen worden. Dabei erlitt der Bremer Schlussmann eine schwere Verletzung, minutenlang wurde er auf dem Feld behandelt, ehe er benommen vom Platz getragen wurde. Diese Verletzungsunterbrechung ließ der Schiedsrichter zu Recht nachspielen, was der Eintracht am Ende zum Verhängnis wurde.

Kämpferisch wenig zu bemängeln

Man kann Eintracht Frankfurt nun wahrlich nicht vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. „Mit viel Herz und Leidenschaft“ hatten die Hessen die Herausforderung in Unterzahl angenommen, lobte Hübner. „Darauf kann man aufbauen“. Es sei schade, dass die Mannschaft „den Punkt nicht hatte festhalten können“, ärgerte sich Hütter, der dem verlorenen Punkt nachtrauerte. „Der Punkt hätte sich wie ein Sieg angefühlt.“ Doch dann kam die 96. Minute und der Bremer Kunstschuss.

Kämpferisch also gab es wenig zu bemängeln bei der Eintracht, doch spielerisch blieben erneut – wie schon in Freiburg – viele, viele Wünsche offen. Die Frankfurter haben einfach zu wenig spielstarke Profis in ihren Reihen, Spieler, die mit dem Ball etwas anfangen können. Fernandes und Lucas Torro sind reine Zerstörer, es gibt kaum einen im Team, der das Spiel gestalten kann, der eine Idee hätte. Gacinovic ist zwar bemüht, aber seine Anspiele sind viel zu risikoreich. Entsprechend dünn waren Frankfurter Tormöglichkeiten gesät. Die Angreifer hingen viel zu sehr in der Luft, in den letzten 20 Minuten war es ein Spiel auf ein Tor – auf das der Frankfurter. Es war eine reine Abwehrschlacht ohne Happyend. „Wir waren stehend K.o.“, räumte Torwart Trapp ein.

Kein Platz für Hasebe

Da verwunderte es schon, dass sich Trainer Hütter den Luxus erlaubte, einen Strategen und ballsicheren Spieler wie Makoto Hasebe nicht einmal für den 18-Mann-Kader nominiert zu haben. Er habe „keine drei Verteidiger aufbieten wollen“, sagte der Coach als Erklärung, wohl wissend, dass der Japaner durchaus auch im defensiven Mittelfeld auf der Sechs spielen kann. Man muss lange zurückdenken, wann Hasebe zuletzt nicht zum Kader zählte, obwohl er weder verletzt noch krank war. Zumal auf der Ersatzbank noch zwei reine Mittelstürmer saßen, Luka Jovic und Concalo Paciencia. Aber für Hasebe war kein Platz mehr.

Der Punkt hätte den Hessen auch deshalb gut getan, weil nach der Länderspielpause am kommenden Wochenende „zwei schöne Brocken“ (Hütter) warten, erst steht die Partie bei Borussia Dortmund an, dann kommt – nach dem Trip zu Olympique Marseille – RB Leipzig in den Stadtwald. Ein kleines Punktepolster wäre da hilfreich gewesen – doch Jetro Willems und vor allem Milot Rashica machten den Frankfurtern einen Strich durch die Rechnung.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen